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„Imagination auf zartem Grund“ – Jan Zachariáš Quast (1814-1891). Glasgemälde, Porzellan- und Miniaturmalerei. Vom 24. Juni bis 9. September 2018

Kooperationsausstellung des Prácheňské Museum Pisek und der
Städtischen Museen Wetzlar vom 24. Juni bis 9. September 2018 im
Stadtmuseum Wetzlar, Lottestraße 8-10, 35578 Wetzlar

Anlässlich des zehnten Jubiläumsjahrs der Städtepartnerschaft zwischen Pisek und Wetzlar veranstalten die Städtischen Museen Wetzlar zusammen mit dem Prácheňské Museum eine Kooperationsausstellung über den aus Glas-, Porzellan- und Miniaturmaler Jan Zachariáš Quast (1814-1891), der in Prag, Wien und Pisek arbeitete und zu Lebzeiten durch seine illusionistischen Porzellanmalereien, Bildnisminiaturen und Glasfensterentwürfe im 19. Jahrhundert bekannt war.

Er beherrschte als einer der wenigen böhmischen Künstler die Technik zur Herstellung farbiger Kathedralfenster und schuf Glasfenster für zahlreiche Kirchen.

Jan Zachariáš Quast: Selbstbildnis, Kunstgewerbemuseum Prag
Jan Zachariáš Quast: Selbstbildnis, Kunstgewerbemuseum Prag
Jan Zachariáš Quast, Geflügelte Insekten, Kunstgewerbemuseum Prag
Jan Zachariáš Quast, Geflügelte Insekten, Kunstgewerbemuseum Prag

Insbesondere im starken Bezug zum Kunsthandwerk des 19. Jahrhunderts stellt sich auch die Verbindung zu den Sammlungen in Wetzlar her, die unter anderem mit der Sammlung von Lemmers-Danforth über umfangreiche kunsthandwerkliche Bestände verfügen. 

In der Ausstellung werden umfangreiche Leihgaben des Piseker Museums und des Kunstgewerbemuseums Prag vorgestellt, ergänzt durch weitere Objekte des Markgrafenmuseums Ansbach, der Galerie Barbara Giesicke in Badenweiler-Lipburg und aus Privatbesitz. 

Zu sehen werden neben Werken der Porzellanmalerei auch der Glasgemäldezyklus „Auch ein Totentanz“ nach Entwürfen von Alfred Rethel sowie Aquarelle und Gouachen sein.

Jan Zachariáš Quast: Glasgemälde Nr. 1
Jan Zachariáš Quast: Glasgemälde Nr. 1 aus dem Zyklus „auch ein Totentanz“ von Alfred Rethel, (1848), datiert 1868 © Galerie Barbara Giesicke, Badenweiler
Es werden die verschiedenen Schaffensbereiche Quasts sowie seine soziale, künstlerische und gesellschaftliche Stellung innerhalb der Porzellanmalerei und -industrie in Böhmen vorgestellt werden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und tschechischer Sprache zum Preis von 20,- €.

„Mythos Wille“ – Johann Georg Wille (1715-1808). Ein deutscher Kupferstecher in Paris. Vom 15. Oktober 2018 bis 25. März 2019

Der Philosoph der neuen Zeit, Kupferstich
Der Philosoph der neuen Zeit, Kupferstich © Städtische Museen Wetzlar
Der Herzog von Belle-isle, Kupferstich nach Hyacinthe Rigaud
Der Herzog von Belle-isle, Kupferstich nach Hyacinthe Rigaud © Städtische Museen Wetzlar

In Kooperation mit der Graphischen Sammlung der Universität Trier planen die Städtischen Museen Wetzlar eine Sonderausstellung im kommenden Jahr 2018 zu dem im hessischen Biebertal geborenen Johann Georg Wille (1715-1808), der mit seiner „Teutschen Zeichenschule“ in Paris zu den bedeutendsten Kupferstechern, Kunst- und Büchersammlern und Pädagogen des 18. Jahrhunderts zählte. Ausgangspunkt des Projekts und der Zusammenarbeit mit der Universität Trier sind die umfangreichen, sich gegenseitig ideal ergänzenden Sammlungsbestände an Graphiken und Zeichnungen des Künstlers in beiden Häusern sowie die Tatsache, dass Johann Georg Will – wie er mit eigentlichem Namen hieß – auf der Obermühle in Biebertal bei Wetzlar geboren wurde und später nach Paris übersiedelte, um dort seine Karriere zu starten.

Mit der Ausstellungskooperation bietet sich die Möglichkeit, einen wichtigen, von der Kunstgeschichtsforschung wenig beachteten Künstler in den Blick zu nehmen, der maßgeblich an der Ausprägung der europäischen Kunst des Kupferstichs und der Druckgraphik im 18. Jahrhundert insbesondere im deutsch- und französischsprachigen Raum beteiligt war.

Johann Georg Wille verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er als Kulturvermittler Zeit seines Lebens bestrebt war, die Kunst und Literatur seiner beiden Heimatländer wechselseitig zu stärken. So richtete er in Paris neben seinem Verlag und seiner Kunsthandlung, in der er die Werke deutscher Künstler und Autoren dem französischen Publikum anbot, auch die sogenannte „Teutsche Zeichenschule“ ein, in welcher die hohe Kunst der französischen Druckgraphik an angehende Künstler und Kupferstecher aus ganz Europa vermittelt wurde.

Der Tod des Marc Antoine, Kupferstich nach Pompeo Batoni
Der Tod des Marc Antoine, Kupferstich nach Pompeo Batoni © Städtische Museen Wetzlar

Wille galt im Bereich der druckgraphischen Künste zu seinen Lebzeiten als herausragende Größe. Erst das sich wandelnde Kunsturteil des 19. Jahrhunderts ließ seine zuvor äußerst geschätzte Kunst weitgehend in Vergessenheit geraten.

Die Ausstellung hat zum Ziel, Willes Kunst erstmals in umfassender Art und Weise wissenschaftlich zu kommentieren sowie ihn als Sammler und Vermittler mit seiner Fähigkeit vorzustellen, europaweite Kommunikationsnetzwerke zwischen Künstlern, Sammlern, Auftraggebern und anderen Geistesgrößen zu spannen.