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10.11.2016 - (--) Mit einer Gedenkstunde am früheren Standort der Wetzlarer Synagoge in der Pfannenstielsgasse hat die Stadt Wetzlar am 9. November gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an die Opfer der Pogromnacht von 1938 erinnert.
Gedenkstunde zur Pogromnacht
Gedenken aus Anlass der Pogromnacht 1938: v.l. Oberbürgermeister Manfred Wagner, Elisabeth Hausen, Pfarrer Wolfgang Grieb, Doris Ebertz, Kaplan Christian Fahl. (Foto: Lothar Rühl)
Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) rief vor 100 Teilnehmern wach, dass am 9. November vor 78 Jahren mehr als die Hälfte aller Synagogen geschändet und zerstört wurden. Es müsse immer wieder an diese dunklen Stunden erinnert werden, um Verantwortung für eine humane Zukunft zu übernehmen. „Wer diese Opfer vergisst, tötet sie ein zweites Mal“, zitierte Wagner den früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis. Dass der Widerstand gegen menschenverachtende Ideologien nicht an Aktualität verloren habe, zeigten rechtsterroristische Gruppen wie NSU und Gruppe Freital. Auch in der Mitte der Gesellschaft nähmen verächtliche Äußerungen, besonders in sozialen Medien zu, abgesehen von Verschwörungstheoretikern und sogenannten Reichsbürgern. „Mehr denn je ist es wichtig ein Zeichen zu setzen, um eine Wiederholung der Geschehnisse von 1938 zu verhindern“, so Wagner.
Auf Hebräisch trug die Journalistin des „Israelnetzes“, Elisabeth Hausen, den 34. Psalm vor, der katholische Kaplan Christian Fahl las den 67. Psalm. Anschließend erinnerte Doris Ebertz an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenthal aus Wetzlar, die zum Teil emigrierte, zum Teil ins Konzentrationslager deportiert wurde. „Solange wir die jüdischen Mitbürger Wetzlars in unsere Geschichte aufnehmen, solange leben sie,“ sagte Ebertz, die eine umfangreiche Dokumentation über jüdische Familien in Wetzlar veröffentlicht hat. Pfarrer Wolfgang Grieb, evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Gießen-Wetzlar, warnte vor wachsendem Antisemitismus durch arabischem Islamismus und Rechtspopulismus. An der Gedenkstunde nahmen auch zahlreiche Vertreter der städtischen Gremien mit Stadtverordnetenvorsteher Udo Volck (SPD) und Bürgermeister Harald Semler (FW) an der Spitze teil.
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