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02.08.2021 - Seit 2019 nimmt Wetzlar an der Sicherheitsinitiative des Landes Hessen „KOMPASS“ teil. Dabei sollen Landespolizei, Ordnungsämter und Stadtverwaltungen gemeinsam mit den Bürgern Maßnahmen für mehr Sicherheit umsetzen.
KOMPASS-Berater Jörg Schormann und Sonja Böhm
KOMPASS-Berater Jörg Schormann und Sonja Böhm

Wir fragten die beiden für Wetzlar zuständigen KOMPASS-Berater des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Sonja Böhm und Jörg Schormann, nach dem Sinn und Zweck dieser Initiative.

Wozu gibt es diese Sicherheitsinitiative? Ist nicht allein die Polizei für die Sicherheit zuständig?

Ziel von KOMPASS ist es, die Sicherheit in den Kommunen zu erhöhen. Und damit ist nicht nur die objektive Sicherheit gemeint, die sich in unseren Statistiken, z.B. der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) widerspiegeln, sondern insbesondere auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Dieses geht nicht immer mit der objektiven Sicherheitslage konform, sondern unterscheidet sich zum Teil maßgeblich.
So gibt es Straßenzüge, vielleicht „dunkle Ecken“, wo es nach unseren Aufzeichnungen noch nie zu einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit gekommen ist und dennoch meiden die Bürger diese Örtlichkeit, bzw. fühlen sich hier unsicher oder haben gar Angst.
Solch ein Unsicherheitsgefühl bedingt nicht, dass hier eine rational begründete hohe Wahrscheinlichkeit besteht, Opfer einer Straftat zu werden, aber alleine solch eine Furcht kann unsere Lebensqualität und unsere Alltagsgestaltung maßgeblich beeinträchtigen.

Hier setzt KOMPASS an und möchte nicht nur, dass Wetzlar objektiv eine sichere Stadt ist und bleibt, sondern, dass sich die Bürgerinnen und Bürger hier auch sicher fühlen, dass sie sich gerne und unbefangen in ihrer Stadt bewegen, mit Vergnügen ausgehen, Fahrrad fahren und die Schönheit der Stadt mit ihren Parkanlagen und historischen Stätten genießen können.  
Wir sind im KOMPASS Prozess auf die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Emotionen lassen sich schlecht mit bisherigen Messinstrumenten abbilden, weshalb wir die Bürger mittels anonymer Befragungen mit ins Boot nehmen, um diese individuellen subjektiven Sicherheitsaspekte zu erfahren, um schließlich gemeinsam mit der Kommune an der Umsetzung solcher Präventionsmaßnahmen zu arbeiten, die die Ergebnisse der Bürgerbefragungen berücksichtigen, bzw. sich diese zum Anlass nehmen.

Welche Ämter und Dienststellen sind beteiligt?

Seitens des Polizeipräsidium Mittelhessen ist das Hauptsachgebiet E4 (Prävention) maßgeblich beteiligt, wo Polizeihauptkommissarin Sonja Böhm und Kriminalhauptkommissar Jörg Schormann als KOMPASS-Berater angegliedert sind.

In den jeweiligen Kommunen sind die lokal zuständigen Polizeidienststellen, sowie die übergeordneten Direktionsleitungen beteiligt, hier in Wetzlar die Polizeistation Wetzlar, sowie die Polizeidirektion Lahn-Dill, um die aktuell polizeilich relevanten Ereignisse und Erkenntnisse mit einzubringen.

Seitens der Kommune ist ein KOMPASS Ansprechpartner beteiligt, hier in Wetzlar wird diese Funktion durch Frau Gerlinde Knobloch ausgefüllt.
Ebenso sind die Bereiche des Baudezernats und des Koordinationsbüros für Jugend und Soziales im KOMPASS Arbeitsgremium vertreten. 

Zudem werden im Laufe des KOMPASS Prozesses, Fachleute und Kompetenzen unterschiedlicher Ausrichtung, je nach Problemstellung hinzugezogen.

Wurden schon erste Erfolge erzielt?

Wetzlar wurde im November  2019 durch Polizeipräsident Bernd Paul als 13. KOMPASS-Kommune in Mittelhessen begrüßt.  Im September 2020 wurde die erste Sicherheitskonferenz abgehalten. Eine durch die Uni Gießen durchgeführte repräsentative Bürgerbefragung ist abgeschlossen, ebenso wie zwei Vor-Ort-Befragungen und Ortsbegehungen.

Als eine für die Wetzlarer Bürger gewinnbringende Maßnahme wurde Polizeihauptkommissar Peter Jakobi in sein Amt als Schutzmann vor Ort eingeführt, womit dem Wunsch der Bevölkerung nach mehr Polizeipräsenz Rechnung getragen wurde.

Das am 7. August 2021 in Wetzlar zu eröffnende Haus der Prävention wird neben mannigfaltigen Angeboten im Präventionsbereich, auch KOMPASS im Lahn-Dill-Kreis und der Stadt Wetzlar zum Thema haben.

An wen können sich Bürger wenden, wenn sie fragen oder Hinweise zu Kriminalitätsschwerpunkten oder Sicherheitsproblemen haben?

Hinweise nimmt der oben erwähnte Schutzmann vor Ort, Polizeihauptkommissar  Peter Jakobi gerne entgegen, ebenso die Polizeistation Wetzlar, sowie die Stadt Wetzlar. In dringenden Notfällen wählen sie bitte weiterhin die Notrufnummer 110. 

KOMPASS

KOMPASS steht für das KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel und dient der Kriminalprävention. Dabei werden zwischen Kommune, Polizei, Bürgern und weiteren gesellschaftlichen Akteuren Sicherheitsmaßnahmen erarbeitet und gemeinsam umgesetzt.
Weitere Infos zu KOMPASS: www.innen.hessen.de/sicherheit/kompass 

Meldestelle gegen Hassrede: www.hessengegenhetze.de