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Integrationspreis 2018
Integrationspreis 2018 © Stadt Wetzlar

Integrationspreis 2018

Zum fünften Mal fand am Dienstag, 25. September 2018, im Wetzlarer Rathaus die Integrationskonferenz der Stadt Wetzlar statt. 

Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) konnte rund 100 Teilnehmer begrüßen, die sich dem Schwerpunktthema „Migration und Integration: Perspektiven von Frauen/Perspektiven für Frauen“ widmeten.
Wagner sagte, es gebe nach wie vor Handlungsbedarf für einen gelingenden Integrationsprozess sowohl in der aufnehmenden Gesellschaft als auch bei den Migranten. Er rief dazu auf, denen zu widersprechen, die „unsere Errungenschaften bei der Integration diskreditieren“. Er sei sicher, dass das Gros der Gesellschaft für eine solidarische Gesellschaft eintrete. Das Stadtoberhaupt begrüßte es, dass die Konferenz die Rolle von Frauen bei der Migration beleuchte und den Fokus auf die Lebenssituation von Frauen richte.

Der Anteil der Frauen und Mädchen an den Flüchtlingen betrage 40 Prozent, jedoch seien nur 20 Prozent der weiblichen Migranten erwerbstätig oder in Ausbildung, während es bei den Männern 60 Prozent seien. Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), sagte, Teilhabe sei das Kernziel der Integrationspolitik. Wenn Migranten fair behandelt würden, sei sie eher bereit, der aufnehmenden Gesellschaft etwas zurückzugeben. Ein Lob sprach der Staatssekretär der Stadt Wetzlar aus: Sie sei vorbildlich bei der Umsetzung der Integrationsziele und der interkulturellen Öffnung der Kommune.

Zum dritten Mal wurde bei der Konferenz der mit 1.500 Euro dotierte Integrationspreis verliehen. Er geht zu gleichen Teilen an die „Nähwelt“ für Frauen der Flüchtlingshilfe Mittelhessen und an den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Garbenheim. Die „Nähwelt“ unter Leitung von Gila Gertz leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration von geflüchteten Frauen in Wetzlar, so die Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Ingrid Knell, in ihrer Laudatio. In dem Projekt könnten Frauen nicht nur das Nähen erlernen, sondern auch Sprachkenntnisse erwerben und Kontakte knüpfen. Viele der teilnehmenden Frauen, die meist aus Syrien, Eritrea und Afghanistan stammen, seien aus jahrelanger Isolation herausgeholt worden. Die evangelische Domgemeinde Wetzlar hat der „Nähwelt“ Räume im Gemeindehaus zur Verfügung gestellt, wo sie über elf Arbeitsplätze mit Nähmaschinen verfügt.

Praktische Hilfe für Flüchtlinge bietet auch der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe im Stadtteil Garbenheim an. Die Geflüchteten in Garbenheim werden bei alltäglich Aufgaben unterstützt wie Behördengängen, Arztbesuchen, bei der Abfallentsorgung, Jobsuche, Wohnungssuche, Kontakt zu Sportvereinen und Kirchengemeinden oder Schuldnerberatung. Auch würden gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Kochen oder Ausflüge durchgeführt. Damit erleichtere der Arbeitskreis den Flüchtlingen das Ankommen in Wetzlar und binde sie in das Stadtteilleben ein.


Preisträger Integrationspreis 2017
Preisträger Integrationspreis 2017 © Stadt Wetzlar

Integrationspreis 2017

Die Verleihung durch Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) fand im Rahmen der Integrationskonferenz der Stadt Wetzlar mit über 100 Teilnehmern am Dienstag, 26. September, im Neuen Rathaus statt. Seit 2013 bietet die DLRG-Gruppe Schwimmkurse für Muslime an. Später kamen Kurse für Flüchtlinge hinzu. Anlass war der tragische Tod eines Asylbewerbers aus Eritrea, der im Lahn-Dill-Kreis beim Baden in einem Fischteich ertrunken war, wie die Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Ingrid Knell, in ihrer Laudatio erläuterte.

Die zweite Hälfte des mit 1.500 Euro dotierten Preises teilen sich die beiden Hermannsteiner Roland Samsel und Wolfgang Grieb. Samsel, Vorsitzender des Sportvereins TV Hermannstein, sei ein „glühender Verfechter der Integration“. Er habe vielfältige Angebote für Migranten des TV Hermannstein initiiert und sich für das Programm „Sport und Flüchtlinge“ engagiert, so Knell. Außerdem ist er Organisator eines Integrationsfestes im Stadtteil. Der Hermannsteiner evangelische Pfarrer Wolfgang Grieb habe sich unter seinem Motto „Wir sind alle Kinder Abrahams“ unermüdlich für ein friedliches Miteinander der Religionen im Stadtteil eingesetzt, sagte Knell. Dazu habe er u.a. ein „interreligiöses Schöpfungsfest“ ins Leben gerufen.

