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„Rosengärtchen live“ bietet vom 17. Juli bis 17. August Kultur pur.

Die Wetzlarer Festspiele abgesagt, der Brückenmarkt abgesagt, Wetzlar Live abgesagt, schließlich auch der Gallusmarkt. Ein Sommer so ganz ohne Kultur? Geht so nicht, dachte sich der Wetzlarer Regisseur und Theatermacher Christoph Drewitz. Kurzerhand plante er eine eigene kleine Kulturreihe, ganz corona-konform und mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept: „Rosengärtchen live“.
Der Wetzlarer Christoph Drewitz
Hat in wenigen Wochen "Rosengärtchen live" aus dem Boden gestampft: Der Wetzlarer Regisseur Christoph Drewitz © Franziska Hain

„Rosengärtchen live“ bietet vom 17. Juli bis zum 17. August Lesungen, Schauspiel, Musical, Konzerte, ein Live-Hörspiel, Kabarett – Drewitz fährt im Rosengärtchen die gesamte Palette kultureller Genres auf. Unterstützt wird er dabei vom Verein Kultursommer Mittelhessen, der als Co-Veranstalter auftritt. Den Auftakt übernimmt am Freitagabend (17. Juli) die deutsch-amerikanische Kabarettistin und Entertainerin Gayle Tufts. Die Schirmherrschaft für das „Pop-Up“-Festival, wie Drewitz „Rosengärtchen live“ aus gutem Grund nennt, hat die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, übernommen.

Einmaliges „Pop-Up“-Festival

„Rosengärtchen live“ ist anders als andere Kulturfestival. So wie alles in diesem Sommer, denn die Corona-Verordnungen lassen Veranstaltungen nur eingeschränkt beziehungsweise unter entsprechenden Hygieneauflagen zu. Und so hat auch das Team von Rosengärtchen live zusammen mit den Machern der Wetzlarer Verkaufsplattform Eintrittskarten.io ein ausgeklügeltes Buchungssystem erarbeitet: Die geltenden Abstandsregeln zwischen den einzelnen Besuchergruppen werden penibel eingehalten, dennoch gibt es natürlich auch die Möglichkeit, gemäß der Corona-Verordnungen Karten für kleinere Gruppen zu buchen. Um Schlangenbildung zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, bekommen die Besucher außerdem einen Einlasszeitraum zugewiesen. „Rosengärtchen live“ kann man nur in diesem Sommer, in dem alles anders ist, erleben: „Wir wollen keine Konkurrenz für die Festspiele sein“, sagt Drewitz, „uns gibt es nur dieses eine Mal, dieses Jahr.“

Die deutsch-amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts eröffnet am 17. Juli d
Die deutsch-amerikanische Kabarettistin Gayle Tufts eröffnet am 17. Juli das Festival "Rosengärtchen live" © Konstantin Stell

Mit Kulturförderticket unterstützen

Die Idee hinter dem „Pop-Up“-Festival: Nach der langen Durststrecke Künstlern wieder eine Plattform geben, um aufzutreten.

Christoph Drewitz, der als Regisseur selber stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen ist, dazu: „Fast der gesamte Kultur- und Veranstaltungsbereich konnte aufgrund der Einschränkungen bis zuletzt nicht mehr arbeiten. Viele Existenzen von Künstlern und Veranstaltungsfirmen sind akut bedroht. Wir wollen eine Plattform für unsere Branche schaffen und zeigen, dass wir noch da sind“.

Das finanzielle Risiko bleibt: Auf Grund der eingeschränkten Kapazitäten von 250 Plätzen (ins Rosengärtchen passen unter normalen Gegebenheiten etwa 1000 Personen) ist es ein Ritt auf Messers Schneide, das Ganze wirtschaftlich zu bekommen.

Bei „Rosengärtchen live“ treten alle Mitwirkenden unter besonderen Bedingungen auf, und auch die gesamte Crew zeigt sich entgegenkommend, weil alle endlich wieder arbeiten wollen. „Ohne Kompromisse von allen Beteiligten wäre so ein Festival unter den aktuellen Gegebenheiten gar nicht möglich“, so Drewitz. Die Gäste können daher zusätzlich zum regulären Ticket ein Kulturförderticket für fünf Euro zu buchen, dass den auftretenden Künstlern eine Förderung sichert.

Hörspiel mal anders gibt es am 18. Juli
Hörspiel mal anders gibt es am 18. Juli mit dem hr2LiveRadioTheater und "Sherlock Holmes und der Hund von Dartmoor" © Sven-Oliver Schibat

Eröffnung am 17. Juli mit Gayle Tufts

Für den Eröffnungsabend hat Gayle Tufts eigens ein „Best of“-Programm erarbeitet, das sie gemeinsam mit dem in Wetzlar durch das Musical „Lotte“ bekannten Komponisten Marian Lux zum Besten geben wird.

