Windenergie
Auf dem Stadtgebiet der Stadt Wetzlar sind fünf Windkraftanlagen installiert, die jährlich etwa 55.000 Megawattstunden (MWh) Strom produzieren können.
Aufgrund des auch künftig weiter steigenden Strombedarfs durch die elektrifizierung des Verkehrs- und Wärmesektors, nimmt der Ausbau von erneuerbaren Energien im Stadtgebiet eine immer wichtigere Rolle ein.
Windenergie bringt die Vorteile mit, dass sie einen relativ geringen Flächenverbrauch im Vergleich zu anderen Energieträgern aufweist und mit günstigen Stromentstehungskosten daherkommt. Sie ist eine gute Ergänzung zu anderen Energiequellen wie Solarstrom, da sie häufig zu unterschiedlichen Zeiten bereitsteht und somit zu einer sicheren und stabilen Stromproduktion beiträgt. Diese wiederum macht die Stadt Wetzlar unabhängiger von Energieimporten.
Die Stadt Wetzlar arbeitet daher seit 2016 mit den Unternehmen Koehler Renewable Energy GmbH und Qair Deutschland GmbH am Ausbau der Windkraft in Wetzlar.
Im Februar 2024 wurden in Blasbach zwei Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von je 4,2 Megawatt in Betrieb genommen. Drei weitere Anlagen dieser Größe gingen im Juni 2025 in Herrmannstein ans Netz.
Gemeinsam produzieren diese fünf Anlagen jährlich etwa 55 Millionen Kilowattstunden Strom und sparen mehr als 37.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2)-Äquivalente im Jahr ein. Der in Blasbach produzierte Windkraft-Strom wird vollumfänglich für die Versorgung des Stammwerks der Koehler Paper Group verwendet, während der Windpark Altenschlag etwa 8.300 Zweipersonenhaushalte im Jahr versorgen kann.
Die Windkraftanlagen wurden auf den im Teilregionalplan Energie Mittelhessen ausgewiesenen Vorranggebieten für Windkraft umgesetzt. Damit ist das Windkraft-Potenzial in Wetzlar voraussichtlich ausgeschöpft.
Gemeinden im Umkreis von 2,5 Kilometern um den Windpark Altenschlag in Herrmannstein erhalten 0,2 Cent pro produzierte Kilowattstunde, was einen Jährlichen Betrag von etwa 16.000 Euro für die Stadt Wetzlar bedeutet. Auch die Gemeinden Hohenahr und Aßlar profitieren finanziell von den Anlagen. Zudem erzielt die Stadt Wetzlar Pachteinnahmen durch die Bereitstellung der Flächen.
Um den Wegfall der Quartierbäume, Reviere und Habitate im Rodungsbereich auszugleichen, wurden vor Beginn der Bauarbeiten 72 Fledermauskästen sowie 121 Vogelnistkästen allein im Gebiet des Windparks Altenschlag ausgebracht. Zudem wurden in unmittelbarer Nähe zu den Windenergieanlagen - als reine Vorsichtsmaßnahme - mehrere Geheckplätze für die Wildkatze errichtet.
Durch die Inbetriebnahme der Windenergieanlagen in den Vorranggebieten der Stadt kommt Wetzlar den Klimazielen und der Klimaneutralität einen Schritt näher und es werden wertvolle Erfahrungen gesammelt für zukünftige Energie-Projekte.
Die Windenergieanlagen stärken die Region durch eine regionale Wertschöpfung.