Oberbürgermeister Wagner sagte zur Eröffnung der Konferenz, es sei zwingend notwendig, sich um Integration zu bemühen. Dabei sei das Beherrschen der deutschen Sprache die wichtigste Integrationsvoraussetzung. Für die Stadtgesellschaft mit 118 Nationalitäten und einem Ausländeranteil von 15 Prozent gelte das Motto: „Wir sind alle Wetzlarer“. Wagner sprach auch Hindernisse bei der Integration an. So spiegelten sich Konflikte in Herkunftsländern, wie Ukraine, Russland und Türkei, auch in Wetzlar wider und belasteten das Miteinander. „Vor uns liegt noch ein langer Weg mit Steigungen und Weggabelungen.“

Wagner übergab bei der Konferenz auch eine Einbürgerungsurkunde: Die Venezuelanerin Dolores Narvaez de Weber erhielt die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie ist seit 2010 mit einem Wetzlarer verheiratet und als Medizinerin tätig. 2017 sind in Wetzlar bereits 57 Einbürgerungen vollzogen worden.


Integrationspreis 2016

Erstmals ist auf der Integrationskonferenz der Stadt Wetzlar am 27. September 2016 der mit 1.500 Euro dotierte Integrationspreis vergeben worden. Den 1. Preis (1.000 Euro) erhielt die Türkisch-Islamische Gemeinde Wetzlar DITIB für ihre Aktivitäten im sozialen Bereich und ihre Jugendarbeit. Die seit 1989 im Wetzlarer Stadtbezirk Niedergirmes aktive Moschee-Gemeinde betreibe eine umfassende Integrations- und Jugendarbeit, die vorbildlich zur interkulturellen Verständigung beitrage, sagte die Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Ingrid Knell, in ihrer Laudatio. So gebe es eine Hausaufgabenbetreuung für Schüler, Frauenfrühstück, Frauensport, Unterhaltungskreise, Exkursionen und sozialpolitische Workshops, Besuche in Altenheimen und Mithilfe in der Flüchtlingshilfe. Ein besonderer Schwerpunkt sei die intensive Begleitung von Jugendlichen mit Freizeitangeboten, auch um extreme Haltungen zu verhindern.

Den 2. Preis (500 Euro) erhielt als Einzelperson Irma Kriger für ihr ehrenamtliches Engagement in der Migrationsberatung. Die gebürtige Moldawierin ist seit vielen Jahren als Ansprechpartnerin für Migranten aus den GUS-Staaten tätig und unterstützt sie beispielsweise bei Behördengängen und der Vermittlung von Sprachkursen.

Integrationskonferenz
Gilian und Amy Bellaerts wurden von OB Manfred Wagner eingebürgert, rechts Anja Henrich, stellv. Leiterin des Stadtbüros.

Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) nannte das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen eine Bereicherung. Die Integration könne nur gelingen bei Dialogbereitschaft und gegenseitiger Achtung. Die Stadtverwaltung wolle dazu einen Beitrag leisten, indem sie sich als „Interkulturelle Verwaltung“ auf die unterschiedlichen Zielgruppen einstelle. Wagner zeigte sich besorgt darüber, dass sich der Ton in der Integrationsdebatte verschärft habe. Viele nähmen die wirtschaftlichen Vorteile der Globalisierung gerne an, seien aber nicht bereit, den Blick auf die negativen Folgen, etwa die Fluchtursachen durch Kriege oder Klimawandel zu richten.

Integrationskonferenz
Vom Flüchtling zum Koordinator für Integrationsdienste bei den Maltesern: Der Syrer Mohamad Osman berichtete von seiner Integrationsgeschichte.

Auf der Konferenz, die zum dritten Mal im Wetzlarer Rathaus mit über 100 Teilnehmern stattfand, wurden auch lokale Projekte vorgestellt wie „Sport und Flüchtlinge“, beim dem fünf „Sportcoaches“ Flüchtlinge mit Sportvereinen in Kontakt bringen. Die Vertreterin des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, Wiebke Schindel, lobte die Stadt Wetzlar für ihre langjährigen Aktivitäten: „Integration wird in Wetzlar vorbildlich umgesetzt.“ Weiterhin wurden bei der Veranstaltung auch Einbürgerungen vorgenommen: Gilian Bellaerts und ihre Tochter Amy erhielten von Oberbürgermeister Wagner die Urkunde über die deutsche Staatsbürgerschaft, die sie zusätzlich zur britischen erhalten.