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27.01.2020 - Zur Bekanntgabe des hessischen Umweltministeriums über die Aufnahme der heimischen Gewässer Wetzbach (Schöffengrund und Wetzlar) und Welschbach (Wetzlar) in das Förderprogramm „100 Wilde Bäche für Hessen“ erklären Umweltdezernent Norbert Kortlüke (Grüne) und Bürgermeister Michael Peller (FW, Schöffengrund):

„Wir freuen uns, dass wir mit Hilfe des Landes nun die Chance haben, zwei Bachläufe naturnah umzugestalten und damit einen großen Fortschritt für die Artenvielfalt der Flora und Fauna in Wetzlar und Schöffengrund zu erreichen.“ So stellt das Land den Kommunen einen Dienstleister zur Verfügung, der sie beim Flächenmanagement und der organisatorischen Abwicklung vom Förderantrag bis zur Bauabnahme unterstützt. (siehe Pressemitteilung des Umweltministeriums vom 24.1.2020) 

Die Stadt Wetzlar hat sich im Oktober 2019 mit den für das Förderprogramm qualifizierten Gewässern Blasbach, Welschbach und Wetzbach an dem Programm „100 Wilde Bäche für Hessen“ des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beworben. Bei allen drei Bächen handelt es sich um Mittelgebirgsbäche, die die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) derzeit noch nicht erfüllen. Daher sieht das Maßnahmenprogramm 2015-2021 des HMUKLV zur Umsetzung der WRRL für alle Gewässer Maßnahmen vor. Die Maßnahmen kommen je nach Gewässer aus den Kategorien Herstellung der linearen Durchgängigkeit, um die Durchwanderbarkeit für Fische und Kleinstlebewesen z.B. an Wehren wiederherzustellen; Bereitstellung von Fläche durch die Anlage von Gewässerrandstreifen um Raum für die eigendynamische Entwicklung des Gewässers zu schaffen und die Umsetzung von strukturverbessernden Maßnahmen, um in Abschnitten die Entwicklung von möglichst naturnahen Gewässerstrukturen zu initiieren.  Die beiden Gewässer Welschbach und Wetzbach sind nun in das Förderprogramm aufgenommen worden.

Wetzbach

Wetzbach

Der Wetzbach entspringt östlich von Oberwetz in der Gemeinde Schöffengrund und fließt durch das Siebenmühlental nach Nauborn, entlang der Wetzlarer und Nauborner Straße durch den südlichen Stadtbereich in nördliche Richtung bis er am Karl-Kellner-Ring in den Mühlgraben der Lahn mündet. Der Wetzbach ist geprägt durch mehrere noch existierende und teilweise noch genutzte Mühlenwehre, die unpassierbare Hindernisse für die Wasserfauna darstellen. Daneben befinden sich auch im Stadtgebiet einige unpassierbare Wanderhindernisse. Im Außenbereich befinden sich einige nur gering veränderte und strukturreiche Gewässerabschnitte, besonders in der Ortslage ist die Gewässerstruktur allerdings teilweise stark verändert. Daher sollen am Wetzbach strukturverbessernde Maßnahmen und besonders die Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit an den Wehren umgesetzt werden. Durch die Stadt konnten in der jüngsten Zeit schon etliche Grundstücke entlang des Wetzbaches für die Anlage von Gewässerrandstreifen und die Umwetzung von Maßnahmen erworben werden, was Voraussetzung für die Umsetzung ist.
Welschbach

Welschbach

Der Welschbach verläuft in seinem gesamten Lauf auf Wetzlarer Stadtgebiet, er entspringt in den Wiesen des Finsterloh, verläuft in nordöstliche Richtung durch Münchholzhausen und südlichöstlich von Dutenhofen und mündet an der Westspitze des Dutenhofener Sees in die Lahn. Das Gewässer weist besonders im Oberlauf naturnahe Abschnitte auf, in der Ortslage Münchholzhausen und im Gewerbegebiet Dutenhofen sind viele Abschnitte sehr stark durch den Menschen geprägt, er ist dort naturfern ausgebaut und an einigen Stellen verrohrt. Der Welschbach zeigt ein deutliches Defizit in der Besiedelung durch Fische und auch die Bedingungen für Fischnährtiere sind ungenügend. Diese Defizite sollen durch Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Gewässerstruktur und der Schaffung verschiedenster Habitate führen, abgemildert werden.