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Blick auf Steindorf
Ein Blick auf den Steindorfer Ortskern mit der Kirche

Steindorf ist der an der westlichen Stadtgrenze, zur Nachbarstadt Solms (Stadtteil Albshausen), gelegene Stadtteil der Stadt Wetzlar. Die früher selbstständige Gemeinde Steindorf wurde am 1. Januar 1977 in die damalige neue Stadt Lahn eingemeindet und ist seit deren Auflösung im Jahre 1979 ein Stadtteil von Wetzlar.

Der über Jahre gewachsene Ortsteil Steindorf hat mit seiner guten Infrastruktur, seinen umfangreichen Grünflächen und seiner ruhigen Lage einen hohen Wohnwert entwickelt. Die waldreiche Umgebung sowie wunderschöne Waldwege machen diesen Stadtteil besonders liebenswert.

Durch seine regen, vielseitigen und erfolgreichen Vereine trägt er den Namen weit über die Landesgrenzen hinaus.

Hier finden Sie einen umfassenden Überblick zur Entwicklung Steindorfs sowie den zahlreichen öffentlichen Einrichtungen.

Geschichte

Der Steindorfer Gedenkstein
Der Steindorfer Gedenkstein
Die schriftliche Ersterwähnung von Steindorf, die sich im berühmten Lorscher Codex findet, datiert vom 11. Mai 886, als Graf Konrad der Ältere aus der Familie der Konradiner mit dem Kloster Lorsch drei Karren Heu in Steindorf in der Wanendorfer Mark gegen Besitz in der Wetterau tauschte. Aber schon der Ortsname weist darauf hin, dass Steindorf wohl schon einige Jahrhunderte vor seiner urkundlichen Ersterwähnung bestanden hat.
Reich begütert waren in Steindorf seit dem 13. Jahrhundert Institutionen wie das Wetzlarer Marienstift, das Wetzlarer Hospital zum Heiligen Geist und das Prämonstratenserinnenstift Altenberg, aber auch verschiedene Niederadelige wie die Burgmannen auf dem Kalsmunt. In kirchlicher Hinsicht war Steindorf über Jahrhunderte eine Filiale von Oberbiel. Die einst dem Heiligen Kreuz geweihte und schon 1340 erwähnte Kirche, ein Kleinod unter den Gotteshäusern im heimischen Raum, deren Chor im Kern romanisch ist, wurde im Jahre 1700 im barocken Stil neu gebaut.

Die Geschichte Steindorfs ist eng verbunden mit derjenigen der Grafschaft Solms, zu der das kleine Dorf über Jahrhunderte gehörte. So gelangte Steindorf mit dem Amt Braunfels 1806 unter die Souveränität des Herzogs von Nassau, 1815 dann an den König von Preußen. Steindorf gehörte zu der 1932 aufgelösten Amtsbürgermeisterei Braunfels. In der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts fand die kleinbäuerliche Bevölkerung auf den nahegelegenen Bergbau- und Hüttenbetrieben ihren Erwerb oder Nebenerwerb.

Zwischen Steindorf und Nauborn lag die solmsische Domäne Magdalenenhausen, deren Ursprung in dem 1324 erwähnten Einhäuser Hof, später Meinhäuser Hof, zu suchen ist. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wählte die Gräfin Magdalena Sophia, Gattin des Grafen Wilhelm Moritz zu Solms-Braunfels, dieses Hofgut zu ihrem Lieblingsaufenthalt und gab ihm dadurch den neuen Namen. Die Fürsten zu Solms-Braunfels verkauften 1921 das Hofgut mit seiner Gemarkung an die Stadt Wetzlar. Über lange Zeit wurde das Gelände als Truppenübungsplatz genutzt.

Steindorf wurde zum 1. Januar 1977 in die neue Stadt Lahn eingemeindet. Seit deren Auflösung am 1. August 1979 ist Steindorf Stadtteil von Wetzlar. Steindorf liegt an der westlichen Stadtgrenze und ist der mit gut 1.700 Einwohnern der zweitkleinste Stadtteil Wetzlars.

