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Eine Luftbildaufnahme aus Garbenheim

Der nahe an der Kernstadt gelegene Stadtteil mit heute ca. 2.200 Einwohnern kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken, denn er wurde schon im Jahre 776 urkundlich erwähnt.

Die ländliche Idylle Garbenheims fand auch bei Goethe Anerkennung, der hier gerne ausgedehnte Spaziergänge machte und den Ort unter dem literarischen Namen Wahlheim in sein Werk „Die Leiden des jungen Werthers“ mit aufnahm.

In der mittlerweile ausgesprochenen Wohnsitzgemeinde gibt es mehrere mittlere Betriebe und zahlreiche Freizeiteinrichtungen, zu denen seit einiger Zeit auch ein Heimatmuseum zählt.

Wir laden Sie ein, sich selbst ein Bild über Garbenheim zu machen und hoffen, dass wir Ihnen einen interessanten Überblick geben können.

Geschichte

Das anmutig in einer kleinen Bergschlucht gelegene Dorf Garbenheim wurde erstmals im Jahre 776 erwähnt, als dort eine Frau namens Elplint dem Kloster Lorsch 20 Morgen Land schenkte. Der Ortsname gehört zu den alten, vorkarolingischen Ortsnamen des Wetzlarer Raumes und muss keineswegs, wie das langjährige Ortswappen nahelegt, auf die Getreidegarbe zurückzuführen sein.

In einer Urkunde des Klosters Schiffenberg von 1129 wird ein Hezechinus de Garvenheim als Dienstmann auf der Burg Gleiberg genannt. Eine nicht unbedeutende Rolle in der heimischen Geschichte spielte das seit dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts verstärkt hervortretende niederadelige Geschlecht der Ritter von Garbenheim, die Burgmannen der Reichsburg Kalsmunt stellten, aber auch einen bedeutenden Geistlichen des Wetzlarer Marienstiftes. Aus dem Erbe der Grafen von Gleiberg gelangte Garbenheim über die Herren von Merenberg in den Besitz der Grafen von Nassau-Weilburg. Mit Atzbach und Dorlar bildete es einen gemeinsamen Gerichtsbezirk. Als Teil des Amtes Atzbach wurde Garbenheim 1816 preußisch.

Als „Wahlheim“ ging Garbenheim in die Literaturgeschichte ein, denn das idyllische Dörfchen mit seiner Linde war einer der Lieblingsorte von Johann Wolfgang Goethe während seines Wetzlarer Aufenthaltes im Jahre 1772 und wurde von ihm in seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ beschrieben. Die Gemeinde errichtete dem Dichter zum hundertjährigen Geburtstag am 28. August 1848 ein Denkmal auf dem Goetheplatz.

Im Oktober 1866 traf ein schweres Brandunglück das Dorf. Dem Flächenbrand fielen Kirche, Pfarrhaus, 40 Wohnhäuser, zahlreiche Scheunen und Ställe zum Opfer. Großzügiger als zuvor wurde Garbenheim wieder aufgebaut und seit dem Jahr 1883 besaß der Ort auch wieder eine Kirche. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist der Eisenerzbergbau in der Garbenheimer Gemarkung belegt, der Ende der 1920er Jahre zum Erliegen kam. Bedeutendstes Bergwerk war die Grube Philippswonne, wo von 1833 bis 1925 Bergbau in erheblichem Umfang betrieben wurde. Im 2. Weltkrieg wurde der Ort durch Angriffe auf den nahegelegenen Verschiebebahnhof schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Im Zuge der Gebietsreform wurde Garbenheim am 1. Januar 1977 der neu gebildeten Stadt Lahn eingegliedert. Seit deren Auflösung am 1. August 1979 ist es Stadtteil der Stadt Wetzlar. Heute ist Garbenheim eine ausgesprochene Wohnsitzgemeinde mit mehreren mittleren Betriebe und zahlreichen Freizeiteinrichtungen; hier leben gegenwärtig ca. 2200 Einwohner.

Ortsbeirat

Ortsvorsteher: Waldemar Droß

Ortsgerichtsvorsteherin: Berit Silberzahn-Wagner

Funktionen und Rechtsstellung:

Die Ortsbeiräte kennen die Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner „vor Ort“ und haben bei der demokratischen Willensbildung in der Stadt Wetzlar eine wichtige Aufgabe, weil sie Magistrat und Stadtverordnetenversammlung beraten. Die Ortsbeiräte üben eine Mittlerrolle zwischen der Bevölkerung in den Stadtteilen und dem Rathaus aus.

