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1. Girmeser Workshop
1. Girmeser Workshop

2.1 Rahmenplan

Nach einer intensiven Beteiligungsphase und in Abstimmung mit allen zu beteiligenden Gremien sowie einstimmiger Beschlussfassung des Stadtparlaments liegt nun der Rahmenplan für den Stadtbezirk Niedergirmes, Projektgebiet der „Sozialen Stadt - Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ vor. Als Grundlage für die Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ ist seitens des Landes die Erstellung eines solchen städtebaulichen Rahmenplans gefordert. In diesem Rahmenplan sind im Sinne eines integrierten Handlungskonzepts neben einer allgemeinen Problembeschreibung, Ziele, Lösungsmöglichkeiten und Umsetzungsschritte dargestellt, die zu einer sozialen und städtebaulichen Stabilisierung und Aufwertung des Quartiers beitragen sollen.
 
Der Rahmenplan erstreckt sich über folgende Handlungsfelder: Aktivierung der Bewohnerschaft, Stärkung der lokalen Ökonomie, städtebauliche Stabilisierung und Entwicklung des Quartiers, Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens, Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen.
 
Um gemeinsame Lösungswege zu erarbeiten, hat das mit der Erarbeitung des Rahmenplans beauftragte Planungsbüro projekt.stadt, Herr Markus Hirth, in einem umfassenden Beteiligungsverfahren gemeinsam mit dem Quartiersmanagement und den Fachämtern die Bewohnerschaft, Vereine und Verbände in Niedergirmes bei Begehungen und verschiedenen Workshops einbezogen.

Durch die Aufnahme des Stadtbezirks Niedergirmes in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt – Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“ und die damit verbundene Zusage von Bund und Land, die Stadt Wetzlar bei der Bewältigung dieser Aufgabe inhaltlich und materiell über einen längeren Zeitraum zu unterstützen, wird die Stadt in die Lage versetzt, sich dieser großen Aufgabe anzunehmen.  Das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ ist als Städtebauförderprogramm für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf auf 8-10 Jahre angelegt. Im Rahmen dieses Programms beteiligt sich  Bund und Land mit 2/3 der Kosten für die Maßnahme. Die Zuschüsse für die beteiligten Städte beliefen sich in der Vergangenheit im Schnitt auf 400-600 T€/jährlich.
 
Das Bund-Länder-Programm versteht sich als integriertes Stadtentwicklungs-programm, das die Zusammenführung von verschiedenen fachpolitischen Maßnahmen und Initiativen im Fördergebiet voraussetzt.
 
So gilt es, Projekte aus dem Sozial- und Jugendbereich, dem Bildungsbereich wie auch städtebauliche und wirtschaftspolitische Maßnahmen sowie ökologische Initiativen unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zusammenzuführen, um so eine nachhaltige Stabilisierung des Stadtbezirks zu erreichen und zu dessen positiver Entwicklung beizutragen.

Kernpunkte

Das im Rahmenplan dargestellte Stadtbezirksentwicklungskonzept beinhaltet Aussagen zu allen Handlungsfeldern des Programms Soziale Stadt und skizziert Entwicklungsleitbilder, die einen Ausgleich der bisherigen Schwächen des Stadtbezirkes und Entwicklungsperspektiven zum Ziel haben.
 
Neben Aussagen zu konkreten Projekten, wie

  • dem Umbau des Nachbarschaftszentrums zum Ort der Begegnung für alle Niedergirmeser, verbunden mit vielfältigen Aktivitäten und Angeboten,
  • der geplanten Erweiterung der städtischen Kita zu einem Kinder- und Familienzentrum mit zahlreichen neuen räumlichen und inhaltlichen Angeboten für Kinder und deren Familien,
  • dem Ausbau der bestehenden Spiel- und Sportflächen in der Lahnaue (der im November 2008 eingeweihte Kunstrasenplatz wird zur Wintersaison bereits genutzt!) 

