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Einzelhandel und Gastronomie sind trotz Lockdown für ihre Kunden da. - Das neue Jahr 2021 steht in den Startlöchern und alle hoffen, dass 2021 ein besseres Jahr wird als 2020. Doch die Corona-Pandemie hat weiterhin die Welt im Griff und macht auch vor Wetzlar nicht halt. Hatten alle auf ein Ende des Shutdowns nach den Feiertagen gehofft, muss dieser fortgesetzt und sogar verschärft werden. Doch wie auch schon im ersten Shutdown sind zahlreiche heimische Einzelhändler und Gastronomen auch weiterhin für ihre Kunden da. Schon seit dem Frühjahr halten wir auf www.wetzlar.de eine Liste mit entsprechenden Angeboten parat. Auf das Essen aus dem Lieblingslokal oder den Einkauf im Lieblingsladen muss also niemand verzichten.

Es muss nicht immer Amazon oder Zalando sein. Während der Online- und Versandhandel in Zeiten von Corona boomt, einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes zu Folge einen Aufschwung erfährt und um 23,4 Prozent zulegte, verliert der stationäre Einzelhandel, insbesondere Mode- und Schuhgeschäfte (minus 21,5 Prozent). Wer dem Strukturwandel in den Innenstädten entgegen wirken will, hat in Wetzlar zahlreiche Möglichkeiten, dennoch einzukaufen und die Einzelhändler zu unterstützen – nur eben anders als sonst. Die Stadt hat in Sachen Einzelhandel viel zu bieten: Von Buchhandlungen über Naturseifen, Edelsteine, Bekleidung, Spielwaren, Papeterie, Haushaltwaren, Geschenkartikel, Interieur und Accessoires, Wein und Spirituosen – gerade die Altstadt ist in ihrem Angebot super vielseitig. Dabei sind die Corona-Lösungen der Händler durchaus kreativ: Das Spektrum reicht vom klassischen Online-Shop über Abholung vor der Ladentür, Versand von Bestellungen, Lieferdienst, Beratung per WhatsApp oder Produktschau auf Instagram – wer also ein Geschenk sucht, kann sich auch auf den Web-Seiten erstmal umschauen und auf unterschiedliche Weise mit den Einzelhändlern in Kontakt treten. Hat man sein Produkt gewählt, kann man schließlich auch besprechen, ob man das Ganze gerne am Laden abholen will – das Betreten des Geschäftes ist nicht erlaubt – beliefert werden möchte oder seine Ware traditionell per Post bekommt. „Das ist alles sehr individuell“, sagt Paul Düsterhöft, Inhaber von BoomJack Fashion & Interior in der Silhöfer Straße. Wichtig ist: Wer seine Ware am Laden abholen will, muss einen Termin vereinbaren, damit sich möglichst wenige Menschen begegnen. Außerdem: „Es ist nicht immer jemand im Laden“, erklärt Düsterhöft. Dafür werde das Angebot nicht rege genug genutzt. Den ganzen Tag Personal im Laden zu halten, sei zu kostspielig.

Geschirr
Nadja Döring von "Alltagsglück" in der Krämerstraße bietet Kunden Ware per Abhol- oder Lieferservice an. Bei Alltagsglück gibt's unter anderem Geschirr von rice. © Sabine Glinke

Das bestätigt auch Nadja Döring von „Alltagsglück“. Der kleine Laden mit Geschenkartikeln und Schönem in der Krämerstraße bietet ebenfalls einen Abhol-Service an. Döring berät Ihre Kunden auch gerne per WhatsApp und nimmt dort ebenso wie am Telefon auch Anfragen und Bestellungen entgegen. „Dann mache ich gerne direkt einen Termin aus, damit die Leute ihre Ware an der Tür abholen können“. Je nachdem, von wo die Bestellung eingeht, liefern Döring und Düsterhöft auch aus. Im Gegensatz zu Alltagsglück gibt es bei BoomJack schon länger einen Online-Shop. Postversand war also hier schon vor Corona Alltag. Nadja Döring bietet diesen zusätzlich an. „Ich habe leider keinen regulären Online-Shop“ sagt Nadja Döring. Auf der Webseite zeigt sie aber einige Produkte und auch im Schaufenster kann man etliche Produkte begutachten.

