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27.06.2019 - Der Eichenprozessionsspinner ist auch in diesem Jahr wieder im Wetzlarer Stadtgebiet präsent.

Darauf weist das Stadtbetriebsamt der Stadt Wetzlar hin. Seit Mitte der 90er Jahre aus Südeuropa her kommend habe sich die Population inzwischen immens verbreitet. Der nachtaktive Schmetterling bevorzuge trocken-warme Regionen und fliege allein Bäume der Gattung Eiche an, besonders sonnige Standorte an Waldrändern und in Grün- und Parkanlagen. Anfang Mai schlüpfen die mit Brennhaaren ausgestatteten Larven und fressen das austreibende Eichenlaub. Nach fünf bis sechs Entwicklungsstadien, in denen die Larven immer in Prozessionen mit anderen gemeinsam auf Nahrungssuche sind, findet die Verpuppung im Gespinstnest statt. Die unangenehme Wirkung auf den Menschen ist in den Brennhaaren der Raupen begründet, die bei Kontakt mit der Haut zu Allergien führen können. Solche gesundheitlichen Beschwerden können während des gesamten Jahres auftreten, weil die von den Raupen Ende Juli verlassenen Nester noch mehrere Jahre hochallergen bleiben. Am Boden unter Bäumen aufgefundene Nester sollen daher auf gar keinen Fall berührt werden! 

Aus diesem Grund kontrolliert die Stadt regelmäßig ihre im Baumkataster erfassten ca. 900 Eichen – ohne den Bestand im Forst -  auf einen etwaigen Befall  und lässt die dabei entdeckten Nester von einer Spezialfirma absaugen. Priorität haben dabei die öffentlichen Kinderspielplätze, wo etwa aktuell in dieser Woche (24./25. Juni) auf der Lahninsel in Naunheim die entdeckten Nester entfernt wurden.  Öffentliche Grünanlagen und Friedhöfe werden ebenso kontrolliert und bei erkennbarem Bedarf behandelt. Die Nester sind in der Regel in den Kronen der Bäume in einer Astgabel angeordnet und variieren in der Größe des Korkens einer Weinflasche bis zu einem Fußball. Beim Absaugen an sich sind die Mitarbeiter des beauftragten Unternehmers zum Selbstschutz in Schutzanzüge gekleidet. Die Nester werden dabei am Baum mit einem Klebstoff stabilisiert und mit einem Spezialsauger entfernt, anschließend luftdicht verpackt und zusammen mit den Schutzanzügen vernichtet. 

Sofern ein Befall von den städtischen Baumkontrolleuren erkannt oder extern der Stadt gemeldet wurde, wird der entsprechende Bereich zunächst abgesperrt, sollte der Absaugvorgang nicht direkt durchgeführt werden können.