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Die Hermannsteiner Burg
Die Burg Hermannstein, der der Ort seinen Namen verdankt, wurde im 14. Jahrhundert vom Landgrafen Hermann, I. gebaut.

Vom Bauerndorf zur Wohnsitzgemeinde

Im unteren Dilltal, unmittelbar vor den Toren der Kernstadt, liegt am südwestlichen Hang des Schwarzenberges der Stadtteil Hermannstein. Wechselvoll ist die Geschichte der ehemals selbständigen Gemeinde und das Schicksal seiner Einwohner im Laufe der Jahrhunderte.

Geschichte

Ein Bild aus der Hermannsteiner Vergangenheit

Hermannstein führt seinen Ursprung auf die Burg gleichen Namens zurück, deren Reste noch heute am Fuß des Schwarzenberges zu sehen sind.

Hermannstein war eine hessische Grenzburg, erbaut durch den Landgrafen Hermann I., der von 1376 bis 1413 regierte. Dieser Graf focht langwierige Kämpfe aus mit den Ritterbündnissen, die sich in jener Zeit im Rhein- und Lahntal bildeten und die seine Territorialherrschaft angriffen. Seine Grenzen wurden vor allem durch den "Bund der alten Minne" bedroht, zu dem sich des Grafen ärgste Widersacher, der Graf Johann von Dillenburg und Johann von Solms, zusammengeschlossen hatten. Besonders zum Schutz gegen letzteren erbaute Graf Hermann I. von 1373 bis 1379 unter der Obhut einer ansehlichen Streitmacht jene Burg Hermannstein.

Erst durch einen im Jahr der Fertigstellung der Burg geschlossenen Vertrag wurde die Fehde endgültig beigelegt und die neu erbaute Burg den Landgrafen von Hessen für alle Zeiten als Eigentum zugesprochen, außerdem wurde die Errichtung eines gemeinschaftlichen Dorfes am Fuß der Burg Hermannstein vereinbart.

Ehemals lag in der jetzigen Gemarkung Hermannstein das Dorf Mühlheim "Muhlenheim", das wahrscheinlich während der Kämpfe verwüstet und ausge-storben war. Dieses wurde nun wieder aufgebaut und später nach der Burg benannt - das heutige Hermannstein entstand also um 1380.
Die zusätzlich geplante Talburg bei diesem Dorf ist scheinbar nicht zur Ausführung gekommen.

Im Verlauf der folgenden Jahre und Jahrzehnte wurde die Burg mehrmals verpfändet: 1466 an den dortigen Amtmann Ludwig von Mudersbach, danach an Johann Schenck zu Schweinsberg, dessen Nachkommen sich später die Hermannsteiner Linie nannten, die heute noch 250 ha Wald in der Gemarkung Hermannstein besitzt.

Seit dem 18. Jahrhundert wurde die Burg nicht mehr bewohnt und zerfiel infolgedessen immer mehr und mehr. Die Gewölbe stürzten ein, und der ehemals drei Stockwerke umfassenden Palast wurde bis auf die unterste Etage abgetragen.

Am 26.06.1961 wurde die Burg mit ca. 2000 m² Fläche von der Erbengemeinschaft Freiherr Schenck zu Schweinsberg an die Firmengruppe Buderus'sche Eisenwerke AG, Hessische Berg- und Hüttenwerke AG und Stahlwerke Röchling-Buderus AG verkauft. Diese Firmengruppe, die außer der Burg auch das Hofgut und 94 ha Ackerland und Grünflächen von dieser Erbengemeinschaft erwarb, verkaufte die Burg wiederum am 20.01.1966 an die heutigen Besitzer.

Von 1965 bis 1968 konnten die stark verwitterten Reste der Burg Hermannstein verfestigt werden. In den alten Mauern wurde durch die neuen Besitzer eine den heutigen Bedürfnissen entsprechende Wohnung eingerichtet, die auch immer noch von ihnen bewohnt wird.

Durch den Besitzerwechsel der 94 ha Ackerland und Grünflächen erhielt nunmehr auch die Gemeinde die Gelegenheit, in den Jahren 1961 bis 1966 einen umfangreichen Geländetausch mit der Firmengruppe vorzunehmen, der es der Gemeinde ermöglichte, große Baugebiete und öffentliche Bedarfsflächen für Schule, Kindergarten, Sport- und Freizeitaktivitäten auszuweisen.

