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Warum ist Fairer Handel wichtig?

Manfred Wagner
© Studio Schad

Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar (Manfred Wagner)

Die Themen „Fairer Handel“ und „Nachhaltigkeit“ gewinnen im Hinblick auf die steigende Weltbevölkerung und die Sicherung der Lebensgrundlagen in den jeweiligen Ländern zunehmend an Bedeutung. Der faire Handel garantiert den teilnehmenden Produktionsgenossenschaften in Asien, Afrika und Lateinamerika existenzsichernde Löhne und somit eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Produzentinnen und Produzenten.

Durch den Bau von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Krankenstationen wird eine ausreichende medizinische Versorgung gewährleistet und den Kindern die Möglichkeit einer schulischen Ausbildung gegeben. Wenn wir uns für den Kauf von fair gehandelten Produkten entscheiden, unterstützen wir diese Grundgedanken und leisten direkte „Hilfe zur Selbsthilfe“.


Norbert Kortlüke
© Studio Schad

Stadtrat (Norbert Kortlüke)

Auf Grundlage eines Antrages von SPD, GRÜNEN und Freien Wählern hat die Stadtverordnetenversammlung am 01. Oktober 2014 beschlossen, dass die Stadt Wetzlar der Fair-Trade-Bewegung beitritt. Als größter öffentlicher Auftraggeber können Kommunen durch bewusste Kaufentscheidungen eine Vorbildfunktion für sozial und ökologisch gerechten Handel übernehmen. So können sie ihre Position als bedeutender Wirtschaftsfaktor positiv nutzen – sowohl zum Wohle der ProduzentInnen als auch der VerbraucherInnen.

KKS

Sprecherin der Steuerungsgruppe und Leiterin der Käthe-Kollwitz-Schule (Inge Denninghoff)

Die Käthe-Kollwitz-Schule versteht sich als Kompetenzzentrum in der Region. Wir vermitteln berufliche und allgemeinbildende Qualifikationen vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur (in Kooperation) und professionalisieren Schülerinnen, Schüler, Studierende und Auszubildende in den beruflichen Schwerpunkten Ernährung, Gesundheit, Körperpflege und Sozialwesen.

Das Thema Fairtrade berührt uns als berufliche Schule sehr, wenn wir z.B.die politische Dimension des Welthandels betrachten, die Realität der Kinder- und Frauenrechte in den verschiedenen Regionen unserer Welt oder die Probleme der Sicherung der Rechte für Arbeiterinnen / Arbeiter und Kleinbauern/Kleinbäuerinnen sowie die z.T. schwierige Umsetzung des Umweltschutzes. Diese Themen gilt es im Unterricht aufzugreifen, um eigene Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten abzuleiten.

Wir möchten mit unseren Fairtrade - Aktionen an der Käthe-Kollwitz-Schule, insbesondere mit dem Verkauf von z.B. fairem Kaffee, Tee, Müsli und weiteren Produkten in unserem Bistro die Sensibilität für die Produktpalette des fairen Handels fördern. Wir möchten durch unser Handeln Menschen unterstützen, die fair produzieren und durch unsere Nachhaltigkeit junge Menschen für Fairtrade-Produkte begeistern.


Brot für die Welt – TIKATO (Heidi Janina Stiewink)

Der Kauf von Waren und Dienstleistungen nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage oder nach den Preisen des Weltmarkts, geht häufig auf Kosten der Hersteller. Ein Handel ist fair, wenn der Lieferant von dem Erlös würdig leben und der Abnehmer die Kosten tragen kann. Insofern ist ein fairer Handel Gewinn für beide Seiten. Ein in dem Sinne fairer Handel mit Ländern des Südens muss unterstützt werden, weil bei den üblichen Handelsbeziehungen die Produzenten nicht ausreichend entlohnt werden. Nur faire Preise ermöglichen ihnen das, was wir auch für uns als grundlegend  betrachten: ausreichende Versorgung der Familie mit dem täglichen Bedarf, den Kindern eine Schul- und Berufsausbildung ermöglichen, medizinische Versorgung von Kranken und ein Altern in Würde.

