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03.09.2021 - Die Stadt Wetzlar wurde am Mittwoch (1. September) im Rahmen des Wettbewerbs „So machen wir’s“ auf der Konferenz „Klima Kommunal“ in der Sonderkategorie „klimagerechte Kommunalplanung“ vom Land Hessen für ihr „Bodenschutzkonzept“ mit einer Prämie von 10.000 Euro ausgezeichnet.
OB Manfred Wagner (links) und Dr. Thilo Klein (rechts)
OB Manfred Wagner (links) und Dr. Thilo Klein (rechts), nahmen das symbolische Ortsschild als Gewinnerkommune von Staatssekretär Oliver Conz vom HMUKLV entgegen © Petra A. Killick

Der Wettbewerb dient dazu, auf die besonders guten kommunalen Beispiele aufmerksam zu machen und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Zur Konferenz „Klima Kommunal“ in Frankfurt, welche vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) organisiert wurde, waren alle hessischen Kommunen eingeladen, sich zu aktuellen Aktivitäten rund um das Themenfeld kommunaler Klimaschutz und -anpassung zu informieren. 

Die Auszeichnung nahmen Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) und Thilo Klein vom Amt für Umwelt und Naturschutz der Stadt Wetzlar von Staatssekretär Oliver Conz (HMUKLV) entgegen. Dabei machte der Oberbürgermeister deutlich, dass das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Konzept eine gute Grundlage darstelle, um nicht nur nachsorgenden Bodenschutz zu betreiben sondern auch vorsorgend zu agieren. Dies sei gerade für das Oberzentrum Wetzlar mit seinen vielfältigen Funktionen für das Umland eine wesentliche Planungsgrundlage geschaffen worden. „Es freut mich daher besonders, dass unser Engagement nun in solch einem Rahmen gewürdigt wird. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und diesen auch weiter gehen werden.“

„Böden sind eine begrenzte Ressource und unter anderem von entscheidender Bedeutung für Klimaschutz und Klimaanpassung“, ergänzte Umweltdezernent Norbert Kortlüke (Grüne). Für die Stadt Wetzlar sei als Pilotprojekt ein umfassendes Bodenschutzkonzept erstellt worden, welches die Klimafunktion des Bodens mit in die Betrachtung einbeziehe. Insofern stelle das Konzept  eine hervorragende Grundlage dar, zukünftig die natürlichen Leistungen der Böden bei städtischen Planungen und bei neuen Herausforderungen wie dem Klimawandel viel besser zu berücksichtigen, so  Kortlüke.

Böden übernehmen eine wichtige Funktion - auch im Klimaschutz und der Klimaanpassung. Sie speichern Niederschläge und Kohlenstoff, sie sind die zentrale Produktionsgrundlage für Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe, sie tragen zu sauberem Grundwasser bei und sind Lebensraum und Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie sind somit ein entscheidender Baustein für Biodiversität. Gerade in besiedelten Gebieten haben Böden eine hohe Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen, denn unversiegelte Böden wirken mit ihrem Pflanzenbewuchs kühlend auf ihre Umgebung. Sie können so Hitzeperioden deutlich abmildern. Intakte Böden halten bei Starkregen das anfallende Wasser in der Fläche und tragen so zum Schutz vor Überflutungen bei. 

Das Wetzlarer Bodenschutzkonzept bewirkt nach Einschätzung von Thilo Klein, der in der Stadtverwaltung das Projekt verantwortlich betreut hat, dass die vielen Leistungen, die der Boden erfüllt, besser genutzt und gezielt erhalten werden können. Planungen würden erleichtert und der sorgsame Umgang mit Boden auf Baustellen werde gestärkt. Unter anderem diese Punkte des Konzeptes honorierte die unabhängige Jury des Wettbewerbs mit dem Preisgeld, das wiederum in Klimaschutz- oder -anpassungsprojekte fließen soll. 
Das Bodenschutzkonzept entstand als Pilotprojekt der für den vorsorgenden Bodenschutz zuständigen Fachabteilung des HMUKLV und der Stadt Wetzlar.

Was sind die Klima-Kommunen?

Die Mitglieder im Bündnis der Klima-Kommunen verpflichten sich, Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen auf kommunaler Ebene umzusetzen und damit einen Beitrag zur Erreichung der landesweiten Klimaschutzziele zu leisten.
Neben der erhöhten Förderquote profitieren Klima-Kommunen von der Vernetzung, Austausch und Beratung innerhalb des Bündnisses. Die Mitgliedskommunen erhalten vielfältige Unterstützungsangebote durch die hessische Landesenergieagentur (LEA). Die Stadt Wetzlar hatte bereits 2017 die Charta der Klima-Kommunen in Hessen unterzeichnet.

„Tatort Boden“ – Wetzlarer Bodenerlebnispfad

In Wetzlar gibt es den Bodenerlebnispfad, wo sich interessierte Bürger über Aufbau, Eigenschaften und Funktionen von Böden informieren können. Thilo Klein bietet dort beispielsweise im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Natur“ des Umweltamtes eine Führung an.
OB Manfred Wagner (links) und Dr. Thilo Klein (rechts) Petra A. Killick
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