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Am 8. März ist Internationaler Frauentag (er wird teilweise auch Weltfrauentag oder einfach Frauentag genannt).

An diesem Tag wird weltweit auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen aufmerksam gemacht.

Obwohl der Internationale Frauentag schon auf so eine lange Tradition zurückblickt hat die Forderung nach Gleichberechtigung und das Eintreten für die Rechte der Frauen bis heute nichts an Aktualität eingebüßt.
Die Geschichte des Frauentages reicht bis in das Jahr 1909 zurück. Damals veranstalteten Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas erstmals einen „nationalen Kampftag“ für das Frauenstimmrecht am 28.02.1909.

Dieser Tag sollte zugleich auch an einen Streik der Hemden-Näherinnen in New York im Jahr 1908 erinnern, die gegen ihre Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie protestiert hatten.

1910 übernahm die Frauenkonferenz der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen den Gedanken des Frauentages, allerdings ohne ein festes Datum damit zu verbinden. 100 Frauen aus 17 Ländern stimmten für einen Vorschlag der deutschen Delegation, mit einem Frauentag den Kampf für Frauenrechte und für das Frauenwahlrecht zu unterstreichen. Mit der Forderung „Keine Sonderrechte sondern Menschenrechte“ für Frauen hatte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf dem Kongress für Zustimmung geworben.

In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht erst im November 1918 im Reichwahlgesetz verankert. Im Januar 1919 konnten deutsche Frauen dann das erste Mal in der Geschichte wählen oder gewählt werden.
Die endgültige Festlegung des Frauentages auf ein ganz bestimmtes Datum, nämlich den 8. März, erfolgte dann erst im Jahr 1921.

Die Nationalsozialisten in Deutschland haben den Frauentag dann 1933 wegen seiner sozialistischen Tradition wieder verboten. Hier wurde stattdessen eher der „Muttertag“, der dem nationalsozialistischen Frauen- und Mutterbild eher entsprach, in den Rang eines offiziellen Feiertages erhoben. 
In Westdeutschland gewann der 8. März im Zuge der neuen Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre wieder mehr an Bedeutung. Den Teilnehmenden an Protestmärschen ging es nicht nur darum, dass Frauen gleichberechtigt in der Gesellschaft mitentscheiden, ohne Bedrohung durch Gewalt und Diskriminierung leben können und ohne Zustimmung des Ehegatten eine Erwerbsarbeit aufnehmen dürfen. Genauso im Fokus stand das Recht der Selbstbestimmung über den eigenen Körper, um beispielsweise legal abtreiben zu dürfen.

In 26 Ländern wurde der 8. März nach einem Beschluss der UNO-Generalversammlung im Jahr 1977 zum gesetzlichen Feiertag, in Deutschland wurde der 8. März bislang lediglich im Januar 2019 in Berlin zum jährlich arbeitsfreien Feiertag erklärt.

Obwohl Frauen in Deutschland mehr als 100 Jahre wählen oder gewählt werden können  ist bis zum heutigen Tag keine Parität in der Politik erreicht. Der Frauenanteil in den Parlamenten geht sogar wieder zurück. Im Deutschen Bundestag fiel er von knapp 37 Prozent in der letzten Legislaturperiode auf nunmehr knapp 31 Prozent (Stand: Januar 2021). In kommunalen Parlamenten ist sogar deutschlandweit nur ein Viertel der Sitze von Frauen besetzt.

In der Stadt Wetzlar besteht der Magistrat derzeit aus 4 hauptamtlichen männlichen Magistratsmitgliedern/Dezernenten, von den ehrenamtlichen 11 Magistratsmitgliedern sind 6 weiblich und 5 männlich.

Bei der Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung  der Stadt Wetzlar mit insgesamt 59 Sitzen sieht es derzeit so aus:  40 Sitze werden von Männern besetzt, 19 Sitze haben Frauen inne (Verhältnis also  2/3 Männer, 1/3 Frauen).

Auch in den verschiedenen Ausschüssen des Stadtparlaments ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei weitem noch nicht ausgeglichen. Der Finanz- und Wirtschaftsausschuss besteht derzeit nur aus 11 Männern, der Bauausschuss aus 8 Männern und 3 Frauen, der Kulturausschuss aus 7 Männern und 4 Frauen. Immerhin besteht sowohl im Sozialausschuss mit 6 Männern und 5 Frauen als auch im Umweltausschuss mit 5 Männern und 6 Frauen mittlerweile fast ein ausgeglichenes Verhältnis.

Die Stadtverwaltung Wetzlar beschäftigte mit Stand von Juni 2019 insgesamt ca. 750 Mitarbeitende (Beschäftigte und Beamte, ohne geringfügig Beschäftigte, Honorarkräfte und Praktikanten/-innen). Hiervon sind knapp 470 weibliche und 280 männliche Bedienstete. Von den Frauen arbeiteten 240 Damen in Vollzeit und 230 Damen in Teilzeit (also fast ein Verhältnis von 50 : 50). Bei den Männern sieht
es dagegen völlig anders aus: 260 Männer arbeiten Vollzeit und nur 20 Männer arbeiten Teilzeit!
Der diesjährige Frauentag steht natürlich auch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Die Krise trifft besonders die Frauen recht hart und verschärft noch ein-mal die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern.

Weitere aufschlussreiche Informationen hierzu und zu den Themen Gleichberechtigung und Gleichstellung und wo wir derzeit in Deutschland explizit bei diesen Themen stehen, können Sie in der aktuellen Broschüre „Frauen und Männer in Deutschland“ einsehen.