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Aktuelle Neuerwerbung

Singuläre Neuerwerbung einer „Werther-Tasse“ der Städtischen Museen Wetzlar aus Privatbesitz mit Hilfe von Fördermitteln und einer privaten Spende: Deckeltasse und Untertasse mit Werther-Szenen, Meissen, um 1790 Mit großer Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, der Bürgerstiftung Wetzlar und eines privaten Sponsors ist es den Städtischen Museen gelungen, ein singuläres, sehr seltenes Stück aus dem Bereich des Werther-Porzellans zu erwerben. Die Deckeltasse und dazugehörige Untertasse wurde um 1790 in der Meissener Porzellanmanufaktur hergestellt und zählt zu den seltenen „Werther-Porzellanen“, einer besonderen Form der Rezeption von „Goethes Werther“ kurz nach dem Erscheinen des Romans im 18. Jahrhundert. Die Tasse zeigt eine Szene mit Werther und Lotte am Klavier, der Deckel ein Taubenpaar auf Wolken, von denen eine vom Pfeil getroffen wird. Die Untertasse zeigt ein Rundmedaillon mit Lotte und den Pistolen sowie Albert am Schreibtisch. Es handelt sich um Szenen nach den bekannten grafischen Illustrationen von Morange nach S. Amand und Francesco Bartolozzi im Stil von Darstellungen Angelika Kauffmanns. Das Motiv der Untertasse folgt der Radierung „Pressentiment de Lolotte“ von Morange nach S. Amand, die der Tasse den „Sorrows of Werter“ von Francesco Bartolozzi. Als Porzellanmaler kommt Johann David Schubert (1761-1822) in Frage, der ab 1786 als Lehrer an der Zeichenschule der Meissener Manufaktur tätig war und 1795 zum dortigen Hauptmaler ernannt wurde. Die Neuerwerbung stellt einen Glücksfall und eine große Bereicherung für die Städtischen Museen im Bereich der Werther-Rezeption dar. Sie geht als erstes Stück ihrer Gattung der Werther-Motivik im Kunsthandwerk in die Sammlungen ein. Die Neuerwerbung wird zusammen mit anderen wertvollen Leihgaben aus Privatbesitz zum Thema „Werther-Motivik im Kunsthandwerk“ vom 16.12.2022 bis zum 12. Februar 2023 im Stadtmuseum präsentiert werden.

Werther-Porzellan
Deckeltasse und Untertasse mit Werther-Szenen, Meissen, um 1790 © Kunsthaus Lempertz / Jan Epple