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Lärm ist in der Stadt Wetzlar allgegenwärtig. Andauernde Lärmbelastung kann gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie z.B. Schlaf- oder Konzentrationsstörungen, hervorrufen. Eine dauerhaft hohe Lärmbelastung über längere Zeiträume kann sogar Herz-Kreislauferkrankungen verursachen. Vorsorgender und aktiver Lärmschutz haben deshalb eine hohe Bedeutung.

Umgebungslärmrichtlinie und Lärmminderungsplanung

Um die Lärmbelastung zu reduzieren hat die Europäische Union die Umgebungslärmrichtlinie verabschiedet, die im Rahmen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in nationales Recht überführt wurde. Zur Umsetzung der Lärmminderungsplanung werden in der Umgebung von Hauptverkehrsstraßen Lärmkartierungen durchgeführt und Lärmaktionspläne aufgestellt. Für die Lärmkartierung ist das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zuständig, während die Regierungspräsidien unter Beteiligung der Kommunen die Lärmaktionspläne aufstellen. Die Ergebnisse der Lärmkartierung sind im sogenannten Lärm-Viewer einsehbar. Das Eisenbahn-Bundesamt übernimmt die Aufgabe der Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung für Schienenwege des Bundes mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr.

Umgebungslärm und Lärmminderung
© Pixelio.de, Rudolpho Duba

Straßenverkehrslärm | Lärmaktionsplanung

Die Lärmminderungsplanung vollzieht sich in zwei Stufen: In der 1. Stufe werden Hauptverkehrsstraßen mit > 6.000.000 Kfz/Jahr kartiert und bewertet, in der 2. Stufe Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen > 3.000.000 Kfz/Jahr. Anders als in der 2. Stufe gibt es bei der Überprüfung der 3. Runde keine weitere Absenkung der Schwellenwerte für das der Lärmkartierung zugrundeliegenden Verkehrsaufkommen

Lärmaktionspläne müssen alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Der aktuell gültige Lärmaktionsplan Hessen, Teilplan Straßenverkehr 2. Stufe für den Regierungsbezirk Gießen wurde im April 2016 veröffentlicht.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Öffentlichkeitsbeteiligung bildet einen wesentlichen Teil der Lärmaktionsplanung. Die Öffentlichkeit soll die Gelegenheit bekommen, an der Ausarbeitung der Lärmaktionspläne mitzuwirken. Diese Mitwirkung wird durch eine zweigestufte Öffentlichkeitsbeteiligung umgesetzt.

1. Öffentlichkeitsbeteiligung

Die 1. Öffentlichkeitsbeteiligung bietet die Möglichkeit auf Lärmprobleme in der Umgebung der kartierten Lärmquellen hinzuweisen und Anregungen und Vorschläge zu Lärmminderungsmaßnahmen einzureichen. Zusätzlich können auch Lärmprobleme an nicht kartierten Straßen eingereicht und auf Maßnahmenvorschläge hingewiesen werden. Ruhige Gebiete die besonders geschützt werden sollen können vorgeschlagen werden. 

Die 1. Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan Hessen (3. Runde), Teilplan RP Gießen ist abgeschlossen.

2. Öffentlichkeitsbeteiligung

Mit dem Ziel Lärmschwerpunkte zu identifizieren und den Umgebungslärm einzudämmen, hat das Regierungspräsidium Gießen unter Beteiligung der Öffentlichkeit den Entwurf des Lärmaktionsplanes Hessen (3. Runde), Teilplan des Regierungsbezirks Gießen erstellt. 

Der Entwurf des Lärmaktionsplans für den Regierungsbezirk Gießen, 3. Runde liegt vom 25. November 2019 bis zum 7. Januar 2020 offen. Die Bekanntmachung über die Offenlage und die Möglichkeit der Stellungnahme erfolgt von Seiten des Regierungspräsidiums am 25. November 2019 im Staatsanzeiger und auf der Internetseite des RP Gießen unter www.rp-giessen.de (Rubrik öffentliche Bekanntmachungen). 

