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Aktuelle Veranstaltung: 21.11.2019

Selbstbehauptung und Selbstverteidigung
für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren
 

Wann: Donnerstag, 21. November 2019, 17 bis 21 Uhr
Wo: Nachbarschaftszentrum Westend, Haus 4, 1. OG, Horst-Scheibert-Straße 2, 35578 Wetzlar
Kursleiterin: Carla Hitz-Zucker

Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl für die eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten sind der beste Schutz gegen Ausgrenzung, Anmache und bedrohliche Situationen.

Das Gleichstellungsbüro der Stadtverwaltung Wetzlar bietet anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25.11. stattfindet, ein Seminar für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren rund um das Thema Selbstbehauptung und Selbstverteidigung an. 

Eine Anmeldung ist ab sofort möglich (bis spätestens 13.11.2019). Das Eingangsdatum der Anmeldung ist relevant, da maximal nur 14 Personen teilnehmen können.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung unter: gleichstellungsbuerowetzlarde. Bitte bequeme Kleidung und Getränke mitbringen. Selbstverteidigung fängt bei uns im Kopf an! 

Schon mal Telefonterror erlebt?
Schon mal am Arbeitsplatz belästigt worden?
Schon mal erlebt, dass Andere die eigenen Grenzen nicht respektieren?

Schon mal angemacht oder angepöbelt worden?
Schon mal Angst im Dunkeln gehabt? 

Dieses Seminar gibt Ihnen die Möglichkeit, in einem geschützten Raum zu entdecken und auszuprobieren, wo Ihre Stärken und Grenzen liegen. Sie können über Ihre Erlebnisse, Ängste und Hemmungen offen reden und sich mit anderen Teilnehmerin-nen austauschen. Sie können lernen, sich mit einfachen Mitteln zu wehren, sich zu behaupten und Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und richtig  einzuschätzen. Jede Teilnehmerin wird entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten unterstützt. 

Themen und Methoden des Seminars sind:

  • Gewalt gegen Frauen in Theorie und Praxis
  • Selbstverteidigungstechniken
  • Grenzen und Stärken erkennen und nutzen
  • Entspannungsübungen, Körper – und Wahrnehmungsübungen
  • Deeskalationstraining und Rollenspiele 

Veranstalter und Kontakt:
Gleichstellungsbüro der Stadtverwaltung Wetzlar, Tel. 06441/99-1062

Informationen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.)

Häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Frauenhandel, Genitalverstümmelung, Zwangsehen, sexuelle Übergriffe, verbale und psychische Gewalt – Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Facetten und ist in diesen unterschiedlichen Formen auch heute leider noch immer in allen Kulturen und sozialen Schichten weltweit verbreitet.

Allein in Hessen wurden im vergangenen Jahr erneut über 8.538 Fälle häuslicher Gewalt beim Landeskriminalamt registriert (davon 284 Fälle im Lahn-Dill-Kreis). Rund 86 % der Opfer waren Frauen - darunter auch zahlreiche Mütter, deren Kinder hierbei stets in unterschiedlichster Weise mitbetroffen sind (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 Hessisches LKA und PD Lahn-Dill).

Prinzipiell findet Gewalt und Diskriminierung zwar nicht nur gegen Frauen und Mädchen statt, jedoch wurde dies als besonderes gesellschaftliches Problem erkannt, das spezieller Schutz- und Gegenmaßnahmen bedarf. Opferschutzmaßnahmen stehen aber selbstverständlich zumeist allen Betroffenen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung zur Verfügung.

Im Jahre 1999 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 25. November offiziell zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ bestimmt. 

Ausgewählt wurde das Datum vor dem historischen Hintergrund der Verschleppung und Ermordung der drei Schwestern Mirabal durch den militärischen Geheimdienst in der Dominikanischen Republik am 25. November 1960.

Das Datum rund um den 25. November wird seitdem alljährlich weltweit genutzt, um auf vielfältige Weise auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam zu machen.

Als weiteren wichtigen Meilenstein zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt beschloss der Europarat am 11. Mai 2011 als Übereinkommen die sog. „Istanbul-Konvention“, deren Ziel es ist, Frauen ein gleichberechtigtes Maß an Sicherheit, Unversehrtheit und Würde zu gewähren und damit geschlechtsspezifische Ungleichheiten nachhaltig und langfristig zu bekämpfen. Die „Istanbul-Konvention“ trat am 1. August 2014 in Kraft und wurde von der Bundesrepublik Deutschland am 17.07.2017 ratifiziert.

Achtsamkeit, Zivilcourage und Vorbildfunktion

Folgende Videotrailer zeigen beispielhaft auf, in welchen unterschiedlichen Formen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung trotz gesetzlicher Gleichberechtigung und Aufklärung leider auch bei uns noch immer in Erscheinung treten. Aber auch, wie durch Achtsamkeit, Zivilcourage und mit Vorbildfunktion Jeder/Jede im familiären, persönlichen und beruflichen Umfeld präventiv Sorge für eine Atmosphäre tragen kann, die keine Toleranz hinsichtlich der unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Gewaltformen und Diskriminierung zulässt:

Videotrailer zu Gewalt an Frauen

Dear Daddy
Freedom - International Day of the Girl © The Global Goals
"NO loverboys"

Was ist eigentlich ein Loverboy?

