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Die beiden Tischlerinnen Rosi aus Rottweil und Malu aus Hamburg waren als Wandergesellinnen im Rathaus der Stadt Wetzlar zu Gast.
Wandergesellinnen zu Besuch im Rathaus Wetzlar
Rosi aus Rottweil (li.) und Malu aus Hamburg berichten im Rathaus der Stadt Wetzlar über ihre Erfahrungen als Wandergesellinnen. © Gleichstellungsbüro der Stadt Wetzlar

Dabei haben die beiden Wandergesellinnen im Rahmen eines spontanen Gesprächs mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Wetzlar, Susanne Redecker, über ihre Erfahrungen als Frauen in dem traditionell männergeprägten und althergebrachten Handwerks-Kulturerbe berichtet. 

Mindestens drei Jahre und einen Tag ist die vorgegebene Wanderzeit, wobei die Wandergesellinnen einen Mindestabstand von 50 km von ihrem jeweiligen Heimatort einhalten müssen. Rosi hat bereits eineinhalb Jahre und Malu sieben Monate der Wanderzeit zurückgelegt. Kennengelernt haben sich die beiden Weggefährtinnen über das Forum Tischlerinnen.de, ein Netzwerk für Holzfach-FLINTA (Frauen, Lesben, Inter-, Non-binäre und A-Gender-Personen).

Mittlerweile liegt der Anteil an Frauen auf der "zünftigen Wanderschaft" bei circa 25 bis 30 Prozent. In Bezug auf die jahrhundertelange Geschichte der traditionellen Handwerkswanderschaft, handelt es sich bei dem mittlerweile angewachsenen Frauenanteil aber noch um ein relativ junges Phänomen, welches innerhalb der Tradition neue strukturelle und soziokulturelle Chancen, aber nach wie vor auch immer noch Konflikte mit sich bringt.