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat Steindorf
Foto (von links): Bernhard Noack, Gudrun Kräuter, Klaus Martin, Schriftführerin Nina Boch, Steffen Wallbach, Stellv. Schriftführer René Feth (sitzend), Helmut Kräuter, Dunja Boch (Ortsvorsteherin), Reiner Nokielski (stellvertretender Ortsvorsteher) © Dirk Fellert

Ortsvorsteherin: Dunja Boch

Ortsgerichtsvorsteher: Klaus Martin

Funktionen und Rechtsstellung:

Die Ortsbeiräte kennen die Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner „vor Ort“ und haben bei der demokratischen Willensbildung in der Stadt Wetzlar eine wichtige Aufgabe, weil sie Magistrat und Stadtverordnetenversammlung beraten. Die Ortsbeiräte üben eine Mittlerrolle zwischen der Bevölkerung in den Stadtteilen und dem Rathaus aus.

Das Gebiet der Stadt Wetzlar besteht aus der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar sowie den einstigen Gemeinden Blasbach, Dutenhofen, Garbenheim, Hermannstein, Münchholzhausen, Nauborn, Naunheim und Steindorf. Entsprechend dem Gebiet der früheren Gemeinden wurden Stadtteile gebildet. Diese Stadtteile sind Ortsbezirke im Sinne der Hessischen Gemeindeordnung (§ 81 HGO).  In jedem Ortsbezirk wird im Rahmen der Kommunalwahl ein Ortsbeirat auf fünf Jahre gewählt. Dieser wählt in seiner konstituierenden Sitzung einen Ortsvorsteher oder eine Ortsvorsteherin. 

Die Ortsbeiräte haben die Belange des jeweiligen Ortsbezirks in der Gemeinde zu wahren und die Gemeindeorgane durch Beratung, Anregung und Mitgestaltung zu unterstützen. Grundsätzlich müssen sie zu allen Fragen, die den Ortsbezirk betreffen, von der Stadtverordnetenversammlung oder dem Magistrat gehört werden, insbesondere vor der Verabschiedung des städtischen Haushalts.
Die Ortsbeiräte wiederum haben das Recht, zu allen örtlichen Angelegenheiten Vorschläge an die Stadtverordnetenversammlung und an den Magistrat zu richten.

Die Ortsbeiratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Die Ortsbeiräte tagen in der Regel einmal im Monat und werden durch den Ortsvorsteher oder dessen Vertretung geleitet. Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich. Jeder Einwohner kann deshalb am öffentlichen Teil der Sitzungen als Zuhörer teilnehmen.

Die Sitzungen sind öffentlich bekannt zu machen. Die Veröffentlichung erfolgt gemäß der Hauptsatzung in der Wetzlarer Neuen Zeitung.

Stadtteilprofil

Steindorf verfügt über eine gute Infrastruktur und hat ein umfangreiches und vielseitiges Arbeitsplatzangebot vor Ort.

Neben dem attraktiven, vielschichtigen Gewerbegebiet gibt es mit den verschiedensten Fachhandelsgeschäften zahlreiche Einkaufsmöglich-keiten direkt in Steindorf oder an seinen Gemarkungsgrenzen. Alle Einrichtungen sind gut zu Fuß oder direkt mit dem Stadtbus der Linie 10 zu erreichen. Selbstverständlich ist Steindorf durch das öffentliche Nahverkehrsnetz auch an die angrenzenden Gemeinden angebunden.

