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Liebe Wetzlarerinnen und Wetzlarer,
das zweite Osterfest in Zeiten der Pandemie steht bevor.
Monate des sich permanent verändernden Infektionsgeschehens, der Hoffnung, die nach der schnellen Entwicklung neuer Impfstoffe einsetzte, aber auch der Unklarheiten und der Rückschläge, liegen hinter uns.

Und auf viele tagtäglich neu hinzutretende Fragen gelingt es nicht immer, schnelle und adäquate Antworten zu finden. Und manche Erfahrungen und auch Beobachtungen lassen uns ratlos zurück.

Viele Menschen sind schwer erkrankt und sind dank des Einsatzes der Menschen in unserem Gesundheitswesen inzwischen wieder genesen. 

Und viel zu vielen Menschen konnte leider nicht geholfen werden; sie sind an und mit dem Virus verstorben. Zum Stand der Abfassung dieser Mitteilung verzeichnen wir alleine in Deutschland annähernd 77.000 Menschen, die ihr Leben verloren haben. Zum Vergleich – unsere Stadt zählt 54.000 Einwohnerinnen und Einwohner! Ich denke, diese Relation macht deutlich, wie gefährlich das Virus ist.

Aktuell steigt die Zahl der Infizierten leider wieder an. Die hohe Inzidenz und die zunehmende Auslastung der Kliniken kann bei verständiger Bewertung nur die Konsequenz haben, auch weiterhin alles dafür zu tun, damit die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden kann. Das wird uns allen abverlangt, auch im familiären Umfeld.

Dazu hat der in Frage des Gesundheitswesens auch für Wetzlar zuständige Lahn-Dill-Kreis inzwischen eine Allgemeinverfügung erlassen, die für die kommenden Wochen weitere Einschränkungen vorsieht. Ich bitte Sie in unser aller Interesse herzlich darum, diese und die weiterhin geltenden Regelungen zu beachten, damit wir über unsere Disziplin, die weiter voranschreitenden Impfungen, aber auch die Teststrategie die Chance haben, den Wert der 7-Tage-Inzidenz zurückzudrängen, die Belastungen des Gesundheitswesens eindämmen, um in der Folge Schritt für Schritt wieder ein wenig Normalität zurückzugewinnen.

Denn wir brauchen auch wieder eine Perspektive. Seien es die Kinder in unseren Kindertagesstätten und Schulen, seien es die Familien, sei es die Möglichkeit würdevoll mit unseren Eltern und Großeltern umzugehen, sei es das durch viele Ehrenamtliche geprägte kulturelle, sportliche und soziale, aber auch das kirchliche Leben in unserer Stadt, seien es der Handel und die Gastronomie, das Beherbergungsgewerbe und die Veranstaltungsbranche mit ihren vielen Einzelunternehmern.

Zweifelsohne ist der Weg ein steiniger, den wir schon lange gehen und noch werden gehen müssen. Doch eine wirkliche Alternative erkenne ich nicht, auch wenn ich sie mir von Herzen wünschen würde.

Und daher möchte ich aus Anlass des Osterfestes 2021 erneut an Sie alle appellieren: Lassen Sie uns solidarisch sein, lassen Sie uns als Stadtgesellschaft beieinander bleiben und in dieser schwierigen Phase alles dafür tun, damit möglichst wenige sich infizieren und damit wir unsere Stadt doch in nicht allzu ferner Zukunft wieder so erleben können, wie wir sie schätzen: kulturell, lebendig und bunt! 

Alles Gute für Sie, bleiben Sie gesund!

Ihr
Manfred Wagner
Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar