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Eine Pflegestätte echten Sportgeistes – Die Geschichte des Wetzlarer Stadions

Reifgymnastik
Reifgymnastik im Stadion, 1950

Der Sport war schon immer ein verbindendes Element für die Menschen. So verwundert es nicht, dass bereits drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, genauer am 10.10.1948 das Wetzlarer Stadion, wenn auch noch nicht ganz fertig, offiziell eröffnet und den Bürgern der Stadt Wetzlar zur Verfügung gestellt wurde. Fast genau 71 Jahre später widmet sich eine Sonderausstellung erstmals diesem Teilbereich der Wetzlarer Sportgeschichte.

Gelegen auf der Lahninsel zwischen Lahn und Mühlgraben, westlich des Karl-Kellner-Rings nimmt es nicht nur als Ort des sportlichen Wettkampfes einen Mittelpunkt in der Stadt ein. Auch historisch ist der Platz interessant. So wurde der Platz des Stadions auch als Festwiese genutzt und war in den letzten zwei Jahren des Zweiten Weltkrieges Ort für ein Barackenlager für mehrere Hundert Zwangsarbeiter aus dem Osten Europas, die für die nahe gelegene Firma Leitz arbeiten mussten.

Sportler Schmitz am Reck
Sportler Schmitz am Reck, rechts daneben August Best, ca. 1949/50

Doch stetige Modernisierung brachte den Sport ins Stadion. Die Tribünenanlagen wurde mehrfach erweitert und das Stadion zuletzt 2008 – 10 zu einem modernen Schauplatz für spannende Wettkämpfe ausgebaut. Hier fanden unter anderem die Deutschen Hochschulmeisterschaften in der Leichtathletik, das Hessische Landesturnfest und die Juniorenmeisterschaften statt. Aber auch jüngere Sportarten wie American Football haben mittlerweile ins Stadion Einzug gehalten.

In der Ausstellung werden zahlreiche Exponate zu der Geschichte des Sports im Wetzlarer Stadion zu sehen sein. Trikots erfolgreicher Sportler, Medaillen, Fahnen und Pokale, aber auch Risse und Pläne aus der Entstehungszeit werden den Besuchern interessante Einblicke in die Geschichte des Herzstück des Wetzlarer Sports bieten.

Die Kabinettausstellung ist als Auftaktveranstaltung zu einer größeren Schau zu der Sportgeschichte der Stadt Wetzlar gedacht und konnte unter Mithilfe zahlreicher Aktiver und Ehemaliger des Wetzlarer Sports realisiert werden.

Fußballspiel im Stadion, 1951
Fußballspiel im Stadion, 1951

Samstag, 19. Oktober 2019, 14 Uhr, Stadtmuseum
Vernissage 

Sonntag, 20. Oktober 2019, 14 Uhr, Stadtmuseum
Workshop für Kinder: Das Stadion im Museum

Die Sonderausstellung bringt das Stadion ins Museum. In spielerischem Wettkampf wird sich zeigen, wer die Museumsmedaille gewinnt.
Mit Anjanett Beer
Für Kinder von 5-9 Jahren
Kosten 12€ / 10 € Geschwisterkind (inkl. Materialien & Eintritt)
Anmeldung bis zum 17.10.2019 unter infoviseum-wetzlarde

Dieter Mulch: "Auf dem Sehweg"

Ausstellungsplakat
Ausstellungsplakat © Dieter Mulch: "Auf dem Sehweg"

Dieses Jahr feierte Dieter Mulch seinen 90. Geburtstag. Zu diesem Anlass sind seine künstlerischen Arbeiten mit dem Titel „Auf dem Sehweg“ ab dem 8. November 2019 an drei Ausstellungsorten in Wetzlar zu sehen: „Objekte und Tafelbilder“ in der Stadtgalerie, „Grafiken“ im Stadtmuseum und „Bagatellen“ (kleinformatige farbige Mischtechnik auf Papiermontagen in Distanzrahmen) in der Galerie ARTHERB by Galerie am Dom.

Dieter Mulch wurde 1929 in Frankfurt/Main geboren. Erste künstlerische Anleitung und Förderung erfolgte durch Waltraut Hassenstein, Coburg (1947-1950) und grundlegende Studien in Graphik und Malerei bei Theo Garve. Er absolvierte die Abendschule des Städel, Frankfurt am Main. 1957 schloss er sein Philologiestudium an der Universität Frankfurt/Main ab. Neben seiner Lehrtätigkeit an Wetzlarer Gymnasien und weiteren Kunststudien wirkte er als Illustrator und Übersetzer englischsprachiger Literatur über Kunst und Künstler. Seine Zeichnungen und Druckgrafiken, Tafelbilder und Collagen, Objektkästen, Objekte und Installationen waren Gegenstand zahlreicher Ausstellungen im In- und Ausland.

Dieter Mulch malt und zeichnet zum einen größtenteils figurativ, zum anderen chiffriert er Erlebtes und Durchlebtes in einem zunächst rätselhaft erscheinenden Kaleidoskop von Szenen und Gegenständen, die er zusammenfügt. Diese Arbeiten erinnern an altägyptische Hieroglyphenschriften mit ihren konkret-gegenständlichen Darstellungen, die, in einer Abfolge gelesen, das Mitzuteilende offenbaren. Gemälde in Acryl auf Leinwand - in den für den Künstler typischen quadratischen Formaten - werden ebenfalls zu sehen sein. Mulch komponiert kleine Stillleben miteinander zu einem größeren. Es sind die reifen, vollen, gesättigten Farben des Herbstes, die uns begegnen, dominiert von rotbraunen Abstufungen und jenen einzigartigen, geheimnisvollen Blau- und Grüntönen; jedwedes Schrille ist gewichen, falls es jemals auf des Künstlers früherer Palette zu finden gewesen sein sollte. Die Bilder mit Chiffren sind die Sprache des Künstlers. Sie spiegeln den Reichtum eines Lebens wider. Sie dienen sich nicht dem Betrachter an, sondern fordern zu teilnehmender Reflektion auf.