Ein weiteres bedeutendes altes Gebäude in Hermannstein ist die gut erhaltene Kirche des Ortes. Sie wurde  - laut Inschrift - 1491 bis 1492 nach dem Übergang der Burg an die Familie Schenck zu Schweinsberg erbaut und war ursprünglich eine Klosterkirche. Aus der gleichen Zeit scheint auch der achteckige Taufstein zu stammen. Die Kirche trägt den Namen "Paulskirche" und steht unter Denkmalschutz.
Das ebenfalls bis heute erhaltene Pfarrhaus neben der Kirche wurde 1494 zunächst als Klause (Kloster) für Beginen erbaut, verlor aber dann nach der Reformation als solches seine Bedeutung.

Vom 01.01.1977 bis 31.07.1979 gehörte Hermannstein als Stadtteil zur neu geschaffenen Großstadt "Lahn" und kam nach deren Auflösung am 01.08.1979 zur Stadt Wetzlar.

Eine ausführliche Chronik zur Geschichte Hermannsteins ist im Stadtteilbüro Hermannstein zum Preis von 15 Euro erhältlich.

Ein Bild aus der Hermannsteiner Vergangenheit
Ein Bild aus der Hermannsteiner Vergangenheit

Eine Postkarte aus der Hermannsteiner Vergangenheit
Ein Bild aus der Hermannsteiner Vergangenheit

Ortsbeirat

Ortsvorsteher: Karl-Heinz Schäfer

Ortsgerichtsvorsteher:

Funktionen und Rechtsstellung:

Die Ortsbeiräte kennen die Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner „vor Ort“ und haben bei der demokratischen Willensbildung in der Stadt Wetzlar eine wichtige Aufgabe, weil sie Magistrat und Stadtverordnetenversammlung beraten. Die Ortsbeiräte üben eine Mittlerrolle zwischen der Bevölkerung in den Stadtteilen und dem Rathaus aus.

Das Gebiet der Stadt Wetzlar besteht aus der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar sowie den einstigen Gemeinden Blasbach, Dutenhofen, Garbenheim, Hermannstein, Münchholzhausen, Nauborn, Naunheim und Steindorf. Entsprechend dem Gebiet der früheren Gemeinden wurden Stadtteile gebildet. Diese Stadtteile sind Ortsbezirke im Sinne der Hessischen Gemeindeordnung (§ 81 HGO).  In jedem Ortsbezirk wird im Rahmen der Kommunalwahl ein Ortsbeirat auf fünf Jahre gewählt. Dieser wählt in seiner konstituierenden Sitzung einen Ortsvorsteher oder eine Ortsvorsteherin. 

Die Ortsbeiräte haben die Belange des jeweiligen Ortsbezirks in der Gemeinde zu wahren und die Gemeindeorgane durch Beratung, Anregung und Mitgestaltung zu unterstützen. Grundsätzlich müssen sie zu allen Fragen, die den Ortsbezirk betreffen, von der Stadtverordnetenversammlung oder dem Magistrat gehört werden, insbesondere vor der Verabschiedung des städtischen Haushalts.
Die Ortsbeiräte wiederum haben das Recht, zu allen örtlichen Angelegenheiten Vorschläge an die Stadtverordnetenversammlung und an den Magistrat zu richten.

Die Ortsbeiratsmitglieder sind ehrenamtlich tätig. Die Ortsbeiräte tagen in der Regel einmal im Monat und werden durch den Ortsvorsteher oder dessen Vertretung geleitet. Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich. Jeder Einwohner kann deshalb am öffentlichen Teil der Sitzungen als Zuhörer teilnehmen.

Die Sitzungen sind öffentlich bekannt zu machen. Die Veröffentlichung erfolgt gemäß der Hauptsatzung in der Wetzlarer Neuen Zeitung.

Stadtteilprofil

Das nach dem 2. Weltkrieg im Vergleich zu heute kleine Bauerndorf hat sich in den letzten 50 Jahren so stark verändert, wie niemals zuvor. Der Ort wurde eine "Wachstumsgemeinde", die die Probleme der Nachkriegsjahre hervorragend gemeistert und sich eine ausgezeichnete Infrastruktur geschaffen hat: Zwei Kindertagesstätten (Regenbogenland), eine Grundschule mit Betreuungsangebot, Turnhalle, Sonderschule, drei Spiel-plätze, ein Bolzplatz, wettkampfgerechte Sportplätze, Jugendtreff und intakte Vereine mit einem vielfältigen Freizeitangebot und seniorengerechte Wohnungen im Zentrum ergeben ein abgerundetes Angebot.
 
