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Eine riesige Leica M3 ziert in Form einer Sandskulptur den Vorplatz
Eine riesige Leica M3 ziert in Form einer Sandskulptur den Vorplatz des Ernst-Leitzs-Museums © Christian Lademann
Aus alt mach neu hieß es in den vergangenen Monaten im Ernst Leitz Museum im Leitz-Park in Wetzlar. Auch wenn das interaktive Museum erst zwei Jahre alt war, hat man sich im Hause Leica bereits für die erste Rundumerneuerung der Ausstellung entschieden. Seit April hatte daher das Obergeschoss des Ernst Leitz Museum zwecks Umgestaltung und Umbau für die Besucher geschlossen. Ab Freitag, 1. Oktober, hat das ohnehin junge Ernst-Leitz-Museum wieder komplett geöffnet und präsentiert sich in frischem Gewand. Für den Oktober ist ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm geplant: Bereits am Samstag, 2. Oktober, findet eine Lesung der Autorin Nicole Steffens statt, die aus ihrem Reiseratgeber „Glücksorte an der Lahn“ liest.

Schon vor dem Eingang kann man derzeit ein echtes Highlight sehen: Eine riesige Leica M3 ziert in Form einer Sandskulptur den Vorplatz des Museums. Insgesamt 19 Tonnen Sand wurden hierfür verbaut. Es handelt sich dabei um eine Spezialsandmischung, die auch Regen trotzt. Bis zu vier Wochen (je nach Witterung) wird die Skulptur zu sehen sein und lädt die Besucher dazu ein, Selfies und besondere Erinnerungsfotos zu schießen. Das Spiegelkunstwerk auf dem Vorplatz lässt sich ebenfalls prima in solche Fotos integrieren.

Vier Erlebnisbereiche auf 600 Quadratmetern

Im großen Panoramafenster des Museums eine 50-fach vergrößerte Blende
Im großen Panoramafenster des Museums ist eine 50-fach vergrößerte Blende einer Leica S Kamera installiert, die sich öffnet und schließt, sobald man sich ihr nähert. © Christian Lademann

Im Inneren bietet das Ernst Leitz Museum im neugestalteten Obergeschoss auf rund 600 Quadratmetern vier neu gestaltete Erlebnisbereiche, die das Thema Fotografie für die Besucher anschaulich in den Mittelpunkt rücken und erleb-, gestalt- und greifbar machen. Die vier Erlebnisbereiche teilen sich in die Sektoren „Sehen und Wahrnehmen“, „Technik und Historie“, „Fotografieren“ sowie jeweils eine laufende Sonderausstellung. An verschiedenen interaktiven Stationen werden optische Phänomene aufgezeigt und die Grundregeln und Effekte des Fotografierens anhand verschiedener Settings vorgestellt. Für jeden Effektbereich, etwa die Themen Spiegelung oder Bewegung stehen prominente Fotografen als Beispiele mit einem Foto und einem Zitat Pate (etwa Steve McCurry oder Barbara Klemm). Mit an den Stationen integrierten Leica-Kameras oder dem eigenen Smartphone können Besucher die Foto-Settings auch selbst ausprobieren. Mit den Leicas aufgenommene Fotos können anschließend über die Leitz-Park-App heruntergeladen und als Andenken mit nach Hause genommen werden.


Optische Phänomene, Leica-Historie, Grundlagen der Fotografie und Sonderausstellung

Sonderausstellung "Oskar Barnack" mit Exponaten aus dem Leica-Unternehmens
Sonderausstellung "Oskar Barnack" mit Exponaten aus dem Leica-Unternehmensarchiv © Christian Lademann

Im Bereich „Sehen und Wahrnehmen“ sollen die Besucher für eine bewusste Wahrnehmung sensibilisiert werden. Optische Phänomene werden verständlich erläutert – etwa über eine 50-fach vergrößerte Blende einer Leica S Kamera, die sich öffnet und schließt, wenn man sich ihr nähert. Der Bereich „Technik und Historie“ geht auf die traditionsreiche Unternehmensgeschichte von Leica ein. Neben Bronze-Büsten der zentralen Köpfe der Leitz-Familie, die das Unternehmen und seine Entwicklung geprägt haben, kann man über ein digitales Fenster auch einen Blick in das Unternehmensarchiv werfen. Interaktive Stationen geben die Möglichkeit, die technischen Besonderheiten der Leica-Kameras und -Objektive selbst zu entdecken. Ein kleines Quiz, bei dem man die Auslösegeräusche der verschiedenen Kameras erraten kann inklusive. Auch eine Dunkelkammer, in der Besucher ganz analog Bilder entwickeln können, gehört zu den Stationen. Im Bereich „Fotografieren“ erfahren die Besucher neben einigen Grundregeln des Fotografierens, welche Faktoren wie Einfluss auf Bilder nehmen können: Licht und Schatten, Farben, Spiegelungen oder Bewegung spielen hier etwa eine Rolle. Auch alle in diesem Bereich geschossenen Fotos können per App als Erinnerung mit nach Hause genommen werden.