Das Gebiet der Stadt Wetzlar besteht aus der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar sowie den einstigen Gemeinden Blasbach, Dutenhofen, Garbenheim, Hermannstein, Münchholzhausen, Nauborn, Naunheim und Steindorf. Entsprechend dem Gebiet der früheren Gemeinden wurden Stadtteile gebildet. Diese Stadtteile sind Ortsbezirke im Sinne der Hessischen Gemeindeordnung (§ 81 HGO). In jedem Ortsbezirk wird im Rahmen der Kommunalwahl ein Ortsbeirat auf fünf Jahre gewählt. Dieser wählt in seiner konstituierenden Sitzung einen Ortsvorsteher oder eine Ortsvorsteherin.

Die Ortsbeiräte haben die Belange des jeweiligen Ortsbezirks in der Gemeinde zu wahren und die Gemeindeorgane durch Beratung, Anregung und Mitgestaltung zu unterstützen. Grundsätzlich müssen sie zu allen Fragen, die den Ortsbezirk betreffen, von der Stadtverordnetenversammlung oder dem Magistrat gehört werden, insbesondere vor der Verabschiedung des städtischen Haushalts.
Die Ortsbeiräte wiederum haben das Recht, zu allen örtlichen Angelegenheiten Vorschläge an die Stadtverordnetenversammlung und an den Magistrat zu richten.

Die Ortsbeiratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Die Ortsbeiräte tagen in der Regel einmal im Monat und werden durch den Ortsvorsteher oder dessen Vertretung geleitet. Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich. Jeder Einwohner kann deshalb am öffentlichen Teil der Sitzungen als Zuhörer teilnehmen.

Die Sitzungen sind öffentlich bekannt zu machen. Die Veröffentlichung erfolgt gemäß der Hauptsatzung in der Wetzlarer Neuen Zeitung.

Stadtteilprofil

Garbenheim, seit 1979 ein Stadtteil Wetzlars mit gegenwärtig ca. 2.200 Einwohnern, blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück, denn schon 776 wurde es urkundlich erwähnt. Im Mittelalter wechselte der Ort mehrfach die Herrschaft: Aus dem Erbe der Grafen von Gleiberg kam er über die Herren von Merenberg in den gemeinschaftlichen Besitz von Hessen und Nassau, bis er 1585 in den alleinigen Besitz von Nassau überging. 1816 wurde Garbenheim preussisch; es war der Bürgermeisterei Atzbach zugeteilt, die später nach Krofdorf verlegt wurde.

Stadtteilprofil

Enge Beziehungen zwischen Garbenheim und Wetzlar ergaben sich frühzeitig aus der engen räumlichen Nachbarschaft beider Orte. Angehörige der Adelsfamilie der Ritter von Garbenheim spielten im 13. und 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der Geschichte Wetzlars. Sie waren Burgmannen auf dem kalsmunt, einer von ihnen sogar Untervogt und Vertreter des Merenberger Reichsvogts, oder gehörten als Geistliche dem Wetzlarer Marienstift an. den adligen Herren folgten andere Familien als Handwerker in die Reichsstadt. Der Familienname "von Garbenheim" macht ihre Herkunft deutlich.


Große Teile Garbenheims, darunter auch die seit 1265 bezeugte Kirche,fielen 1866 einem verheerenden Brand zum Opfer, und auch im 2. Weltkrieg wurde der Ort durch Angriffe auf den nahegelegenen Verschiebebahnhof schwer in Mitleidenschaft gezogen. Heute ist Garbenheim eine ausgesprochene Wohnsitzgemeinde mit mehreren mittleren Betrieben und zahlreichen Freizeiteinrichtungen, zu denen nunmehr auch ein Heimatmuseum zählt.

Heimatmuseum

Der Eingang des Garbenheimer Heimatmuseums

Das Garbenheimer Heimatmuseum befindet sich in einem Bauernhaus Ecke Untergasse/Kirchstraße. Es wurde nach 1866 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, der samt Scheunen und Stallungen dem großen Dorfbrand zum Opfer gefallen war.

