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05.12.2017 - Wer wissen möchte, wie es nach Goethes unglücklicher Liebe zu Lotte und seiner Abreise aus Wetzlar 1772 weitergeht, hat dazu in der Adventszeit wieder Gelegenheit:
Kostümführung2017
Finale im Lottehof: v.l. Kellerwirt Kilian (Gerd Ringsdorf), Brentenverkäuferin Friederike (Sofie Hirth), Brentenbäckerin Trude (Eva Gleim), Susanne von Pape: (Julia Jahn), Jakob von Born (Sven Bühler), Catharina Elisabeth Goethe (Andrea Nesseldreher), Oberhofmeister Philidor (Joachim Heil) (Foto: Stadt Wetzlar)

Die Kostümführung „O du Goethliche …“ lädt zu einer fiktiven Zeitreise in das Jahr 1773 mit einer unterhaltsamen Mischung aus Theater und Stadtrundgang ein. Das einstündige Stück, das im vergangenen Jahr schon mit großem Erfolg aufgeführt wurde, geht mit kleinen Änderungen und einigen neuen Schauspielern in eine zweite Runde. Am Dienstag (28. November) war Generalprobe, bis Weihnachten sind 20 Aufführungen vorgesehen. Der Inhalt: Goethes Mutter ist auf Stippvisite in Wetzlar eingetroffen, möchte Printen für ihren Sohn bei dessen früherer Magd Trude einkaufen und nebenbei noch eine ausstehende Mietzahlung von dem Zimmergenossen Goethes, Jakob von Born, eintreiben. Der wiederum leidet unter Liebeskummer. Kellerwirt Kilian hat derweil seine Sprache verloren, während seine schwangere Frau Trude einen schwunghaften Handel mit Frankfurter Brenten (Printen) betreibt. Es geht um Liebe und Miete, Herzschmerz und Bares, aufgeführt an acht Originalschauplätzen zwischen Jerusalemhaus, Palais Papius und Lottehof.

Trotz kühler Witterung ist die Führung ein Genuss: Das Ensemble macht seine Sache hervorragend, die schauspielerischen Leistungen sind längst über das Stadium einer „Kostümführung“ hinausgewachsen und über weite Strecken bühnenreif. Auch die aufwendigen Kostüme sorgen für ein ideales Ambiente in der abendlichen Altstadt. Viel Vergnügen bietet das Spiel mit den Dialekten, seien es Sächsisch, Oberhessisch, Frankfurterisch oder ein französischer Akzent. Autor und Regisseur Oliver Meyer-Ellendt hat schlagfertige Dialoge mit Wortwitz und Tempo geschrieben. Brentenverkäuferin Friederike beispielsweise hat stets einen flotten Spruch auf den Lippen. Beim Anblick des liebestollen Jakob von Born etwa seufzt sie: „Wetzlar, Stadt der Dichter und der nicht ganz Dichten.“

Im Lottehof findet das Finale statt, wo ein totgeglaubter von Born erwacht und das ersehnte Rendezvous mit seiner Angebeteten erreicht. Auch für die Zuschauer gibt’s zum Abschluss neben einer Printe ein Stelldichein, nämlich auf dem Weihnachtsmarkt, wo sie ihre Eintrittskarte gegen einen Punsch eintauschen können.

Die Aufführungstermine sind unter www.wetzlar.de (Tourismus) oder in der Tourist-Information einsehbar. Eine Voranmeldung ist erforderlich. Karten gibt es bei der Tourist-Information Domplatz 8, 35578 Wetzlar, Telefon 06441- 997755, E-Mail: tourist-infowetzlarde, sowie bei bekannten Vorverkaufsstellen und online im Ticketshop unter www.wetzlar-tourismus.de. Preis: 14 Euro für Erwachsene, 7 Euro ermäßigt.

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