formuliert der Rahmenplan folgende grundsätzlichen Entwicklungsziele für Niedergirmes: 

  • Erhalt der Kleegärten im Osten als ortsnaher Erholungsbereich und Grünverbindung zwischen Simberg und Lahnaue
  • Verbesserung der Zugänge zu den benachbarten hochwertigen Landschafts-räumen (Simberg und Lahnaue) und anderen Zielen (Spiel- und Sportanlage, August-Bebel-Schule, Nahversorger)
  • Sicherstellen einer qualitätvollen Anbindung an Altstadt/Bahnhof/Forum über den Ausbau von drei Wegen zur Stadt mit unterscheidbaren Qualitäten
  • der besondere Weg zur Stadt über die Brücke
  • der schnelle Weg zur Stadt durch die Unterführung
  • der gemütliche Weg zur Stadt entlang der Lahn
  • Definition eines zentralen Entwicklungsbands in Niedergirmes mit drei öffentlichen Platzräumen mit unterscheidbaren Qualitäten
  • das Girmeser Kreuz als „Platz des alten Dorfes“
  • der Wilhelm-Reitz-Platz als „Zentrum von Niedergirmes“
  • der „Carolinenplatz“ als „Tor zu Niedergirmes
  • Änderung der Verkehrsführung im südlichen Bereich zwischen „Carolinenplatz“ und Philipsstraße zur Umlenkung der überörtlichen Durchgangsverkehre und somit zur Entlastung der Wohnquartiere
  • Ausbau der bestehenden Frei-, Spiel- und Sporträume in der Ortslage zur Entlastung des Bestandes und Ergänzung der Freiräume durch den Ausbau der Spiel- und Sportanlagen in der Lahnaue
  • Ergänzung der Angebote zur beruflichen Qualifizierung und Förderung der lokalen Ökonomie

Bürgerbeteiligung von Anfang an

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Erstellung des Rahmenplanes nicht am „grünen Tisch“ vollzogen wurde. Aufbauend auf den Diskussionsergebnissen aktiver Bürgerinnen und Bürger in der Stadtbezirkskonferenz fanden gemeinsame Ortsbegehungen statt. In weiteren Schritten und unter intensiver Beteiligung im Rahmen von Workshops und einer Stärken/Schwächen-Analyse wurden deren Anliegen eingearbeitet und rückgekoppelt. Anregungen und Verbesserungswünsche und die Ergebnisse aus Projekten der Jugendhilfe wurden mit einbezogen.

Als wichtigem Gremium der formalen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Wohnungswirtschaft und der Sozialen Träger kommt dem für die Projektlaufzeit eingerichteten Stadtteilbeirat Niedergirmes neben den Arbeitsgruppen der seit Jahren bestehenden Stadtbezirkskonferenz sowohl den Schulen und Vereinen, eine zentrale Rolle bei der zukünftigen Gestaltung des Stadtbezirkes zu.

Mit der Vorlage dieses Rahmenplanes ist das Ziel beschrieben und wichtige Stationen auf dem Weg dorthin sind benannt. Bürgermeister Helmut Lattermann und Stadtrat Achim Beck betonten: „wir werden diesen Weg weiterhin gemeinsam zurücklegen“. Wir müssen an dieser Stelle aber auch deutlich darauf hinweisen, dass die Umsetzung der Planung nur in einzelnen Schritten erfolgen kann und dass sich die Bereitstellung der erforderlichen Mittel immer an den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Stadt orientieren muss. 

2.2 Workshops

Workshop "Stand der Planung zum Nachbarschaftszentrum und zukünftige Beteiligungsformen"

Im Rahmen eines Workshops am 12.11.05 wurden Umbaupläne zur Schaffung eines Nachbarschaftszentrums vorgestellt und den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit gegeben, anhand von geeigneten Arbeits-mitteln das zukünftige Raumprogramm und die Nutzungsbedingungen zu planen.