Das Grundstück mit Gebäuden und Garten wurde 1965 von der Raiffeisenbank Wetzlar erworben, die nach dem Abriss der Scheune und eines Teils der Stallungen ein Bankgebäude errichtete. Die verbliebenen Neben-gebäude und das Wohnhaus gingen 1980 in den Besitz der Stadt Wetzlar über. Nach der Freilegung und Restaurierung des schönen Fachwerks, durchgreifender Renovierung der Innenräume, des Wohnhauses und der Instandsetzung aller Nebengebäude waren die Voraussetzungen konnten die heimatkundlichen Sammlungen hier aufgenommen werden.
Im Heimatmuseum erfährt der Besucher viel Wissenswertes über die Ur- und Frühgeschichte der Region, die Orts- und Kirchengeschichte, über die Arbeit der Landbevölkerung, der heimischen Handwerker und Bergleute, ihre Trachten und Gerätschaften. Die Vielfalt und Vollständigkeit der Sammlungsbestände machten es möglich, neben einer bäuerlichen Schlafstube und einer Bauernküche auch eine funktionsfähige Dorfschmiede, eine Schuster- und eine Schreinerwerkstatt zu zeigen. Ein Raum des Museums ist den Heimatvertriebenen und Flüchtlingen gewidmet, die nach dem 2. Weltkrieg in Garbenheim eine neue Heimat fanden. Im Dachgeschoss entstand ein großzügiger Raum für Wechselausstellungen.

Das Heimatmuseum Garbenheim verdankt seine Sammlungen allen Mitbürgern, die geschichtliche Zeugnisse bewahrt, gesammelt, gestiftet oder als Leihgabe zur Verfügung gestellt haben. Für die Verwirklichung der Idee eines eigenen Heimatmuseums hat sich der Heimatverein Garbenheim e.V. tatkräftig eingesetzt. Seine Bemühungen wurden von vielen Seiten, insbesondere aber vom Magistrat der Stadt Wetzlar, verständnisvoll und großzügig unterstützt.
Der Heimatverein Garbenheim in Verbindung mit dem Heimatmuseum hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kulturdenkmäler, Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte für die Nachwelt zu pflegen und zu erhalten.
Öffnungszeiten: Erster Sonntag im Monat von 15:00 bis 17:00 Uhr.
Eine Goethe-Vitrine im Heimatmuseum
Eine Wohnküche im Garbenheimer Heimatmuseum

Goetheplatz

Das Denkmal am Garbenheimer Goetheplatz
Das Denkmal am Garbenheimer Goetheplatz

Der Goetheplatz mit dem 1849 errichteten Denkmal verweist auf den literaturgeschichtlichen Zufall, der Garbenheim in den Kreis der Schauplätze der Weltliteratur aufrücken ließ. Während seines Aufenthaltes in Wetzlar besuchte Goethe oft und gerne das nahegelegene Dorf. In seinem Roman "Die Leiden des jungen Werthers" bildet Garbenheim unter dem literarischen Namen "Wahlheim" den ländlich idyllischen Gegenpol zu der Stadt, in der sich das tragische Schicksal Werthers vollzieht.

Der Goetheplatz wurde 1994 nach seiner Umgestaltung mit einem neuen Gedenkstein eingeweiht.


Ein Goethe-Gedenkstein am Garbenheimer Goetheplatz
Ein Goethe-Gedenkstein am Garbenheimer Goetheplatz
Ein Stein am Goetheplatz in Garbenheim
Ein Gedenkstein am Goetheplatz in Garbenheim

Naturdenkmal

Ein Naturdenkmal in Gestalt eines ca. 400 Jahre alten Eichenbaumes können Sie in Garbenheim "an der Zisterne" - Ecke Kreisstraße/Schulstraße bewundern.
Dieser Baum ist ein Garbenheimer Naturdenkmal
Das Garbenheimer Naturdenkmal - eine 400 Jahre alte Eiche

Bachstraße

Die Bachstraße wurde im Jahr 2002 in Verbindung mit einer Kanalrohrverlegung umgestaltet. Finanziert wurde die Baumaßnahme durch "einfache Stadterneuerung": Der Umbau erfolgte nach Zeichnungen des oberirdischen, fließenden Bachlaufes.
Die Garbenheimer Bachstraße vor dem Umbau
Die Garbenheimer Bachstraße nach dem Umbau

Reither Alm

Die Reither Alm in Garbenheim

Zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Garbenheim im Jahre 1976 wurde oben „im Junkersgrund“ eine Hütte im Tiroler Stil erbaut. Sie wurde nach der Partnergemeinde Reith bei Kitzbühel in Tirol „Reither Alm“ genannt. Im Rahmen der 1200-Jahr-Feier wurden auf der Reither Alm die Partnerschaftsurkunden zwischen Bürgermeister Karl Frischholz aus Garbenheim und Bürgermeister Egid Jöchl aus Reith ausgetauscht. Initiator der Partnerschaft war Karl Trentin, der wie viele Garbenheimer öfters einen Urlaub in Reith verbrachten.

Eine feste Veranstaltung im Rahmen der Gemeinde-Partnerschaft ist die „Weiße Woche“, die jedes Jahr im Januar stattfindet. Diese Veranstaltung wird vom Arbeitskreis Partnerschaft Reith – Garbenheim, unter Federführung von Dieter Hofmann organisiert.

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