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Informationen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Frauenhandel, Genitalverstümmelung, Zwangsehen, sexuelle Übergriffe, verbale und psychische Gewalt  – Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Facetten und ist in diesen unterschiedlichen Formen auch heute leider noch immer in allen Kulturen und sozialen Schichten weltweit verbreitet.

Allein in Hessen wurden im vergangenen Jahr erneut über 7.600 Fälle häuslicher Gewalt beim Landeskriminalamt registriert (davon 206 Fälle im Lahn-Dill-Kreis). Rund 86 % der Opfer waren Frauen - darunter auch zahlreiche Mütter, deren Kinder hierbei stets in unterschiedlichster Weise mitbetroffen sind (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 Hessisches LKA und PD Lahn-Dill).

Prinzipiell findet Gewalt und Diskriminierung zwar nicht nur gegen Frauen und Mädchen statt, jedoch wurde dies als besonderes gesellschaftliches Problem erkannt, das spezieller Schutz- und Gegenmaßnahmen bedarf. Opferschutzmaßnahmen stehen aber selbstverständlich zumeist allen Betroffenen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sexueller Orientierung zur Verfügung.

Im Jahre 1999 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 25. November offiziell zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ bestimmt. 

Ausgewählt wurde das Datum vor dem historischen Hintergrund der Verschleppung und Ermordung der drei Schwestern Mirabal durch den militärischen Geheimdienst in der Dominikanischen Republik am 25. November 1960.

Das Datum rund um den 25. November wird seitdem alljährlich weltweit genutzt, um auf vielfältige Weise auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam zu machen.

Als weiteren wichtigen Meilenstein zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt beschloss der Europarat am 11. Mai 2011 als Übereinkommen die sog. „Istanbul-Konvention“, deren Ziel es ist, Frauen ein gleichberechtigtes Maß an Sicherheit, Unversehrtheit und Würde zu gewähren und damit geschlechtsspezifische Ungleichheiten nachhaltig und langfristig zu bekämpfen. Die „Istanbul-Konvention“ trat am 1. August 2014 in Kraft und wurde von der Bundesrepublik Deutschland zwar unterzeichnet, jedoch bis dato noch nicht ratifiziert.

Achtsamkeit, Zivilcourage und Vorbildfunktion

Folgende Videotrailer zeigen beispielhaft auf, in welchen unterschiedlichen Formen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung trotz gesetzlicher Gleichberechtigung und Aufklärung leider auch bei uns noch immer in Erscheinung treten. Aber auch, wie durch Achtsamkeit, Zivilcourage und mit Vorbildfunktion Jeder/Jede im familiären, persönlichen und beruflichen Umfeld präventiv Sorge für eine Atmosphäre tragen kann, die keine Toleranz hinsichtlich der unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Gewaltformen und Diskriminierung zulässt:

Videotrailer zu Gewalt an Frauen

"Lieber Papa" - Tochter bittet Ihren Vater um ein Gefallen © FAKT
Gewalt gegen Frauen © Kanal von BundeskriminalamtOE

Hier bekommen Sie Hilfe!

Hier finden von häuslicher Gewalt Betroffene in Wetzlar und Umgebung Beratungs- und Hilfeangebote:

Auch das Gleichstellungsbüro der Stadt Wetzlar setzt sich dafür ein, zum einen die Öffentlichkeit für das Thema der unterschiedlichen geschlechtsspezifischen Gewaltformen und Diskriminierung zu sensibilisieren und zum anderen Betroffene (aber auch deren Angehörige, Nachbarn etc.) und Interessierte über Beratungs-, Schutz- und Hilfeangebote zu informieren. Wir stellen zu diesem Thema und anderen Themen vielfältige kostenlose Informationsmaterialien bereit,  zeigen bei Bedarf geeignete Unterstützungsmöglichkeiten auf und vermitteln zu spezialisierten Beratungsstellen

(Kontakt: Ernst-Leitz-Str. 30, 35578 Wetzlar, Tel. 06441 / 99-1062 oder 99-1060).

Hinsichtlich der Thematik „Häuslicher Gewalt“ beteiligen sich das Gleichstellungsbüro und das Jugendamt der Stadt Wetzlar seit 2004 im interdisziplinären Arbeitskreis »Runder Tisch gegen häusliche Gewalt in Wetzlar und im Lahn-Dill-Kreis« mit dem Ziel, auf eine Verbesserung der Intervention gegen häusliche Gewalt an Frauen und Kindern hier vor Ort hinzuwirken.

Der Runde Tisch ist ein Arbeitskreis unterschiedlicher Institutionen und Behörden im Lahn-Dill-Kreis und der Stadt Wetzlar, der sich mit dem Thema „Häusliche Gewalt an Frauen, Kindern und Männern“ befasst . Ziel des Arbeitskreises ist es, durch eine gute Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit dazu beizutragen, dass insbesondere von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder in unserer Region adäquate fachliche Unterstützung erhalten und nachhaltiger vor häuslicher Gewalt geschützt werden können.

Im Notfall die Polizei rufen

Wenn Ihnen in Wetzlar oder im Lahn-Dill-Kreis Gewalt, egal in welcher Art und Weise, widerfährt, dann wenden Sie sich bitte in einem Notfall immer umgehend unter dem

Polizei-Notruf 110 (Tag und Nacht) an die Polizei.

Die örtlichen Polizeidienststellen erreichen Sie wie folgt:

Wetzlar, Frankfurter Str. 61, 35578 Wetzlar, Tel.-Nr. 06441 / 918-0

Herborn, Tel. 02772 / 4705-0

Dillenburg, Tel. 02771 / 907-0.

Fachkundiger Rat und Hilfe bei der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Frauenhaus Wetzlar

Fachkundigen Rat und Hilfe bei häuslicher Gewalt und Stalking erhalten Betroffene bei der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, Frauenhaus Wetzlar, Langgasse 70, 35576 Wetzlar, Tel. 06441/46364 (Sprechstunden Donnerstagvormittags auch in Dillenburg).
Die Beratungs- und Interventionsstelle existiert seit 2004 und ist eine wichtige Anlaufstelle in der Beratung und Hilfestellung für Opfer von häuslicher Gewalt und Stalking. Betroffene bekommen hier Informationen, etwa zum Gewaltschutzgesetz oder bezüglich der Beantragung von Schutzanordnungen und finden hier fachlich ausgebildete Ansprechpersonen.

Hilfetelefon

Für eine kostenfreie Beratung in mehreren Sprachen wurde das

bundesweite Hilfe-Telefon „Gewalt gegen Frauen“ eingerichtet, welches rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr unter der

Tel.-Nr. 08000 116 016 oder unter www.hilfetelefon.de erreichbar ist.

Die Beraterinnen des Hilfetelefons geben zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen Hilfestellungen. Die Gespräche sind vertraulich und können anonym geführt werden. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich.

Flyer: Nein zu häuslicher Gewalt

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