„Loverboys“ sind meist junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, die eine Liebesbeziehung zu einem meist wesentlich jüngeren Mädchen (manchmal schon 11- oder 12-Jährige) vortäuschen. Ein Loverboy manipuliert das Mädchen emotional, isoliert sie zunehmend sozial und zwingt sie in die Prostitution. Mit Drogen, Gewalt und Drohungen macht er sie hörig – sie ist ihm dann ausgeliefert.

Die Masche mit der „Liebe“, um Mädchen und Frauen in die Prostitution zu locken, gibt es schon lange. Sie ist über den Globus verbreitet und obwohl dem Phänomen seit einiger Zeit in den Medien mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, bleibt die Bekanntheit der „Loverboy-Methode“ unter den Jugendlichen leider immer noch recht niedrig.

Mit dem Video sollen u. a. Kinder und Jugendliche informiert und aufgeklärt werden und um sie so zu schützen, nicht Opfer von Menschenhändlern zu werden.

Weitere gute und hilfreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie / findet ihr auf der Seite:
www.no-loverboys.de


Hier bekommen Sie Hilfe!

Hier finden von häuslicher Gewalt Betroffene in Wetzlar und Umgebung Beratungs- und Hilfeangebote:

Auch das Gleichstellungsbüro der Stadt Wetzlar setzt sich dafür ein, zum einen die Öffentlichkeit für das Thema der unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Gewaltformen und Diskriminierung zu sensibilisieren und zum anderen Betroffene (aber auch deren Angehörige, Nachbarn etc.) und Interessierte über Beratungs-, Schutz- und Hilfeangebote zu informieren. Wir stellen zu diesem Thema und anderen Themen vielfältige kostenlose Informationsmaterialien bereit,  zeigen bei Bedarf geeignete Unterstützungsmöglichkeiten auf und vermitteln zu spezialisierten Beratungsstellen

(Kontakt: Ernst-Leitz-Str. 30, 35578 Wetzlar, Tel. 06441 / 99-1062 oder 99-1060).

Hinsichtlich der Thematik „Häuslicher Gewalt“ beteiligen sich das Gleichstellungsbüro und das Jugendamt der Stadt Wetzlar seit 2004 im interdisziplinären Arbeitskreis »Runder Tisch gegen häusliche Gewalt in Wetzlar und im Lahn-Dill-Kreis« mit dem Ziel, auf eine Verbesserung der Intervention gegen häusliche Gewalt an Frauen und Kindern hier vor Ort hinzuwirken.

Der Runde Tisch ist ein Arbeitskreis unterschiedlicher Institutionen und Behörden im Lahn-Dill-Kreis und der Stadt Wetzlar, der sich mit dem Thema „Häusliche Gewalt an Frauen, Kindern und Männern“ befasst . Ziel des Arbeitskreises ist es, durch eine gute Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit dazu beizutragen, dass insbesondere von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder in unserer Region adäquate fachliche Unterstützung erhalten und nachhaltiger vor häuslicher Gewalt geschützt werden können.

Im Notfall die Polizei rufen

Wenn Ihnen in Wetzlar oder im Lahn-Dill-Kreis Gewalt, egal in welcher Art und Weise, widerfährt, dann wenden Sie sich bitte in einem Notfall immer umgehend unter dem

Polizei-Notruf 110 (Tag und Nacht) an die Polizei.

Die örtlichen Polizeidienststellen erreichen Sie wie folgt:

Wetzlar, Frankfurter Str. 61, 35578 Wetzlar, Tel.-Nr. 06441 / 918-0

Herborn, Tel. 02772 / 4705-0

Dillenburg, Tel. 02771 / 907-0.

Fachkundiger Rat und Hilfe bei der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Frauenhaus Wetzlar

Fachkundigen Rat und Hilfe bei häuslicher Gewalt und Stalking erhalten Betroffene bei der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Frauenhaus Wetzlar, Karl-Kellner-Ring 41, 35576 Wetzlar, Tel. 06441/46364 (Sprechstunden Donnerstagvormittags auch in Dillenburg).
Die Beratungs- und Interventionsstelle existiert seit 2004 und ist eine wichtige Anlaufstelle in der Beratung und Hilfestellung für Opfer von häuslicher Gewalt und Stalking. Betroffene bekommen hier Informationen, etwa zum Gewaltschutzgesetz oder bezüglich der Beantragung von Schutzanordnungen und finden hier fachlich ausgebildete Ansprechpersonen.

Hilfetelefon

Für eine kostenfreie Beratung in mehreren Sprachen wurde das

bundesweite Hilfe-Telefon „Gewalt gegen Frauen“ eingerichtet, welches rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr unter der

Tel.-Nr. 08000 116 016 oder unter www.hilfetelefon.de erreichbar ist.

Die Beraterinnen des Hilfetelefons geben zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen Hilfestellungen. Die Gespräche sind vertraulich und können anonym geführt werden. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich.

Flyer: Nein zu häuslicher Gewalt