Stadtteilprofil

Die Steindorfer Kirche
Die Steindorfer Kirche
Blick auf Steindorf
Blick auf Steindorf

Nachstehend erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten:

  • Zwei Kindertagesstätten
  • Drei Kinderspielplätze und ein Bolzplatz
  • Grundschule
  • Stadtteilbüro mit Heimatmuseum
  • Kulturhalle
  • Sportplätze (Hart- und Rasenplatz), Tennisplätze, Schießsportanlage,Hundesportanlage, Wasserskistrecke
  • Zwei Grillplätze mit Grillhütten
  • Fünf Gaststätten - eine Pension
  • evangelische Kirche mit katholischer Nutzung
  • Festplatz
  • Friedhof
  • Feuerwehrgerätehaus
  • Naturschutzgebiet „Weinberg“
  • Kleingartengebiet „Im Gräwe“
  • 19 Ortsvereine und -verbände
Die Steindorfer Schule
Die Steindorfer Schule
Neuer Platz am Bürgerhaus und Kindergarten
Neuer Platz am Bürgerhaus und Kindergarten

Heimatmuseum

Öffnungszeiten: Dezember bis März: jeden 2. Sonntag im Monat von 14.30 bis 17 Uhr

Eintritt: frei

Anschrift:
Heimatmuseum Steindorf
Schulstraße 2
35579 Wetzlar
Telefon 06441 92074 (Stadtteilbüro)

Kontakt für Schulklassen:
Heimat- und Geschichtsverein Steindorf e. V.
Hans-Jürgen Lenz
Vorsitzender
Altvaterstraße 19
D-35579 Wetzlar
Tel.: 06441-22333

Schulzimmer im Heimatmuseum Steindorf
Schulzimmer im Heimatmuseum Steindorf - an der Wand hängt ein Fotos des Jahrganges 1904
Schulzimmer im Heimatmuseum Steindorf
Schulzimmer im Heimatmuseum Steindorf

Die Gründung der Sammlung des Steindorfer Heimat- und Geschichtsvereins geht auf Aktivitäten zur 1100 Jahrfeier im Jahr 1986 zurück. 1993 wurden die Räumlichkeiten in der alten Schule eröffnet, in der von 1876 - 1963 Unterricht abgehalten wurde. Das Museum erstreckt sich mittlerweile auf rund 140 m² Ausstellungsfläche über zwei Etagen und hat ein Gesamtinventar mit mehr als 1700 Gegenständen. Im Erdgeschoss befindet sich heute der Sitz des Stadtteilbüros.
 
Das 1. Stockwerk zeigt eine Schulklasse mit Lehrerwohnung, die aufgrund der umfangreichen Ausstattung als einmalig im Kreis Wetzlar gilt. Neben alten Karten und Schulbildern finden sich auch Schulbücher, Schulfotos und alles, was vor rund 100 Jahren zur Ausstattung von Schülern und Schule gehört hat.
Wohnkultur im Heimatmuseum Steindorf
Wohnkultur im Heimatmuseum Steindorf
Für Schulklassen und Kindergartengruppen bietet das Museum die Möglichkeit, sich mit Schiefertafel und Griffel auf Zeitreise zu begeben und "Schulunterricht wie zu Großmutters Zeiten" zu erleben. In Original-Atmosphäre können Gruppen hier die altdeutsche Sütterlin-Schrift erlernen und dabei erfahren, wie sich Sprache, Schriften und Zahlen in Deutschland im Laufe der Zeit entwickelt haben. Interessenten wenden sich bitte an die unten aufgeführte Kontaktadresse.
 
Im 2. Stock befindet sich eine Ausstellung zu den unterschiedlichen Wohnkulturen der letzten 100 Jahre. Hier werden neben einem kompletten Schlafzimmer aus der Zeit um 1910 und einem Wohnzimmer aus den 50er Jahren auch alte Essgedecke und Solmser, Egerländer und Steindorfer Trachten gezeigt. Eine vollständig eingerichtete Küche, eine Stube für Heimatvertriebene und eine Hobelbank mit einer kompletten Profilhobel-Sammlung aus der Zeit um 1880 runden das Ganze ab.
 
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Präsentation des "Steindorfer Hortfundes" aus der Zeit um 800 vor Christus. Das Museum zeigt Abgüsse der Bronzeteile aus dem Originalfund, der sich heute in den Städtischen Sammlungen befindet. 
Hobelband mit Profilhobelbandsammlung
Hobelband mit Profilhobelbandsammlung
Wohnkultur im Heimatmuseum Steindorf
Wohnkultur im Heimatmuseum Steindorf
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