Weiteres Thema an diesem Tag war die Gründung eines Stadtteilbeirats für das Projektgebiet Niedergirmes. Dieser Beirat sollte als "Runder Tisch" mit allen Akteuren aus dem Stadtteil, den Vertretern der Kommunal-politik und den Spitzen der Verwaltung die Aufgaben im Rahmen der sozialen Stadterneuerung erörtern und möglichst im Konsens entscheiden. Ziel ist es, die gemeinsame Verantwortungsbereitschaft zu erhöhen, realitätsnahe Lösungen zu entwickeln und neue Ressourcen zu erschließen. Von besonderer Bedeutung ist die Arbeit des Beirats bei der Erstellung des Rahmenplanes mit integriertem Handlungskonzept.

Workshop "Spiel- und Sportanlagen und Wege"

Im Rahmen eines Workshops am 10.03.2007 haben interessierte Bewohnerinnen und Bewohner sowie Vertreter/innen der Schulen und Vereine zum Thema"Spiel- und Sportanlagen und Wege" Lösungswege zu den Fragestellungen:

  • Wie können die Spiel- und Sportanlagen an der Lahn ausgebaut und verbessert werden?
  • Welche Ideen gibt es, um den Weg zur Lahn und die Schulwege attraktiver zu machen?
  • Was muss an den Spielplätzen in Niedergirmes gemacht werden?
  • Was wird aus dem Bolzplatz in der Jahnstraße?

diskutiert und verschiedene Varianten entwickelt. Gearbeitet wurde in Arbeitsgruppen, und verschiedene Alternativen wurden vor Ort diskutiert.

Sportflächen Lahnaue

Spiel- und Sportflächen Niedergirmes | Baufortschritt

Die Baumaßnahmen begannen im Spätsommer 2008 mit dem Abtrag des alten Tennenplatzes und dem schrittweisen Aufbau des neuen Kunstrasenplatzes, der zum Winterspielbetrieb fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Der Kunstrasenplatz (2 Kleinspielfelder) ist für Vereinsmannschaften und Schulsport reserviert, kann aber auch nach vorheriger Anmeldung über das Stadtbetriebsamt der Stadt Wetzlar von Freizeitmannschaften genutzt werden.

Parallel dazu wurde in westlicher Richtung angrenzend ein Multifunktionsplatz gebaut, der von seiner Größe bisher einmalig in Deutschland ist. Die Anlage ist frei zugänglich.
Auf der Fläche kann Straßenfußball, Handball und Streetball gespielt werden. Dort wird in den kommenden Wochen an zwei bis drei Tagen ein betreutes Spielangebot stattfinden, um die Anlage einzuführen.

Schon in der Winterpause 2008 / 2009 wurde der halbfertige Platz mit seiner umlaufenden Bande zum kicken intensiv genutzt werden, was den großen Bedarf an Spiel- und Freizeitmöglichkeiten in Niedergirmes bestätigt. Nach der Winterpause wurde der Kunststoffbelag aufgebracht und die Anlage konnte Mitte Mai 2009 zur Nutzung freigegeben werden.

Auf der angrenzenden Pflasterfläche entlang des Multifunktionsfeldes sind durch farbige Abhebungen Spielfelder, wie Schach, Mühle, Dame und Sudoku integriert. Spielfiguren werden in einem Container vorgehalten und sollen zukünftig an einzelnen Nachmittagen an Interessierte ausgegeben werden. Auch Umkleidecontainer und WC-Container, die von externen Mannschaften für Turniere und Veranstaltungen auf der Anlage genutzt werden können, sind aufgestellt.

Sportflächen Lahnaue

Parallel zum Multifunktionsfeld wurden die neuen Leichtathletikanlagen, eine Laufbahn für Sprintstrecken, eine Hoch- und Weitsprunganlage sowie eine Kugelstoßanlage für die Schulen errichtet. Für die zukünftigen Leichtathletik-Asse stehen hier beste Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Anlage kann durch kurze Wege effektiv in den Unterrichtsplan zum Schulsport eingebaut werden. Eine Nutzung der Bouleanlage ist auf der Kugelstoßfläche ebenfalls möglich.

