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10.11.2017 - Die Stadt Wetzlar und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wetzlar-Gießen haben mit einer Gedenkstunde am Donnerstag (9. November) auf dem Platz vor der ehemaligen Synagoge in der Pfannenstielsgasse der Opfer der Pogromnacht 1938 gedacht.

Im Beisein der Bundestagsabgeordneten Dagmar Schmidt (SPD), Hans-Jürgen Irmer (CDU) und des Landtagsabgeordneten Frank Steinraths (CDU) nahmen rund 70 Bürger daran teil. Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) erinnerte an die Angriffe auf jüdische Einrichtungen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938: „Mehr als die Hälfte aller deutschen und österreichischen Synagogen wurden geschändet, Hunderte Juden ermordet.“ Von der Gedenkveranstaltung müsse das klare Signal ausgehen: „Wir tun alles, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.“ Mit Sorge müsse man nicht nur Entwicklungen am rechtsextremen Rand zur Kenntnis nehmen, sondern auch bis in die „Mitte der Gesellschaft“, vom bewussten Ignorieren historischer Fakten über die Abkehr vom Staat bis hin zur Bewaffnung, wie es etwa bei den „Reichsbürgern“ der Fall sei.

Die 1937 geborene Wetzlarerin Gisela Jäckel schildert das unsägliche Leid, das sie mit ihrer jüdischen Familie erfahren musste. Als Vierjährige habe sie mit ansehen müssen, wie ihre Großeltern mit Handschellen aus dem Haus geholt und in die Frankfurter Großmarkthalle gepfercht wurden. 1944 kam die Nachricht, dass ihre Mutter in Auschwitz ermordet wurde. Jäckel: „Wir müssen vermitteln, dass so etwas nie wieder vorkommen darf und wir friedlich zusammenleben müssen.“

Der evangelische Pfarrer Wolfgang Grieb forderte konsequente Strafverfolgung, Aufklärung und Prävention mit Blick auf antisemitische Äußerungen.

Kranzniederlegung
Kranzniederlegung zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938: v.l. Stadtverordnetenvorsteher Udo Volck, Diakon Norbert Hark, Pfarrer Wolfgang Grieb, Oberbürgermeister Manfred Wagner und Elisabeth Hausen (Foto: Stadt Wetzlar)
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