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Lasst uns zusammenstehen – und das auf Abstand!

Liebe Wetzlarerinnen und Wetzlarer,

zum Beginn des Monats November treten die zwischen der Bundeskanzlerin und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vereinbarten Regelungen in Kraft, um den Herausforderungen der Pandemie mit zuletzt exponentiell steigenden Fallzahlen zu begegnen.

Wie aktuelle Umfragen zeigen, vertraut die ganz große Mehrheit in unserem Land nach wie vor darauf, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Land, aber auch in den Städten, Gemeinden und Landkreisen, nach Kräften bemühen, in dieser herausfordernden Lage, die noch keiner von uns hat erleben müssen, vernünftige Lösungen zu finden.

Wie ich finde, ist dieses Vertrauen gerechtfertigt.

Das zeigen auch die Ergebnisse, wie wir in Deutschland bisher durch diese kritische Situation gekommen sind. Und dabei ist mir sehr bewusst, dass Fragen bleiben, dass Regelungslücken entstehen und dass sich manches auch nicht auf den ersten Blick in Gänze erklärt. Und mir ist bewusst, dass unser Miteinander auch Veränderungen erfahren hat, die belastend sind. Aber, es gab aufgrund des gesellschaftlichen und politischen Diskurses in den zurückliegenden Wochen und Monaten auch immer wieder Notwendigkeiten und auch Möglichkeiten, zu verantwortende Anpassungen für die unterschiedlichsten Bereiche unseres Zusammenlebens zu schaffen.

Das mag die Übersichtlichkeit der zu beachtenden Regelungen und der daraus abzuleitenden Konsequenzen eingeschränkt erscheinen lassen. Es mag den einen oder anderen auch zu der Bewertung verleitet haben, die Halbwertszeiten mancher politischen Festlegung seien doch recht begrenzt.

Man darf sich aber auch eingeladen fühlen, diese Entwicklung als Beleg dafür einzuordnen, dass es ob der Herausforderungen, die das Virus für das Arbeitsleben, für unser Gesundheitswesen, für die Pflege, für die Kinderbetreuung, das Bildungswesen und für das wirtschaftliche Leben mit sich bringt, gelingen konnte, mit Flexibilität zu operieren. Und diese Flexibilität wünsche ich mir auch für die bevorstehende Zeit; insbesondere aber für das kulturelle Leben, für Künstlerinnen und Künstler, für die Veranstaltungsbranche und für den Sport. Denn ohne das gesellschaftliche Leben werden unsere Städte und Gemeinden viel ärmer werden.

Doch die politische Verantwortung ist das eine.

Die Verantwortung eines jeden einzelnen von uns ist das andere. Und so flacht die Kurve der Neuinfektionen nicht ab und so endet auch das Infektionsgeschehen nicht alleine durch politischen Entscheidungen.

Veränderungen zum Guten können nur dann eintreten, wenn auch wir in Wetzlar weiterhin alle zusammenstehen - und das auf Abstand. Veränderungen können nur eintreten, wenn wir die Menschen in den Blick nehmen, die gerade jetzt unserer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen und wenn wir alle dazu beitragen, sich möglichst nicht zu infizieren und auch andere nicht.

Lassen Sie uns miteinander gut durch die bevorstehende Zeit kommen - bleiben Sie gesund!

Ihr
Manfred Wagner
Oberbürgermeister