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16.06.2020 - Nachdem zum 2.Juni ein einheitliches Konzept zur Kinderbetreuung in Abstimmung der beiden Jugendhilfeträger im Landkreis, der Stadt Wetzlar und dem Lahn-Dill-Kreis mit den übrigen kreisangehörigen Städten und Gemeinden erarbeitet wurde, lassen die seitdem gewonnenen Erfahrungen und das aktuelle Infektionsgeschehen eine weitere Öffnung der Kindertagesbetreuung zu.

In dem seit Monatsbeginn geltenden sogenannten „eingeschränkten Regelbetrieb“ habe man sich für die Gruppen der Ü 3-Betreuung und die Gruppen in Waldkindergärten an der Obergrenze von 14 Kindern orientiert. Zugleich wurde von den Trägern der Jugendhilfe in Aussicht gestellt, dass man dies als ein schrittweises Herantasten betrachte und sich in Abhängigkeit der zu sammelnden Erfahrungen und des Infektionsgeschehens eine weitergehende Öffnung vorstellen könne.

Jugendamtsleiter Thomas Wüst kommentiert die Entscheidung so: „Die erforderliche Bewertung haben wir so wie in Aussicht gestellt zur Mitte des Monats vorgenommen und werden den Orientierungswert von 14 Kindern auf 20 Kinder je Gruppe in der Ü 3 Betreuung sowie der Waldgruppen anheben. Für die U 3-Betreuung verbleibt es weiterhin bei der in Wetzlar seit langem geltenden Obergrenze von 10 Kindern/Gruppe.“

Wie Thorsten Bender, der zuständige Abteilungsleiter im städtischen Jugendamt, anmerkte, sollen damit neben den Kindern, die bisher bereits eine Kita besuchen konnten, zukünftig auch Kinder betreut werden, bei denen beide Eltern berufstätig sind, ohne dass auf die Frage der Systemrelevanz des Berufes abgestellt wird. Darüber hinaus sollen auch die Geschwister von Kindern, die bisher bereits die Kindertagesstätte besuchen konnten (bisherige Öffnung im Rahmen des eingeschränkten Regelbetriebes für künftige Schulanfänger), Aufnahme finden.

Die nun vorgesehene Regelung spiegele im Wesentlichen das Ergebnis einer in der vergangenen Woche durchgeführten Befragung der Eltern wider, so Bender. Die Befragung der Eltern erbrachte neben der Feststellung, dass die Nöte der Eltern allenthalben groß sind, aber auch das Ergebnis, dass in den verschiedenen Einrichtungen und Stadtteilen eine durchaus unterschiedliche Lage festzustellen sei. Daher werden die Einrichtungen auch die Möglichkeit erhalten, die jeweilige Sachlage vor Ort zu berücksichtigen und nach den zentral aufgestellten Regeln noch freie Platzkapazitäten eigenständig zu vergeben. Aufgrund von unterschiedlichen organisatorischen und personellen Ausgangslagen vor Ort in den Einrichtungen, kann dieses zusätzliche Angebot von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich ausfallen.

Die nunmehr herbeigeführte Regelung, die auch mit den freien Trägern im Stadtgebiet abgestimmt ist, soll spätestens ab kommenden Montag, dem 22.Juni 2020, umgesetzt werden.
In manchen Kitas kann mit der Umsetzung bereits in dieser Woche begonnen werden. Die jeweiligen Einrichtungen werden die betroffenen Eltern hierüber informieren.
Zum 6. Juli soll nach den Vereinbarungen des Landes und der kommunalen Spitzenverbände der Regelbetreib der Kindertagestätten wieder beginnen. Das Land wird auch noch die dazu erforderlichen notwendigen Regelungen formulieren.

„Bis dahin arbeiten die Einrichtungen immer noch unter Berücksichtigung der auf dem Infektionsschutzrecht fußenden Einschränkungen“, machte Oberbürgermeister Manfred Wagner deutlich. Und im Übrigen gelte auch weiterhin, dass man eine Pandemie ohne Impfstoff und Medikament bekämpfe. Dies mache es nach wie vor erforderlich, sehr verantwortungsvoll mit der Situation und darauf bezogenen Lockerungen umzugehen. Dies fordere in besonderem Maße die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen, denen der Oberbürgermeister für ihr Engagement in dieser herausfordernden Situation seinen Dank aussprach.