Neben den Vereinen "TSG Niedergirmes" und "SC Niedergirmes" hat sich auch der "ESV" mit seiner Tennisabsteilung für eine Intensivierung der Kooperation, z.B. mit den Schulen, ausgesprochen und seine vorhandene angrenzende Anlage zur Gesamtanlage geöffnet.

Abgerundet wird das Angebot durch die neu angelegten Beachvolleyballfelder mit einer natürlichen Sitztribüne. Die Anlage mit drei Spielfeldern ist frei zugänglich und bietet Platz für Freizeitsportler und Turniere.

Noch zu erwähnen ist die neu hergerichtete Rollsportfläche. Dank der Entlastung dieser Fläche durch das Multifeld kann die ehemalige Rollschuhbahn jetzt wieder für erste Fahrversuche auf Rollen und Rädern genutzt werden.

Hochgesteckte Ziele - doch fragen Sie die Akteure, die von Beginn an beteiligt waren. Alle sind hoch zufrieden und schätzen das Engagement für Bund und Land, Kommune und dem Lahn-Dill-Kreis und haben zugesagt, eine gemeinsame Nutzung der Flächen abzustimmen und sich auch bei der Pflege der Gesamtanlagen zu beteiligen, um sie möglichst lange zu erhalten.

Die vorläufigen Baukosten liegen bei 1.390.000 €. Davon tragen die Stadt Wetzlar rund 400.000 € und der Lahn-Dill-Kreis für die Leichtathletikanlage 190.000 €. 800.000 € sind vom Land Hessen und dem Bund gemeinsam als Zuschuss im Rahmen des Programms "Soziale Stadt - Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf" finanziert worden.

Spiel- und Sportflächen Niedergirmes | Die Einweihung

Am Freitag, den 03.07.2008 fand die offizielle Einweihung der Spiel- und Sportanlage mit Oberbürgermeister Wolfram Dette, Landrat Wolfgang Schuster, Stadtrat Achim Beck und Bürgermeister Helmut Lattermann statt.  

Den Ablauf des Sporttags haben das Quartiersmanagement Niedergirmes, die Stadtbezirkskonferenz Niedergirmes und das Koordinationsbüro der Stadt Wetzlar organisiert.
 
Schon am Morgen startete die Bebelschule mit Schüler/innen zu einem Sporttag. Über den Nachmittag verteilt fanden verschiedene Aktionen, wie American Football, Tanzvorführungen und Fußballturniere statt und das Spielmobil war vor Ort. Für das leibliche Wohl sorgten verschiedene Verbände und Vereine.
 
Die Gesamtanlage wurde in knapp einjähriger Bauzeit hergestellt und bietet neben einem Kunstrasenplatz, einem Multifunktionsfeld, einer Beachvolleyballanlage auch eine Leichtathletikanlage. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ ist es somit gelungen, eine attraktive Freizeit- und Sportfläche zu gestalten, die den Vereinen, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen mehr Möglichkeiten bietet und auch den Familien und  Kindern eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung ermöglicht. 

Workshop "Soziale Infrastruktur"

Im 3. Girmeser Workshop, der am 11.05.2007 stattgefunden hat, haben interessierte Bewohnerinnen und Bewohner das Thema "Räume und soziale Infrastruktur" diskutiert. Auf Grundlage des 1. Girmeser Workshops wurden in Arbeitsgruppen die

  • Planung und Konzepte für die Nutzung des Nachbarschaftszentrums,
  • die Vorstellung des Konzepts und die Vorplanung für das Zentrum für Kinder und Familie sowie
  • die Vorstellung der Ideen für den Freibereich der Girmeser Villa

erörtert und mögliche Varianten entwickelt.

