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13.06.2017 - Der Lottehof ist Anziehungspunkt für viele Besucher, die auf Goethes Spuren die Wetzlarer Altstadt erkunden.
Kräutergarten
v.r. Michael Herbel (Internationaler Bund), Anja Zarge (Tourist-Info), Michael Wallenfels („Viele Hände“), Stadtrat Norbert Kortlüke und zwei Praktikanten des Internationalen Bundes gaben den Kräutergarten frei. (Foto: Stadt Wetzlar)

Hier wurde jetzt ein Kräutergarten angelegt, der an Goethes mutmaßliche Lieblingsspeise, die „Grüne Soße“ erinnert. Am gleichen Ort, aber im Bereich der alten Kastanien befand sich schon mal ein Garten, der von einem Holzzaun eingefasst war. Dieser Garten ist auf einer Fotografie aus dem Jahr 1870 zu sehen. Daraus wurde die Idee für ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem „Internationalen Bund“, „Viele Hände e. V.“ und der Tourist-Information entwickelt: „Lottes Garten“ - ein Kräutergarten im Lottehof. Nach der Bodenbearbeitung der 40 Quadratmeter goßen Fläche haben Jugendliche unter der Anleitung von Michael Herbel vom „Internationalen Bund“ verschiedene Kräuter angepflanzt und gesät: Hierzu zählen z. B. Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Pimpinelle, Borretsch und Kerbel. Die Einfriedung des kleinen Gartens, mit einem Holzzaun und einer Staudenbepflanzung, wurde von dem Verein „Viele Hände“ vorgenommen. Im Herbst werden noch zwei Apfelbäume der alten Wetzlarer Apfelsorte „Hartapfel“ gepflanzt. Der „Hartapfel“ wurde zur Lokalsorte des Jahres 2017 gekürt. Die Pflege des Gartens und der Apfelbäume erfolgt über Patenschaftsverträge, die zwischen dem „Internationalen Bund“, dem Verein “Viele Hände“ und der Stadt Wetzlar abgeschlossen wurden. Als ein wichtiges Thema im Tourismusmarketing kristallisieren sich in den letzten Jahren die Themen „Kulinarik“ und „Regionalität“ heraus. Städtetouristen möchten die regionale Küche erleben und Spezialitäten kennen lernen, die einen Bezug zum Urlaubsort haben. Für Wetzlar bietet sich in diesem Themenfeld die stärkere Positionierung über die hessische Küche und auch über das Thema Goethe an. Bekanntlich war Goethe aufgeschlossen gegenüber einer guten Küche. Ein wichtiger Bezug ist hier auch, dass Goethes Großmutter Anna Margaretha Justina Lindheimerin aus Wetzlar stammte. Ihr handgeschriebenes Kochbuch kann noch heute als Nachdruck im Antiquariat erworben werden. Mit der Anlage des Kräutergartens sollen bereits bestehende touristische Angebote mit Goethebezug erweitert und aufgewertet werden: So ist geplant, dass der Geschmack und Geruch der verschiedenen Kräuter bei einer Goetheführung probiert werden kann. Hierfür werden entsprechende Angebote entwickelt, die durch eine Informationsbroschüre und Beiträge im Internet ergänzt werden. Weiterhin ist eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Gastronomie für die Abnahme der Kräuter geplant. Auch Kochkurse nach historischen Rezepten sind geplant, die in Pauschalarrangements eingebunden werden sollen. Vor der Tourist-Information weisen zwei Blumenkübel auf den Kräutergarten im Lottehof hin. So wurden hier Kräuter wie Pimpinelle, Schnittlauch und Borretsch angepflanzt, die die Grundlagen für eine „Kalte Kräuter Soße“ bilden, die in einem Mittelhessischen Kochbuch um 1840 beschrieben wurde.

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