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02.07.2020 - Am Donnerstag (25. Juni) informierten die Stadt Wetzlar und die Hessische LandesEnergieAgentur im Rahmen des Programms Bürgerforum Energieland Hessen (BFEH) interessierte Bürger sowie kommunale Vertreter über Klimaschutz und Windenergie in Wetzlar.
Windenergie
Bild: Umweltdezernent Norbert Kortlüke (3.v.r.) stand den Bürgern Rede und Antwort zu den Themen Windenergie, Energiewende und Klimaschutz (Foto: BFEH)

Rund 20 Bürger richteten unter Wahrung aller zurzeit notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ihre Fragen und Anliegen an die Stadt, die enwag gmbh sowie die Projektentwickler der lokalen Windkraftanlagen richten. Am stärksten nachgefragt waren die Themen „Waldbeanspruchung“, „Energiespeichermöglichkeiten“, „Energieeffizienz“ sowie Fragen zum Genehmigungsverfahren und zum weiteren Vorgehen.

„Mit der Veranstaltung wollten wir die Bürgerinnen und Bürger der Region, aber auch der jungen Generation die Möglichkeit bieten, sich ausgiebig zu informieren und mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen“, betont Norbert Kortlüke, Umweltdezernent der Stadt Wetzlar. Die Stadt Wetzlar setzt gemeinsam mit der enwag seit vielen Jahren Klimaschutzmaßnahmen um. Florian Schäfer und Dennis Körper von der Enwag energie- und wasser gmbh stellten Interessierten verschiedene Projekte, insbesondere in den Bereichen „Stromeinsparung“, „Elektromobilität“, „Stromerzeugung über Photovoltaik“ und der besonders effizienten „Wärmeerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)“ vor. Die Windenergie ist ein neues Themenfeld für die Stadt Wetzlar. Sie hat inzwischen einen Pachtvertrag mit dem Projektentwickler für die stadteigenen Flächen in Blasbach und Hermannstein unterzeichnet. Ob sich die enwag an den Windenergieanlagen beteiligen wird, ist noch offen. Darüber soll nach der erteilten Genehmigung mit dem Projektentwickler ergebnisoffen verhandelt werden.

Auch dem Projektentwickler Green City AG war die Durchführung der Sprechstunden wichtig. „Den Menschen vor Ort die Chance geben, sich ausführlich zu informieren und ihnen die Möglichkeit bieten, Fragen zu stellen und Informationen zu erhalten, ist mir ein wichtiges Anliegen“ sagt Dr. Martin Demmeler von Green City vor Ort. Vor allem sieht er in der Nutzung der Windenergie einen wichtigen Hebel für den Klimaschutz – auch in Wetzlar. Der Projektentwickler Green City AG und die Koehler Renewable Energy (KRE) planen gemeinsam die Errichtung von insgesamt fünf Windenergieanlagen innerhalb des Vorranggebiets 2136a. Im Windpark Blasbach sollen zwei Windenergieanlagen des Typs Vestas mit einer Nennleistung von 4,2 MW und einer Nabenhöhe von 166 Metern errichtet werden, im Windpark Altenschlag (Hermannstein) drei Windenergieanlagen des Typs Nordex mit einer Nennleistung von 4,5 MW und einer Nabenhöhe von 164 Metern. Mit den Anlagen sollen 55 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden, womit umgerechnet 36.000 Einwohner mit Strom versorgt werden können, rechnet der Windenergiefachmann vor. Dass die Anlagen wirtschaftlich laufen werden, ist sich Demmeler sicher. Dies zeigen die dreizehn bestehenden Anlagen im gleichen Windvorranggebiet. Wann mit dem Betrieb der Anlagen begonnen werden kann hängt noch von vielen Faktoren, unter anderem auch der Erteilung der Genehmigung, ab. Daher kann Green City derzeit noch keinen konkreten Termin für den Baubeginn nennen.

Zusätzlich zu den Sprechstunden bot die LandesEnergieAgentur viele Informationen zum Thema „Windenergie in Hessen“ an. In umfangreichen Faktenpapieren werden Studienergebnisse zu häufigen Fragen wie Infraschall oder Umwelt- und Naturschutz vorgestellt.

Ursprünglich war im Frühjahr 2020 ein Infomarkt geplant, der aber aufgrund der anhaltenden Pandemie abgesagt werden musste. Weitere Informationen zu den Windenergievorhaben finden Sie unter: https://www.wetzlar.de/leben-in-wetzlar/umweltnaturschutz/klima-energie/Erneuerbare_Energien/windkraft-in-wetzlar.php