Workshop "Skateanlage an der Lahn" und "Freibereich Girmeser Villa"

Im 4. Girmeser Workshop, der am 15.06.2007 stattgefunden hat, haben jugendliche Nutzergruppen das Thema "Skateanlage an der Lahn" und im 5. Workshop "Freibereich Girmeser Villa", der am 18.06.2007 stattgefunden hat, die Gestaltung des Freibereichs der "Girmeser Villa" diskutiert und mögliche Lösungsvorschläge gefunden, wobei der Standort der Skatefläche noch nicht entschieden ist.

Workshop "Wege zur Stadt / Parken / Öffentliche Räume / Verkehr"

Im 6. Girmeser Workshop, der am 15.09.2007 stattgefunden hat, wurde den Teilnehmenden in einer umfangreichen Präsentation die vom Büro projekt.stadt erarbeiteten Lösungsbausteine für die einzelnen Themenbereiche vorgestellt und Möglichkeiten zu den Themen:

  • Wege zur Stadt - Wie kann Niedergirmes besser an die Altstadt angebunden werden?
  • Öffentliche Räume - Wie können die Plätze in Niedergirmes aufgewertet werden?
  • Verkehr - Was kann an der Verkehrssituation verbessert werden?
  • Parken - Wie soll die Parkproblematik bei den Einrichtungen gelöst werden?

erörtert und diskutiert. Die Ergebnisse fließen in den Entwurf zum städtebaulichen Rahmenplan ein, der in 2008 in den Beteiligungsgremien vorgestellt und beschlossen wurde. 

2.3 Umbau Nachbarschaftszentrum Niedergirmes

Der Betrieb des zukünftigen Nachbarschaftszentrums liegt für die Dauer des Programms „Soziale Stadt“ beim von der Stadt Wetzlar beauftragten Quartiersmanagement Niedergirmes unter Trägerschaft des Diakonischen Werks Wetzlar, einem Wohlfahrtsverband, der auch bereits in anderen Kommunen Träger von Projekten der „Sozialen Stadt“ ist. Ziel ist, einen Beirat für das Nachbarschaftszentrum aufzubauen, der das Quartiersmanagement in der zukünftigen Nutzung des Nachbarschaftszentrums, wie in der Präambel beschrieben, unterstützt.

Im Beirat sollen die Niedergirmeser Vereine, Organisationen und Kirchen sowie Jugendhilfeeinrichtungen vertreten sein.

Das Gebäude mit dem Saal, dem künftig eine Ausgabeküche und Stuhllager angrenzt, bleibt in seiner Funktion erhalten und wird auf den aktuellen Stand der Technik gesetzt. Im Erdgeschoss wird die Evangelische Kirchengemeinde mit dem Tafelladen, der Küche und dem Bistro ihren Platz haben. Anstelle des angrenzenden ehemaligen Küsterhauses wird ein Neubau errichtet, der Arbeits- und Gruppenraum für das Quartiersmanagement sowie Platz für eine multifunktionale Nutzung bietet (z. B. Secondhand Läden, Sprach- und Computerkurse und Nutzung durch Vereine). Die Gesamtnutzfläche beträgt 1496 Quadratmeter. Der angrenzende Innenhof wird Aufenthaltsqualität haben, Stellplätze für Beschäftigte werden im südwestlichen Bereich neben dem Pfarrhaus geschaffen und weitere Parkplätze werden im Bereich der Wiesenstraße (Schrägparken wo bisher Längsparken war) vorhanden sein.

Die Angebote im Evangelischen Gemeindehaus, das seit 2001 als „Integrationszentrum“ für vielfältige soziale Aktivitäten rege genutzt wird, sind während der Umbauphase in die Gruppenräume der Kirche, Wiesenstraße 2, in die ehemalige Sparkassenfiliale, in der Silcherstraße 2 und in die Räume der Formerstraße 59, dem ehemaligen Supermarkt am Girmeser Platz verlegt, so dass die Angebote (Tafel, Kleiderläden, Beratung) auch in der Umbauzeit fortgeführt werden können.

