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12.07.2019 - Aufgrund von angepassten rechtlichen Vorgaben überprüft der Eigenbetrieb erneut seine gesamte Tourenplanung unter Berücksichtigung der aktuellen sicherheitsrelevanten Aspekte.
Müllfahrzeug mit Ausrufungszeichen
© Stadtreinigung Wetzlar

Dass die Müllentsorgung keine ungefährliche Tätigkeit ist, zeigt sich immer häufiger anhand der zunehmenden Berichterstattung über Unfälle mit oftmals schwerem, zum Teil sogar tödlichem, Ausgang für die Betroffenen. Die Gefahrensituationen, welche beim Bedienen eines bis zu 26 to schweren Müllsammelfahrzeuges entstehen, sind vielfältig und reichen von Sichtbehinderungen beim Rückwärtsfahren, über unbefestigte und/oder zu schmale Straßen bis hin zu toten Winkeln, in welchen ganze Fahrzeuge beim Abbiegen regelrecht verschwinden.

Der für die Abfallentsorgung zuständige Unfallversicherungsträger hat vor einiger Zeit seine geltenden Vorgaben an eine sichere Abfallsammlung in eine bundesweit für alle Entsorgungsbetriebe bindende Branchenregelung überführt. Dadurch wurde auch bei der Stadt Wetzlar, insbesondere beim Eigenbetrieb Stadtreinigung, das Bewusstsein für die Sicherheitsanforderungen nochmals geschärft. Der Eigenbetrieb hat die Branchenregel zum Anlass genommen, die gesamte Tourenplanung erneut umfassend unter Berücksichtigung der aktuellen sicherheitsrelevanten Aspekte zu überprüfen. In diesem Zuge wurden beispielsweise Rückfahrstellen, Engstellen und kritische Fahrbahnzustände stadtweit aufgenommen.

Dabei wurden neben insgesamt fast 500 Rückfahrstellen auch weitere kritische Entsorgungsstellen identifiziert, darunter insbesondere das Gebiet Kirschenwäldchen. Hier wird zeitnah die jahrelang geübte serviceorientierte Abfuhrpraxis der Entleerung von Mülltonnen vor der eigenen Haustür, zumindest bei den besonders schwierig zu erreichenden Grundstücken, eingestellt. Für die betroffenen Anlieger wird es künftig notwendig sein, ihre Behälter am Leerungstag an ausgewiesenen Aufstellplätzen bereitzustellen. Auch im übrigen Stadtgebiet sind Änderungen der Abfallsammlung in einzelnen Bereichen möglich. Hierbei werden neben Sammelplätzen für Müllbehälter auch verkehrsrechtliche und bauliche Maßnahmen wie zum Beispiel temporäre Parkverbotszonen oder die Beseitigung von Hindernissen geprüft.

Zusätzlich rüstet die Stadtreinigung ihre Fahrzeuge auf. Zurzeit sind bereits 2 große Müllsammelfahrzeuge mit Assistenzsystemen ausgestattet, die beim Rückwärtsfahren den Raum hinter den Fahrzeugen überwachen und bei Gefahr sogar einen Bremsvorgang einleiten können. Zwei weitere Umrüstungen stehen unmittelbar bevor. Des Weiteren werden die Fahrzeuge auch mit elektronischen Abbiegeassistenten ausgestattet. Die turnusmäßigen Sicherheitsunterweisungen durch qualifizierte Sicherheitsfachkräfte gehören ohnehin schon seit Jahren zum Standardprogramm für jeden Mitarbeiter.

In Wetzlar gab es glücklicherweise noch keine schweren Unfälle in Zusammenhang mit der Abfallentsorgung. Die aktuellen und künftigen Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass dies auch weiterhin so bleibt.