Sonderausstellung "Oskar Barnack": Arbeitstisch Oskar Barnacks
Sonderausstellung "Oskar Barnack": Arbeitstisch Oskar Barnacks © Christian Lademann
Im Bereich Sonderausstellungen ist derzeit die Schau „Oskar Barnack“ zu sehen. Neben Exponaten aus dem Leica-Archiv sind eigene Aufnahmen Barnacks ausgestellt. Das Erdgeschoss des Ernst Leitz Museums, das auch während des Umbaus immer für Besucher zugänglich war, bleibt weiterhin Ausstellungsfläche für wechselnde Fotoausstellungen renommierter Fotografen und Fotokünstler. Derzeit ist dort die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry zu sehen.

Rarität aus der Leica 0-Serie

Dr. Andreas Kaufmann mit dem Leica Phone 1 und der Leica No. 105
Knapp 100 Jahre Altersdifferenz: Dr. Andreas Kaufmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Leica Camera AG, präsentiert das aktuelle Leica-Phone 1 aus 2021 (links) und die einst Oskar Barnack gehörende Leica No. 105 aus der Leica-0-Serie (1923/24), die noch bis Ende des Jahres im Ernst-Leitz-Museum ausgestellt sein wird. © Christian Lademann

Besonderer Höhepunkt anlässlich der Wiedereröffnung ist eine echte Rarität: Präsentiert wird die originale Leica-0-Serien-Kamera No. 105 mit welcher Oskar Barnack, der Konstrukteur und Erfinder der Ur-Leica, seinerzeit selbst fotografiert hat. Von der 0-Serie sind bis heute nur ein Dutzend Kameras weltweit erhalten, davon sind nur die wenigsten im unveränderten Originalzustand. Bei Versteigerungen unter Sammlern erzielen diese Kameras Rekordergebnisse – zuletzt bei der Leitz Photographica Auction in Wien im Jahr 2018. Die dort versteigerte Leica 0-Serie No. 122 gilt mit 2,4 Millionen Euro Versteigerungspreis plus Aufgeld als teuerste Kamera der Welt. Die ausgestellte Leica 0-Serie No. 105 stammt aus einer privaten Sammlung und wird exklusiv nur bis Jahresende im Museum zu sehen sein.


Interaktive Station "Tempo!" im Erlebnisbereich "Fotografieren"
Interaktive Station "Tempo!" im Erlebnisbereich "Fotografieren": Besucher können mit einer Leica-Digitalkamera versuchen, die Bewegung gezielt "einzufrieren" oder bewußt mit Bewegungsunschärfe zu spielen. © Christian Lademann

Zahlreiche Veranstaltungen im Oktober

Neben der spannenden Ausstellung mit den viele Besonderheiten lockt das Ernst Leitz Museum im Oktober auch mit zahlreichen Sonderveranstaltungen die Besucher. Am Samstag, 2. Oktober, etwa liest Autorin Nicole Steffens aus ihrem Reiseratgeber „Glücksorte an der Lahn“, von denen sich einige auch in Wetzlar befinden. Einer davon ist der Leitz-Park. Die Lesung mit anschließender Signierstunde findet von 16 bis 18 Uhr statt. Anmeldung ist erforderlich unter: https://bit.ly/3tT5Vut. Am Tag der Lesung sind einige der anderen Glücksorte – die Phantastische Bibliothek Wetzlar und das Mathematikum Gießen – ebenfalls von 12 bis 18 Uhr im Museum zu Gast. Auch Goethe und Lotte schauen einmal vorbei.

Doch damit nicht genug: Für Samstag, 16. Oktober, ist eine lange Museumsnacht geplant, bei der Besucher von 19 bis 1 Uhr auf nächtliche Entdeckungsreise gehen können. Kühle Getränke, Speisen (gegen Zuzahlung) und ein DJ sorgen außerdem für Abwechslung. Vom 22. bis 24. Oktober können sich Liebhaber klassischer Leica-Produkte beim Vintage-Wochenende auf viele Angebote rund um die analoge Fotografie freuen. Die Besucher*innen erwarten unter anderem Vorträge und Workshops, Oldtimer-Shootings sowie An- und Verkaufsangebote im Leica Classic Store. Die Teilnahme an der Veranstaltung sowie an allen Vorträgen und Workshops ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen unter www.leitz-park.com.

Das Ernst-Leitz-Museum und die davor errichtete Kamera-Sandskulptur
Das Ernst-Leitz-Museum und die davor errichtete Kamera-Sandskulptur spiegeln sich in Rudolf Burdas Skuptur "Big Rotation" © Christian Lademann
Wem das noch nicht reicht, der hat derzeit die Möglichkeit, nach dem Museumsbesuch bei einem Spaziergang noch die Outdoor-Ausstellung „Grüne Hölle Nürburgring“ zu erleben. Im Leitz-Park Wald entlang des Naturlehrpfades sind insgesamt 75 faszinierende Schwarz-Weiß-Fotografien des Fotografen Hans Peter Seufert präsentiert, die die legendäre Rennstrecke in den 50er bis 70er Jahren zeigen. Den Ausflug in den Leitz-Park kann man schließlich im Café Leitz bei einem leckeren Stück Kuchen ausklingen lassen, das täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet ist.

Information & Kontakt

Das Ernst Leitz Museum im Leitz Park Wetzlar, Am Leitz-Park 6, 35578 Wetzlar, ist regulär von Montag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Internet: www.leitz-park.com.