Bei Rückfragen zum Raumangebot nach Fertigstellung und zur künftigen Nutzung können sich Interessierte an das Büro des Quartiersmanagements Niedergirmes, Niedergirmeser Weg 69, Susann Hutfilter,
Telefon 06441 4426306, wenden.

Betreiberbeirat

Am 20.01.2010 hat sich der Betreiberbeirat für den Betrieb des Nachbarschaftszentrums Niedergirmes zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Im Beirat vertreten sind zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der alteingesessenen Niedergirmeser Vereine, Migrantenvereine sowie die Kirche, der Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und sozial erfahrenen Personen aus der Stadtbezirkskonferenz und Anlieger.

Als Vorsitzende wurde Frau Reinhardt, Interessengemeinschaft Niedergirmeser Vereine, gewählt. Stellvertreterin ist Frau Yigit von der Alevitischen Gemeinde Niedergirmes.

Für Rückfragen steht auch hier das Büro des Quartiersmanagements Niedergirmes, Niedergirmeser Weg 69, Susann Hutfilter, Telefon 06441 4426306, wenden.

2.4 Kinder- und Familienzentrum

Durch die Einrichtung des „Zentrums für Kinder- und Familien“ (KiFaZ) in Verbindung mit der städtischen Kindertagesstätte in der Fröbelstraße soll in Niedergirmes ein Angebot entstehen

• um mehr Kinder in der erweiterten Kindertagesstätte (Kita) betreuen zu können,
• eine Sprachförderung für Kinder und Eltern zu gewährleisten,
• die Beratung für Eltern mit Neugeborenen zu ermöglichen und Bildungsangebote durchzuführen,
• einen Treffpunkt für Familien mit Kindern anzubieten.

Dazu werden durch den Neubau und die bauliche Integration der Kita in das neue Kinder- und Familienzentrum entsprechende Räumlichkeiten geschaffen. Diese bieten zukünftig Platz für attraktive Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebote:
• neuer Gruppenraum für Familiengruppe und Kreativraum
• Küche mit Lager- und Essraum
• Multifunktionsraum für z.B. Bewegungsangebote
• Unterrichtsraum für Sprachkurse
• Personalraum
• Familienbücherei mit Beratungsangebot und Projekt „Gemeinsam unterwegs“
• Intensivraum als Förderraum und Mutter/Kind-Angebote
• Toiletten

Mit dem Ausbau der Kita zu einem Kinder- und Familienzentrum begegnet die Stadt Wetzlar dem aktuellen Bedarf an Plätzen zur Tagesbetreuung von Kindern und gestaltet ein Angebot, das den Bedürfnissen der Kinder und Familien in dem Stadtteil mit Entwicklungsbedarf entspricht. 

Die Kita in Niedergirmes hat eine hohe Akzeptanz bei allen Niedergirmeser Bevölkerungsgruppen. Mit dem zukünftig erweiterten räumlichen und konzeptionellen Angebot werden frühzeitig mehr Eltern erreicht, was die Integration wesentlich fördert.

Das aktuell laufende Projekt „Frühstart“, bietet bereits seit mehreren Jahren ein Angebot zur Sprachförderung der Kinder, zur interkulturellen Pädagogik für Eltern und Kinder, sowie zur Elternarbeit, die darauf gerichtet ist, ein Verständnis für das deutsche Bildungssystem zu vermitteln, und hat so zu einer steigenden Nachfrage nach Kita-Plätzen bei der türkischstämmigen Bevölkerung geführt.

Das Raumkonzept des Kinder- und Familienzentrums ist so gestaltet, dass neben dem Betrieb der Kita z.B. die Räume der Familienbibliothek für Beratungs- und Förderangebote z.B. im Rahmen des Projekts „Gemeinsam unterwegs“ sowie auch für Sprachkurse genutzt werden können. Der Multifunktionsraum ist von der Kita separat zugänglich, so dass dort Elternkurse und Elternabende durchgeführt werden können.