Doch bei aller Kreativität und Flexibilität - um die Einbußen aufzufangen, die die Schließung der Geschäfte verursachen, reicht es nicht. Viele Käufe sind eben Spontankäufe – und die entstehen durch Laufkundschaft. „Mir fehlen die Kundinnen, die sich mit der Freundin auf einen Kaffee in der Stadt treffen und dann noch ein bisschen einkaufen gehen. Das Shopping-Erlebnis spielt schon eine große Rolle“. Wie der Handel der Zukunft für ihn aussieht? „Eine Mischung aus stationärem Handel, Online-Shop und Plattform-Handel“ (z.B. Zalando oder Amazon Marketplace, Anmerkung der Redaktion).

Taschs Burger
Auch das Tasch am Kornmarkt bietet seine leckeren Burger zum Abholen und im Lieferservice an © Sabine Glinke

Auch die Gastronomie in Wetzlar hat sich auf die Corona-Problematik eingestellt. Zahlreiche Betriebe beliefern mit Speisen oder bieten vorbestelltes Essen zur Abholung an. Bei manchen Läden wie etwa dem „Tasch am Kornmarkt“ gehörte das schon vor der Krise zum Angebot.

Das „Lahncafé am Rosengärtchen“ hat sich etwas Neues einfallen lassen. Erst im Frühjahr 2019 hatten Eric Jung und Miriam Eufinger das Café von Vorgänger Bruno Hoin übernommen. Der im März verordnete erste Lockdown glich einem Donnerschlag. „Wir haben direkt alles auf To Go und Lieferservice umgestellt“. Leckere Kuchen und Torten für den Nachmittagskaffee, schmackhaften Mittagstisch und – das ist eine Besonderheit: Frühstückspakete für Zuhause. „Wir haben das Angebot gerade umgestellt“, sagt Jung. War vorher noch ein eigenes Zusammenstellen wie am Büffet im Lahncafé nötig, haben die Inhaber während ihres Urlaubs feste Frühstückpakete kreiiert: Es gibt eine süße Variante, eine deftige und eine vegetarische/vegane. Dazu kommt das „Rosengärtchen für Zwei“ – mit Lachs und Sekt für die romantischen Stunden zu Hause. Per Vorbestellung am Tag zuvor kommt das leckere Frühstück fertig gepackt und zur vereinbarten Uhrzeit bis direkt an die Haustür – nur mit dem Kaffee hapert es noch. „Wir haben noch keine Lösung gefunden, die uns kein Pfandsystem abverlangt, aber gleichzeitig die Umwelt nicht zu sehr belastet“, sagt Jung. Das sei aber kein Problem: „Das macht den meisten Kunden nichts aus – die kochen dann eben den Kaffee zu Hause selber“.

Frühstück
Das Lahncafé am Rosengärtchen liefert leckeres Frühstück direkt nach Hause - hier das "Rosengärtchen für Zwei". © Eric Jung
Torte
Auf die leckeren Torten des Lahncafes am Rosengärtchen muss man auch im Lockdown nicht verzichten: Alle Kuchen und Torten gibt es auch to go und per Lieferservice. © Eric Jung

Damit alle Freunde des Cafés auch wissen, was es Leckeres gibt, laden Eric Jung und Miriam Eufinger seit März jeden Tag ein Video hoch, in dem sie die Torten- und Gebäckauswahl zeigen. „Die Lieferanfragen sind in diesem Bereich gering“, sagt Jung, „die meisten bestellen vor und holen den Kuchen dann ab“. Doch wie auch im Einzelhandel ist das Angebot ein Tropfen auf den heißen Stein – aber besser als völliger Stillstand und nichts zu tun. Alle Betroffenen sind sich einig: „Es muss ja irgendwie weitergehen“.

Eine Übersicht der Gastronomien mit Liefer- und/oder Abholservice sowie die Service-Angebote der heimischen Einzelhändler haben wir hier zusammengestellt (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Sie haben auch ein entsprechendes Angebot? Dieses können Sie ebenfalls unter dem Link melden.