Wenn die Gärtnerinnen und Gärtner in Tikato, Ladiou und Yé strahlend berichten, dass sie mit dem Erlös für ihr Gemüse ihren Kindern das Schulgeld bezahlen, ein Fahrrad kaufen und Medikamente zur Heilung von Krankheiten erwerben können, dann wirtschaften sie unter fairen Bedingungen des heimischen Markts. Und die Mangos, die wir von TIKATO wieder Anfang Mai anbieten können, werden unter fairen Bedingungen gepflückt, verpackt und zu uns geliefert, so versichern uns die Verantwortlichen in Böblingen und beim Entwicklungsbüro der evangelischen Kirchen in Burkina Faso (ODE).


Edeka

Edeka (Elke Ascher)

Ich finde es wichtig, dass auch die Erzeuger für Ihre Aufwendungen fair entlohnt werden. So kann vermieden werden, dass die Erntehelfer auf Plantagen ausgebeutet werden. Nur so schaffen wir Gleichgewicht und Frieden in dieser Welt.


NETZ

Geschäftsführer NETZ e.V. Bangladesch (Peter Dietzel)

Fairer Handel ist wichtig, weil ……

„Wir wissen, dass jeder Mensch wertvoll ist und in Würde leben soll. Millionen Menschen jedoch, die in Ländern des Südens Lebensmittel für unseren täglichen Bedarf produzieren, unsere Kleidung nähen und Rohstoffe für unsere Handys schürfen, sind ihrer elementaren Rechte beraubt. Das akzeptieren wir nicht. Fairer Handel hat das Ziel, einem gerechten Welthandelssystem schrittweise näher zu kommen. Für zehntausende Landwirte und Handwerkerinnen im Süden macht er heute bereits einen auffälligen Unterschied. Denn Unrecht ist von uns Menschen gemacht und kann von uns Menschen beseitigt werden“.


Kirchengemeinde Naunheim (Renate Wagner)

„Ich mache zusammen mit meiner Kirchengemeinde Naunheim seit über 40 Jahren Projektarbeit mit Partnern aus der kirchlichen Entwicklungsarbeit, aber auch Projektarbeit in der Patenstadt von Wetzlar "Dori" in Burkina Faso in Westafrika. Zur Unterstützung dieser Arbeit ist mir der Faire Handel wichtig. Nach Wetzlar kommen jährlich Mangos aus Burkina Faso, welche in Wetzlar zu Gunsten einiger Grundschulen der Kirchenföderation der evangelischen Kirchen in Burkina Faso verkauft werden. Nicht ausschließlich auf Spenden angewiesen zu sein ist für unsere Partner wichtig. Es stärkt ihr Selbstwertgefühl.“


Kirchengemeinde Naunheim (Pfarrer Eberhard Arnold)

Wir, als Evangelische Kirchengemeinde Naunheim, unterstützen das Projekt Fair Trade der Stadt Wetzlar. Fairer Handel zeigt, dass es auch anders gehen kann: gerecht, solidarisch, nachhaltig und transparent. Wir pflegen aktive Partnerschaften zu dem Ngara-Distrikt der Karagwe-Diozöse der evangelisch-lutherischen Kirche  in Tanzania, zum Entwicklungsbüro der evangelischen Kirchen in Burkina Faso und zu Lifegate in Beit Jala, einem Leuchtturm-Projekt der Behindertenarbeit in der Westbank bei Bethlehem. Im Rahmen unserer Partnerschaften verkaufen wir immer wieder auch Produkte aus den entsprechenden Ländern.

Mitarbeitende aus unserer Kirchengemeinde sind im ständigen Kontakt zu den Partnern und achten darauf, dass der Fair-Trade-Gedanke in unserem Gemeindeleben konkret wird, auch beispielsweise in der Verwendung entsprechender Produkte beim sonntäglichen Kirchen-Cafe, nach dem Gottesdienst.


Biomarkt

Naturkost Schwarz (Pascal Stolecki)

Die grundsätzliche Philosophie des Biologischen Anbaus/ Handels mit Bio-Produkten wie sie von unserer Firma praktiziert und gelebt wird, versteht den Handel mit Lebensmitteln als ganzheitliche Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Endverbraucher. Wir setzen qualitativ und sozial hohe Standards und sehen es als selbstverständlich an, dass jeder an diesem Prozess Beteiligte für seine Arbeit angemessen entlohnt werden sollte. Wir engagieren uns für den fairen Handel in Wetzlar um das Thema noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

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