Mit dem Bau des Kinder- und Familienzentrums realisiert die Stadt Wetzlar ein niedrigschwelliges Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebot für die Familien in Niedergirmes, das in seiner Art beispielgebend ist und leistet eine sinnvolle Investition in die Zukunft in dem Stadtteil mit dem höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen sowie an Alleinerziehenden.

2.5 Girmeser Villa

Im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" war es das Ziel, das Jugendzentrum "Girmser Villa" aufzuwerten und weitere Nutzergruppen zu gewinnen. Ziel war weiterhin, die Anlage barrierefrei zu gestalten. Es hat ein Vorbereitungsworkshop stattgefunden, in dem gemeinsam mit Jugendlichen verschiedene Punkte zur Aufwertung des Jugendzentrums diskutiert und geplant wurden. Daraufhin wurde das Jugendzentrum "Girmeser Villa" modernisiert. Die Baumaßnahme umfasste den Abbruch und Neubau des Sanitärtrakts, den Bau eines Lagerraums für Außenspielgeräte, den Bau eines Notausstiegs im OG und die Neugestaltung des Außenbereichs.

Gemeinsam mit Jugendlichen und in Unterstützung eines ehrenamtlichen Niedergirmeser Bürgers wurde das Holzdeck im Außenbereich errichtet, um auch dort Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Arbeiten wurden im Herbst 2011 abgeschlossen und das Jugendzentrum seiner Bestimmung übergeben.

2.6 Schülerhaus an der Geschwister-Scholl-Schule

Im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" plant die Stadt Wetzlar zusammen mit dem Lahn-Dill-Kreis, ein Schüler- und Betreuungszentrum in gemeinsamer Trägerschaft zu errichten. Das geplante Schülerhaus soll zukünftig Platz für die Schülerbetreuung sowie zwei Klassenräume bieten.

2.7 Umgestaltung des Schulhofs der Geschwister-Scholl-Schule

Im Rahmenplan, der als Grundlage zur Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen des Programms "Soziale Stadt Niedergirmes" erarbeitet wurde, ist die Umgestaltung des Schulhofs der Geschwister-Scholl-Schule und der angrenzende Bereich vertiefend dargestellt, um diesen städtebaulich und sozial aufzuwerten und zu stabilisieren. Die öffentliche und schulische Nutzung der Fläche, die mangelhafte Ausstattung und die provisorische bauliche Gesamtsituation macht es erforderlich, hier zu einer mit dem Schulträger abgestimmten und positiven Umgestaltung bzw. Weiterentwicklung zu kommen. Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Planung und Umsetzung der Maßnahme ist die umfassende Beteiligung der Akteure wie Schule, Kinder und Elternvertretung.

2.8 Fahrradwerkstatt

Bei den Sitzungen der AG 2 der Stadtbezirkskonferenz "Jugend, Bildung und Sport" war der Wunsch geäußert worden, die Fahrradwerkstatt wieder zu eröffnen. Im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" organisiert das Quartiersmanagement der Diakonie Lahn-Dill die Nutzung der Räume, der Internationale Bund stellt Werkzeuge zur Verfügung. Inzwischen sind auch die ersten Fahrräder gespendet worden. Sie werden wieder in Stand gesetzt, an Neubürger weitergegeben oder für Aktionen wie Fahrradtouren oder Fahrradkurse eingesetzt. Unter fachkundiger Anleitung können Interessierte in der Fahrradwerkstatt zudem lernen, ihr Fahrrad selbst zu reparieren und zu warten, vom Kinderrad bis zum Mountainbike. Die Fahrradwerkstatt ist in der Schulstraße 3a, 35576 Wetzlar, zu finden. Sie ist bis Ende Oktober montags und donnerstags von 15 - 18 Uhr geöffnet.

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