Im Jahr 2000 konnte der Stadtteil auf eine 850-jährige Geschichte zurückblicken. In zahlreichen Veranstaltungen wurde dieses Ereignis gefeiert. Höhepunkt war ein "Historischer Markt". Zu diesem Anlass wurde auch die Hermannsteiner Chronik veröffentlicht, die in zwei Bänden die Geschichte Hermannsteins beschreibt.

Hermannstein ist im öffentlichen Personennahverkehr bestens integriert. Für Fernreisende mit dem Auto ist Herrmanstein leicht über die Anschlussstellen "Wetzlar Ost" oder "Wetzlarer Kreuz" der A 45 zu erreichen.

Wir laden Sie ein, Hermannstein näher kennen zu lernen. Sie werden den Besuch nicht bereuen.

Burg mit Hofgut

Die Hermannsteiner Burg

Die Burg Hermannstein, der der Ort seinen Namen verdankt, wurde im 14. Jahrhundert vom Landgrafen Hermann, I. gebaut. Ursprünglich diente sie ihm als Schutz gegen seine ärgsten Widersacher Graf Johann von Dillenburg und Johann von Solms.

Im 18. Jahrhundert zerfiel die Burg zunehmend, weil sie nicht mehr bewohnt war. Seit ihrer Restaurierung in den Jahren 1965 bis 1968 wird die Burg von ihren heutigen Besitzern bewohnt.

Sehenswert ist auch das zur Burg gehörige Hofgut, das übrigens mit seiner einmaligen Kulisse ein regelmäßiger Standort der Wetzlarer Festspiele ist.
 
Weitere Informationen zur Burg finden Sie auch auf den Geschichtsseiten über Hermannstein.
Das Hermannsteiner Hofgut von innen
Die Hermannsteiner Burg

Die Hermannsteiner Burg
Die Hermannsteiner Burg

Paulskirche

Ein altes Bild der Paulskirche

Die Paulskirche in Hermannstein wurde vermutlich 1491 erbaut, denn diese Zahl ist im Torbogen der Turmtüre eingemeißelt. Vieles deutet darauf hin, dass der hessische Marschall Johann Schenck zu Schweinsberg der Stifter dieser Kirche sein könnte. Urkunden, die dies bestätigen könnten, fehlen jedoch leider.
 
Äußerlich hat sich die Kirche in ihrer 500-jährigen Geschichte nur wenig verändert: Ursprünglich trug der Turm ein achteckiges Dach. Als dieses einzustürzen drohte, wurde es 1975 durch ein viereckiges Dach ersetzt. 1730 wurde das Treppenhaus auf der Nordseite angebaut.


Ein Foto von einem Stich an der Paulskirche

Aus der Erbauungszeit der Kirche stammt das Sandsteinrelief über der früheren Südpforte, das die Geburt Christi darstellt. Es trägt die Jahreszahl 1492. Dieses wertvolle Kunstwerk wurde 1977 über dem Taufstein angebracht - an der ursprünglichen Stelle befindet sich heute ein Abguss. Auch das Kruzifix im Chorbogen der Kirche und der spätgotische Taufstein mit seiner achteckigen Pokalform stammen aus der Anfangszeit der Kirche.


Ein Foto von der Paulskirche in Hermannstein

Im 30-jährigen Krieg hat die Kirche stark gelitten, so dass sie 1687 eine neue Inneneinrichtung erhielt. Ihre erste Orgel erhielt die Kirche 1837 als Geschenk der Zivilgemeinde. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließen die Freiherren Schenck zu Schweinsberg im Chor ein Totengewölbe erbauen. Dort finden sich mehrere Grabsteine von Angehörigen der Familie Schenck - der älteste trägt die Jahreszahl 1570.

Backhaus

Das Hermannsteiner Backhaus
Naufaufnahme der Figur vor dem Hermannsteiner Backhaus

In der Dillstraße finden Sie Hermannsteins altes Backhaus, das bereits vor 1664 als Backhaus des Unterdorfes errichtet wurde. Auch heute wird noch es zum Backen genutzt.

Im Obergeschoss befindet sich die ehemalige Wohnung der Hermannsteiner Backfrau. Seit einigen Jahren gibt es vor dem Backhaus auch eine aus Bronze gegossenen Backfrau zu bewundern.

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