Tags darauf, am Samstag, 18. Juli, ermittelt der berühmte Detektiv Sherlock Holmes in Wetzlar: Das hr2-RadioLiveTheater bringt mit „Sherlock und der Hund von Dartmoor“ den wohl berühmtesten Fall des beliebten Detektivs aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle auf die Freilichtbühne und bietet allen Kassettenkindern und Krimifans einen spannenden Abend. Das Publikum erlebt ein eigenes, neu adaptiertes Hörspiel live auf der Bühne und kann dem Team beim „Hörspiel machen“ im mobilen Hörspiel-Studio über die Schulter und hinter die Kulissen schauen. Es sind alle Sinne gefragt, denn die SprecherInnen lassen das Hörspiel mit Musik, Geräuschen, Kostümen, Requisiten und Effekten lebendig werden.

Die perfekte Verbindung aus Kopfkino und der Magie des Theaters. Die preisgekrönte Gruppe Spark kommt am Freitag, 24. Juli, ins Rosengärtchen. Spark denkt Klassik neu. Das Quintett stellt Bach, Vivaldi, Mozart und Co. in einen frischen Kontext und schafft Anknüpfungsmomente mit Gruppen wie den Beatles oder ABBA. Im Kern klassisch, nach außen eigenwillig, neugierig und unangepasst, schlagen die fünf Musiker ihr Ideenzelt auf einem offenen Feld zwischen Klassik, Minimal Music, Electro und Avantgarde auf.

Auftritt Dirk Daniels am 31. Juli
Für den Auftritt von Dirk Daniels am 31. Juli gibt es nur noch wenige Tickets. © privat

Alte Bekannte und Lokalmatadoren

Mit Schauspieler André Eisermann kehrt ein alter Bekannter am Samstag, 25. Juli, nach vielen Jahren der Abstinenz mit seiner legendären „Werther“-Lesung nach Wetzlar zurück. Mit Dirk Daniels steht am Freitag, 31. Juli, ein echter Lokalmatador auf der Bühne. Er präsentiert ein „Best Of“-Programm unter dem Motto „Dirk Daniels & friends“. Mit dabei sind neben einigen Mitgliedern der „White Eagles“ auch einige Überraschungen. Lokal geht es am Sonntag, 16. August zu. Dann sind eher die jüngeren Zuschauer gefragt, wenn der Wetzlarer Singer/Songwriter Jonas Monar mit seinen Deutschpop-Songs zum Heimspiel bittet.

Irgendwie anders
Mit "Irgendwie anders" kehren Darsteller aus dem "Lotte"-Musical zurück nach Wetzlar © Ingrid Kernbach
Für die jüngeren Wetzlarer ist Jonas Monar ein echter Lokalmatador
Für die jüngeren Wetzlarer ist Jonas Monar ein echter Lokalmatador. © Lucas Weiß

Noch mehr Lokalkolorit gibt es, wenn der Konzertabend „Irgendwie anders 2.0 – Alles anders“ drei Darsteller des „Lotte“-Musicals, das 2015 bei den Wetzlarer Festspielen zu erleben war, zurück nach Wetzlar bringt. Echte Lokalmatadoren gibt es auch mit dem Ensemble des Wetzlarer Neuen Kellertheaters, das am Donnerstag, 6. August, und Freitag, 7. August, die Komödie „Der Vorname“ im Rosengärtchen zeigt – in einer Inszenierung von Christoph Drewitz.

Mehrling
Eine Größe der Berliner Chansonwelt: Katharine Mehrling kommt am 8. August ins Rosengärtchen. © Yan Revazov
Für Liebhaber von Chansons und Edith Piaf ist am Samstag, 8. August, Katharine Mehrling zu Gast, Musical-Fans kommen am 13. Und 14. August auf Ihre Kosten, wenn die Musical-Stars Charlotte Heinke und Patrick Stanke ihre Geschichte aus „Die letzten fünf Jahre“ erzählen. An die Wetzlarer Gitarrentage erinnert das Gastspiel vom Barrios Guitar Quartet am 15. August. Die Reihe endet am Montag, 17. August, mit dem Auftritt von Liedermacher Werner Schmidbauer, der direkt aus seinem Norwegen-Urlaub kommend, zu seinem Gastspiel mit dem Wohnmobil anreisen wird.

Tickets & Infos

Karten sind im Vorverkauf auf www.rosengaertchenlive.de und bei Gimmler Reisen (Bannstraße 1) sowie bei der Tourist-Information Wetzlar (Domplatz) erhältlich. Besucher werden dringend gebeten, den Vorverkauf zu nutzen. Dieser ist bis zum Beginn der Veranstaltung geöffnet.

Gespielt wird auch bei Regen; sollte das Wetter aber einmal zu schlecht sein: Beim Ticketkauf buchen die Kartenkäufer direkt einen festen Ausweichtermin mit. Beginn ist wochenends immer um 21 Uhr, sonntags und unter der Woche um 20 Uhr.