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06.12.2017 - Mittelhessen bekommt eine Internationale Schule mit Standorten in Marburg am Gymnasium Steinmühle und in Wetzlar an der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule.
Internationale Schule
Präsentierten das Konzept der Internationale Schule Mittelhessen: Vertreter der Stadt Wetzlar, IHKs, des Regionalmanagements und der Schulen © Stadt Wetzlar

Das gaben Vertreter der Stadt Wetzlar, des Regionalmanagements Mittelhessen, der Industrie- und Handelskammern Lahn-Dill und Marburg sowie der beiden Schulen bei einer Pressekonferenz im Wetzlarer Rathaus bekannt. Hauptmerkmal ist ein mehrsprachiger Unterricht, der die Schulabschlüsse an das internationale Schulsystem anschlussfähig macht.

Auslöser für die Überlegungen zur Errichtung einer internationalen Schule waren zum einen Wünsche von Eltern, zum anderen das Bedürfnis international agierender Unternehmen. Diese wurden durch die Industrie- und Handelskammern (IHK) gebündelt, die durch Hauptgeschäftsführer Andreas Tielmann (Lahn-Dill) und den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Oskar Edelmann (Kassel-Marburg) vertreten waren. Der Prozess wird durch das Regionalmanagement Mittelhessen moderiert, dessen Netzwerk-Verein Mittelhessen eine Potential-Studie in Auftrag gegeben hatte und für den Geschäftsführer Jens Ihle sprach. Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main wirbt mit derzeit 33 internationalen Schulangeboten. Eine von der Technischen Hochschule Mittelhessen durchgeführte Studie ergab für Mittelhessen, dass ein Potential für die Errichtung einer Internationalen Schule vorhanden sei und hatte empfohlen, bereits bestehende Institutionen für die Umsetzung zu nutzen. Dass dies in Form der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule und der Steinmühle sogar im standortübergreifenden Dialog passiert, ist ein Glücksfall - beide Schulen sind bereits als Ersatzschulen in freier Trägerschaft staatlich anerkannt und ergänzen nun einen internationalen Zweig. Das Angebot soll schrittweise aufgebaut werden und an der Steinmühle mit einer ersten Grundschulklasse und einer Einführungsstufe im Schuljahr 2018/2018 starten. Die Raiffeisenschule folgt im Schuljahr 2019/2020 mit einem internationalen Kindergarten für Kinder ab drei Jahren. Die Internationale Schule soll in Marburg bis zum Abitur, in Wetzlar bis zur 6. Klasse aufwachsen und schließlich pro Jahrgang je eine Klasse mit 16 bis 20 Schülern umfassen. Der Unterricht soll in allen Fächern grundsätzlich bilingual - je zur Hälfte deutsch und englisch.

Auch für einheimische Kinder

Zielgruppe sind zum einen einheimische Kinder, deren Eltern motiviert sind, ihren Arbeitsplatz international zu verlegen. Zum anderen sollen so aber auch internationale Führungskräfte angesprochen werden, von denen bisher das Fehlen eines Schulangebotes für ihre Kinder als Manko benannt wurde. Ihnen soll es durch die Schule erleichtert werden, ihren Lebensmittelpunkt an oder in die Nähe ihres Arbeitsplatzes zu verlegen. Hochschulen oder Unternehmen, die dieses Argument für sich nutzen wollen, können in der Schule feste Plätze buchen und so ihren Arbeitnehmern einen sicheren Schulplatz bieten; Ansprechpartner dafür sind die beiden IHKs.

Standortfaktor für Mittelhessen

Das neue Bildungsangebot soll ein Baustein zur Fachkräftegewinnung und damit zur Sicherung des Standortes sein, für die Bildungsregion Mittelhessen ist es ein Standortfaktor und eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Institutionen. Beide Schulen haben bereits heute internationale Schüler, die demnächst in einer ganztägigen Beschulung nicht nur für das deutsche, sondern auch für das internationale Schulsystem fit gemacht werden. Die Anerkennung der Schulen hat zur Folge, dass die Kosten für die Eltern bzw. die Unternehmen im Rahmen bleiben: beide Schulen planen für den zusätzlichen Aufwand des bilingualen Unterrichts einen Aufwand von ca. 400 Euro pro Monat pro Schüler. Die Internationale Schule durchmischt ganz bewusst heimische mit internationalen Kindern und fördert so einen Austausch zwischen den Kulturen.

Oberbürgermeister Manfred Wagner, der das Angebot in Wetzlar mit einer Studie durch seine Wirtschaftsförderung angestoßen hat, freute sich über die Kooperation: „Das ist ein deutliches Signal für Mittelhessen und zeigt die Stärke dieser Region."

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