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22.11.2021 - Repräsentanten der Stadt Wetzlar haben gemeinsam mit Vertretern der Firma Hensoldt Optronics, der Industrie- und Handelskammer und der Familie Hensoldt am Samstag (20. November) in der Stadthalle Wetzlar den Pionier der Optik, Moritz Hensoldt (1821-1903), anlässlich seines 200. Geburtstages gewürdigt.
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Verneigung vor einem großen Wetzlarer Optik-Pionier: 100 Gäste gedachten in der Stadthalle des Lebens und Werks Moritz Hensoldts, am Rednerpult Oberbürgermeister Wagner

Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) sagte bei der Gedenkfeier vor 100 Gästen, Wetzlar habe Moritz Hensoldt viel zu verdanken. Ohne sein Können und seinen unternehmerischen Geist wäre Wetzlar nicht zu einem Zentrum der optischen Industrie geworden. „Moritz Hensoldt hat Fernrohre zusammengebaut, ohne die wir manchen Stern nicht entdeckt hätten.“ In der Wetzlarer Bevölkerung sei der Name Hensoldt nach wie vor verwurzelt. So stehe das Firmengebäude in der Gloëlstraße für viele Wetzlarer noch immer für den Namen „Hensoldt“, auch wenn es sich seit langem im Besitz der Firma Zeiss befinde.

Die Urenkelin des Geehrten, Christine Belz-Hensoldt, schilderte biografische Details aus dem Leben ihres Urgroßvaters. Moritz Hensoldt sei im besten Sinne von seiner Arbeit besessen gewesen, sein liebster Aufenthaltsort sei die Werkstatt mit der Drehbank gewesen. Gleichzeitig sei er der geliebte und verehrte Mittelpunkt der Familie mit sieben Kindern gewesen. Sein Credo „größtmögliche Einfachheit bei größter Präzision und bester Qualität“ habe sich als Erfolgsrezept für die Firmengeschichte erwiesen.

Der Leiter der Betriebsstätte Wetzlar von Hensoldt Optronics, Wolfgang Kaiser, sagte, sein Unternehmen sei stolz, den Firmennamen „Hensoldt“ zu tragen. Moritz Hensoldt habe eine Art „Gen der feinmechanisch-optischen Industrie“ gelegt, das bis heute in diesen Unternehmen zu finden sei. Der Leiter des Stadtarchivs, Christoph Franke, stellte eine 176-seitige Festschrift zum 200. Geburtstag Hensoldts vor, die Beiträge zur Biografie, zu Lebenswelten und den technischen Errungenschaften Hensoldts enthält. Weitere Ansprachen wurden über Prismen von Bernd H. Ledertheil und IHK-Geschäftsführer Burghard Loewe gehalten, die Veranstaltung wurde musikalisch begleitet vom Streichertrio der Musikschule Wetzlar.

Schau mit privaten Sammlerstücken

Eine besondere Ausstellung über Moritz Hensoldt ist bis zum 31. Januar 2022 im Optikmuseum Viseum Wetzlar (Lottestraße 8-10) zu besichtigen. Private Sammler haben dafür u.a. Exponate aus der Firmengeschichte der Firma Hensoldt zusammengetragen. Auch die Festschrift „200 Jahre Moritz Hensoldt – ein Leben für die Optik“ ist dort zum Preis von 25 Euro erhältlich. Öffnungszeiten Di-So 11 bis 16 Uhr.

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Christine Belz-Hensoldt, Urenkelin von Moritz Hensoldt, berichtete Biografisches über ihren Urgroßvater (Fotos: Stadt Wetzlar)