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31.01.2018 - Die Stadt Wetzlar plant die Errichtung eines Multiplexkinos in ihrer oberen Altstadt am Domplatz.
Das sanierungsreife Stadthaus am Dom
Das sanierungsreife Stadthaus am Dom © Stadt Wetzlar

Es soll Teil einer Neubebauung des Areals des „Stadthauses am Dom“ werden, das aufgrund einer starken Sanierungsbedürftigkeit der Abrissbirne zum Opfer fallen soll. Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) stellte das vom Magistrat beschlossene Konzept, das gemeinsam mit einem Bauunternehmen und einem Architekturbüro aus Frankfurt entwickelt wurde, jetzt der Öffentlichkeit vor. Die Stadtverordnetenversammlung muss den Plänen noch zustimmen.

Anstelle des Betonbaus aus den siebziger Jahren sollen drei „Domhöfe“ entstehen,  die Elemente der historischen Fassaden aufnehmen. Der mittlere Domhof soll ein Multiplexkino mit sechs Kinosälen und etwa 600 Plätzen beherbergen, für das sich ein interessierter Betreiber gefunden habe. In den vorderen Domhof, der direkt an den Domplatz grenzt, sollen Gaststätten, Wohnungen und Büros einziehen. Auch der dritte Domhof soll für Wohnungen genutzt. Außerdem soll am Liebfrauenberg an der Rückseite des Stadthauses ein zweistöckiges Gastonomiegebäude entstehen.

Rückseite des Stadthauses
Das sanierungsreife Stadthaus am Dom © Stadt Wetzlar

Des Weiteren ist in fußläufiger Nähe zum Domplatz in der Goethestraße der Bau eines Parkhauses vorgesehen. Dafür muss eine sanierungsbedürftige Kindertagesstätte abgerissen werden, die in ein anderes städtisches Gebäude in der Nähe umziehen soll. Da zunächst das neue Domizil der Kita umgebaut und nach dem Umzug der Kita das Parkhaus gebaut werden muss, wird der Abriss des Stadthauses am Dom  voraussichtlich im Januar 2020 erfolgen, so Bauherr Martin Bender. Oberbürgermeister Wagner betonte, dass diese Vorgehensweise den Vorteil habe, dass zunächst ausreichend öffentliche Parkplätze in der oberen Altstadt geschaffen würden, bevor die Baustelle am Stadthaus mit dem Wegfall von Parkplätzen in Betrieb gehe.  Er hob auch hervor, dass es ohne den Bau eines zusätzlichen Parkhauses kaum mehr öffentliche Parkplätze in der oberen Altstadt gäbe, da die Tiefgarage in den Domhöfen vorwiegend Bewohnern und Geschäftsleuten vorbehalten sei.  Das Parkhaus hätte einen eigenen Zugang zum Rosengärtchen und könne auch für Veranstaltungen der Freilichtbühne genutzt werden. Es hätte etwa 230 Stellplätze und soll in geschlossener Bauweise errichtet werden, um Lärmbelästigungen zu vermeiden.

Das Kino könnte dabei auch Kooperationen mit der Technischen Hochschule Mittelhessen, der IHK, Vereinen und Kulturinstitutionen eingehen, die die Kinosäle tagsüber für Vorlesungen und Veranstaltungen nutzen könnten. Ziel sei es, die Altstadt nicht nur abends, sondern durchgehend zu beleben. Bürgermeister Harald Semler (FW) betonte: „Entscheidend ist, dass wir die Besucherfrequenz in der Altstadt erhöhen. Das entspricht dem Wunsch der Bürger, der sich in mehreren Bürgerbeteiligungsrunden artikuliert hat.“ Ein bereits bestehendes Kino desselben Betreibers an einer Wetzlarer Hauptstraße soll dann geschlossen werden.

PK Stadthaus am Dom
Pressekonferenz: v.l. Bürgermeister Harald Semler, Oberbürgermeister Manfred Wagner, Bauunternehmer Martin Bender und Architektin Anke Wünschmann. © Stadt Wetzlar

Der städtischen Kindertagesstätte und Kinderhort Marienheim stünde an dem neuen Standort in der Turmstraße ein großzügiges Gebäude mit einem 100 Quadratmeter großen Spielraum zur Verfügung. Auch ein großes Außengelände gehört dazu, das allerdings kleiner ist als am derzeitigen Standort. Von Vorteil sei der 300 Meter kürzere Weg zur Grundschule, den die Hortkinder zurücklegen müssen. Der Weg zur Lotteschule verkürzt sich von 740 auf 460 Meter.

Die Stadt Wetzlar hätte bei diesem Konzept den Umbau der Kita in Höhe von 3,1 Millionen Euro und den Bau des Parkhauses (Kostenschätzung 5,5 Mio. Euro) zu tragen. Eine Sanierung des Stadthauses, das sich zu 40 Prozent im städtischen Besitz befindet, hätte die Stadt jedoch auch mindestens sechs Millionen Euro gekostet. Am Bau der Domhöfe ist die Stadt nicht beteiligt, diese entstehen in alleiniger Verantwortung des Investors.

Die Stadtverordnetenversammlung wird voraussichtlich Mitte Februar entscheiden, ob sie dem neuen Konzept mit Kino und Parkhaus zustimmt.

Die Pläne werden ab 2. Februar im Wetzlarer Rathaus (Ernst-Leitz-Straße 30, 2. Etage) während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung (Mo-Fr. 7.30 bis 18 Uhr, Mi bis 17 Uhr) präsentiert.

Die städtische Kita Marienheim in der Goethestraße mit Kinderhort.
Die städtische Kita Marienheim in der Goethestraße mit Kinderhort. © Stadt Wetzlar
Turmstraße 7
Das städtische Gebäude Turmstraße 7, das für die Kita umgebaut werden soll. © Stadt Wetzlar
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