Der Entwurf wird dort ab dem 25. November 2019 ebenfalls veröffentlicht und zum Download bereitgestellt. Außerdem ist dieser auf der Homepage www.laermaktionsplan.hessen.de unter dem Link RP Gießen abgelegt. Darüber hinaus wird der Entwurf während dieses Zeitraums in Papierform beim Regierungspräsidium Gießen (Marburger Straße 91, 35394 Gießen, Raum 534) zu den üblichen Geschäftszeiten ausgelegt.

Ihre Stellungnahme können Sie bis zum 21. Januar 2020 per Email an laermaktionsplanung-strasserpgi.hessende oder schriftlich an das Regierungspräsidium Gießen, Dezernat 43.2, Marburger Straße 91, 35394 Gießen oder über das Amt für Umwelt und Naturschutz der Stadt Wetzlar, Ernst-Leitz-Straße 30, 35578 Wetzlar unter dem Stichwort „Lärmaktionsplanung“ einreichen. 

Die Stellungnahme sollte sich auf die dargestellten Lärmkonflikte und Maßnahmenkonzepte beziehen. Eine Untersuchung neuer Konfliktpunkte ist erst wieder in der 4. Runde der Lärmaktionsplanung möglich. Nach Abschluss der Bewertung der eingegangenen Stellungnahmen erfolgt die Bekanntmachung des aufgestellten Lärmaktionsplans Hessen.

Weitere Informationen zur Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung finden Sie außerdem unter:

Straßenverkehrslärm | Lärmaktionsplanung in Wetzlar

Die Hauptlärmquellen in Wetzlar sind die A 45 und die B 49 sowie die Hauptdurchgangsstraßen im innerstädtischen Gebiet. Im Rahmen der Lärmaktionsplanung wird über spezielle Berechnungsverfahren die Anzahl der betroffenen Einwohner ermittelt. Demnach sind in Wetzlar ganztags 1.721 Einwohner (ca. 3,3 % der Gesamtbevölkerung) und nachts 1.790 Einwohner (ca. 3,5 % der Gesamtbevölkerung) von Umgebungslärm oberhalb der Auslösewerte (LDEN ≥ 45 dB(A)/LNight ≥ 55 dB(A)) betroffen. Zur Reduzierung der Lärmbelastung werden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen. In Wetzlar zählen hierzu z.B. die Attraktivitätssteigerung von ÖPNV und Radverkehr.


Schienenverkehrslärm | Lärmaktionsplanung des Eisenbahn-Bundesamtes

Unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) alle fünf Jahre einen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes. Ziel der Lärmaktionsplanung ist die Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen. Eine Haupteisenbahnstrecke ist ein Schienenweg mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr. Die gesetzlichen Regelungen finden sich in § 47 lit. a-f Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG).

Schienenverkehrslärm
© Lea Rupelt

Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Öffentlichkeitsbeteiligung findet in zwei zeitlich getrennten Phasen statt. In der 1. Phase zur 3. Runde des Lärmaktionsplans an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes hatten Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, die Lärmsituation vor Ort zu schildern. Die Ergebnisse wurden im Teil A des Lärmaktionsplans veröffentlicht. In der 2. Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde um Rückmeldungen zum Verfahren, dem Lärmaktionsplan Teil A und weiteren Lärmminderungsmaßnahmen gebeten. Die daraus resultierenden Ergebnisse wurden im Lärmaktionsplan Teil B zusammengefasst. Teil A und Teil B ergeben zusammen den vollständigen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes 2017/2018.

Die nächste Öffentlichkeitsbeteiligung zur Runde 4 der Lärmaktionsplanung wird voraussichtlich im Jahr 2022 stattfinden.

Der vollständige Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes 2017/2018 kann über die Internetseite des EBA bezogen werden.